Die Szene hält den Atem an (Teil 3) ▶️ Trinken, Tanzen, Essen in Zeiten von Corona

Der Lockdown war vermutlich für die meisten von uns ein wenig so, als hätte jemand den Pause-Knopf gedrückt – das soziale, berufliche und kulturelle Leben stand auf einmal still. Doch für viele in unserer schönen Stadt, brachte das immense Sorgen mit sich. Wer davon lebt, dass sich viele Menschen im eigenen Lokal, auf der Tanzfläche oder vor der Bühne tummeln, geriet ins Straucheln. Wir wollen diese Stimmen nicht ungehört lassen und fragen in unserem Dreiteiler (Teil 1Teil 2), wie all jene die Zeiten des absoluten Stillstands erlebt haben und wie und ob es jetzt weitergehen kann? Heute: Tanzen in Zeiten von Corona mit Mykket Morton und DJ Zoka.

Mortons: Die Krise verbindet die vier Jungs noch mehr!

„Wie vermutlich jeder andere, sind wir seit Beginn der Corona-Situation noch immer bestürzt über das globale Ausmaß und die dramatischen und teilweise existenz-bedrohenden Konsequenzen auf allen Ebenen des täglichen Lebens“, erzählt uns Marc Seefried von der Band Mykket Morton. Die Musiker traf der Lockdown mitten in der Produktion einer neuen Platte, die nun wegen der ausbleibenden Einnahmen nicht wie geplant stattfinden kann. Doch wer mit Herzblut dabei ist, lässt sich nicht stoppen und so gehen sie in Eigenproduktion: „Durch diese Zwangspause können wir deshalb auch in einer Intensität an unserer Musik arbeiten, die anders nicht denkbar gewesen wäre.

Lassen sich nicht bremsen – jetzt erst Recht!

Wir nutzen die Zeit darüber hinaus auch viel dafür, über uns als Künstler nachzudenken, und darüber, wie wir uns eigentlich definieren oder wie wir Kontakt zu Leuten halten, wenn uns das primäre Kommunikationsmedium fehlt, nämlich uns mit unserer Kunst öffentlich zu zeigen und in persönliche Interaktion mit Menschen zu treten“, lässt uns der Drummer wissen, der die Meinung seiner vierköpfigen Band teilt: „Es öffnet sich immer eine Tür: Wir sind uns aber einig, dass es immer Chancen gibt – nicht zuletzt, weil in der Krise auch deutlich geworden ist, dass realer Zusammenhalt zwischen den Menschen existiert und wirkliches Interesse aneinander und an den Geschichten des Gegenübers. Deshalb wollen auch wir zukünftig mehr von uns als Personen zeigen, um das Interesse der Menschen mit Offenheit zu würdigen.“

Alternativlos!?

Zoka: Der DJ, der das leere Staatstheater einheizte!

Auch der 44-jährige Zoran Matic alias DJ Zoka hatte sich sein 2020 anders vorgestellt: Statt Festivals und Gigs, Home-Office mit Kids. Doch Not macht erfinderisch: #kasselstreamt. „Ich hatte die Idee, ein DJ Set von mir zu streamen und wollte nicht aus meinem Studio oder aus meinem Wohnzimmer senden. So kontaktierte ich Freunde von Real Audio, die ich um technischen Support und Begleitung für mein Streaming-Vorhaben gebeten hab.“ Für die Location stand ihm Magnus Ruchhöft zu Seite, mit etlichen top Locations. Es wurde weiter gesponnen, ein Verein soll gegründet werden und wir können uns auf mehr freuen!

Aufatmen!

DJ Zoka kennt man nicht nur in Kassel

Allmählich wird der Kasseler Szene wieder Leben eingehaucht: Menschen treffen sich in Cafés, und trotz Maske wirkt das Leben wieder leichter. Wir wollen noch wissen, wie es denn für die Musiker weitergeht? „Wenn sich hoffentlich sehr bald alles wieder normalisiert, dann wünschen wir uns, dass Kultur und vor allem auch Live-Kultur künftig mit anderen Augen betrachtet wird und dass sich das nicht zuletzt auch darin niederschlägt, dass sowohl Veranstalter/innen, wie auch Besucher/innen bereit sind diese zivilisatorische Errungenschaft finanziell zu würdigen! Ich glaube, wir merken aktuell alle, was uns durch den Wegfall kultureller Angebote fehlt, und dass es nicht akzeptabel ist, Kultur und Kulturschaffende als Selbstverständlichkeit zu verramschen“, ist dem Schlagzeuger wichtig. Er wünscht allen Kollegen/innen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Zoran, der lange im Club Arm tätig war, erhofft sich, dass Corona uns Zeitgefühl lehrt: „Das Tempo soll weniger werden, bei allem was wir tun!“

Die Mykket Mortons setzen sich für Kultur ein: https://brauser24.de/2020/03/sie-wollen-das-kulturleben-retten-von-zu-hause-aus-kulturretter-de/
Neugierig, wie #kasselstreamt im Staatstheater war? https://www.facebook.com/permalink.php?id=162314793786489&story_fbid=4059519694065960

http://www.mykketmorton.com/#about

http://real-audio.de

FB: https://www.facebook.com/mykketmorton/

https://www.facebook.com/kasselstreamt

https://www.facebook.com/bespzoka

https://www.facebook.com/realaudiogmbh

https://www.kulturretter.de/produkte

Vor der Krise hatten wir Marc schon einmal zum Gespräch, hier drehte sich alles um Drums, Toms und Becken: https://brauser24.de/2019/02/mykket-morton-drummer-ich-und-mein-schlagzeug/

Fotos © SylwesterPawliczek, privat, alle n.h.