Helmut Becker (Lesung): Erasmus von Rotterdam (1446?–1536): Die Klage des Friedens

Ethik und Moral waren schon immer unverzichtbar, wenn es um die Frage der Rechtfertigung von Krieg und Gewalt, aber auch um die Voraussetzungen für eine gewaltfreie Welt ging. Das Ende des Kalten Krieges ließ auf eine bessere Welt hoffen, doch seitdem ist die Zahl der sind auch die »kleinen Kriege« geradezu explodiert. Krieg ist also wieder von höchster Aktualität – und bedarf der Legitimation. Drei zentrale Vertreter der abendländischen Philosophie, die sich explizit zur Frage von Frieden, Krieg und Gewalt geäußert haben, werden auch in jüngsten Debatten bemüht, wenn es um die Rechtfertigung von Krieg geht – zu Recht? Dies wollen wir vor dem Hintergrund der Friedensentwürfe der »Klassiker« diskutieren. In seinem berühmten Essay »Querela pacis« von 1517, verfasst als Diskussionsgrundlage für eine geplante europäische Friedenskonferenz, lässt Erasmus die Pax, den Frieden selbst sprechen. Die Stimme des Friedens wird zu einem leidenschaftlichen Appell sowohl an die Fürsten wie an Kirche und Theologie.

Die Querela Pacis ist die rhetorisch eindringliche Eröffnung eines philosophischen und theologischen Diskurses der Neuzeit, der noch lange nicht abgeschlossen ist.

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