Das erste Mal bei einem Autounfall ▶️▶️▶️ Was rät der Versicherungsexperte?

Es kracht gewaltig – und das zum ersten Mal. Passiert ist zwar erst einmal nichts Schlimmes, aber der Schreck sitzt! Wir wollen euch auf den Extremfall vorbereiten und fragen bei Alexander Wild ­– Fachwirt für Finanzberatung bei Gothaer – was bei einem Autounfall zu beachten ist und was ihr schon im Vorfeld machen könnt und müsst.

Absichern, verarzten, beruhigen und Fotos machen!

Steht mit Rat und Tat zur Seite – Alexander Wild

„Zunächst ist wichtig, Ruhe zu bewahren. Unfälle passieren jeden Tag und es ist vollkommen normal, dass man dann aufgeregt ist“, beruhigt Alexander Wild, Ansprechpartner der Goethaer-Versicherung in Kassel. Er schließt an, dass es natürlich erst einmal wichtig ist, die Unfallstelle zu sichern, Verletzte zu versorgen und ggf. den Rettungsdienst zu rufen. Eine Schuldfeststellung am Unfallort, direkt nach dem Unfall bringe aber in der Regel nichts und hat auch keinen langen Bestand. „Wenn die Gemüter sich beruhigt haben, ändern sich oft Meinungen und Einschätzung, auch durch Einflüsse von außen“, führt der Experte fort.

„Es sollten eventuelle Zeugen/innen, wie Fußgänger/innen oder andere Autofahrer/innen namentlich erfasst werden, damit diese Ihre Sicht darstellen können. Fotos der Unfallstelle helfen genau so weiter. Macht lieber mehr als zu wenig Fotos“, gibt er als Tipp. Weiter ist wichtig, den Unfall am besten gleich der Versicherung zu melden. Bei einer eventuellen Werkstattbindung oder einen vorhandenen Schutzbrief kann dann auch ein Abschleppwagen gleich vom Versicherer beauftragt werden. Alexander empfiehlt: „Speichert Euch die Nummern im Handy, dann habt ihr sie für den Fall der Fälle.“

Polizei rufen, keine Schuld eingestehen und nicht zahlen

Die Polizei komme nicht immer – vor allem nicht, wenn es ein kleiner Schaden ist. Aber: „Ich empfehle, darauf zu bestehen, weil nur dann die Situation professionell erfasst wird.“ Er rät davon ab, Geständnisse gegenüber der Polizei zu machen oder Irgendwem Gelder zu bezahlen: „Wenn ihr etwas bezahlen sollt, sollen sie es euch schicken, wenn ihr eure Schuld eingestehen sollt, lehnt Ihr dies ab. In den Versicherungsverträgen ist geregelt, dass Ihr keine Schuldeingeständnisse am Unfallort machen sollt. Das hat den guten Grund, dass die Polizisten keine Gutachter sind und nicht zwingend Recht mit Ihrer Wahrnehmung haben“, weiß der Fachwirt für Finanzberatungen. Er weiß auch, dass ihr den Schutzbrief – solltet ihr nach dem Unfall nicht weiterfahren können – bei der Versicherung günstiger bekommt. „Bei uns für zwölf Euro im Jahr, statt über fünfzig beim ADAC – allerdings da bis zum 23. Lebensjahr kostenlos!“

Nicht auf eigene Faust handeln!

Von Klärungen alleine rät der Profi ab: „Zusagen am Unfallort werden oft nicht eingehalten. Ihr bezahlt die Versicherung dafür, sich darum zu kümmern“, so der Agenturinhaber, der davon abrät Versicherungen im Internet abzuschließen. „In bestimmten Fällen wisst Ihr ja gar nichts über Euren Unfallgegner. Vielleicht hat er gar keine gültige Fahrerlaubnis? Vielleicht hat er Drogen konsumiert oder Alkohol getrunken? Ruft die Polizei und lasst die das machen!“ Weiter erklärt er, einen Anspruch habe vor allem der/die Unfallgegner/in, sofern man selbst Schuld sein könnte. Das ist übrigens auch der Ursprung der Versicherungspflicht für Kraftfahrzeuge. Wird zum Beispiel jemand verletzt und ist arbeitsunfähig, muss nun für Ersatz gesorgt werden. Das ist ohne Versicherung meist schwierig.

Genau informieren und kein Alkohol!

Doch was muss man eigentlich schon beim Autokauf beachten? „Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben“, erklärt Wild, der außerdem noch Vorsitzender der City-Kaufleute Kassel ist. Sein Vorschlag ist, hier zu schauen, ob man das Auto als Zweitwagen versichern lassen kann – etwa über Eltern oder Großeltern und sich selbst als Fahrtberechtigte/r eintragen zu lassen. „Den Schadenfreiheitsrabatt kann man dann, zumindest teilweise, später übernehmen. Hier gibt es aber Regelungen, dass nicht einfach jeder von jedem den Rabatt übertragen bekommt“, führt er weiter aus. Ob Teil- oder Vollkasko hängt seiner Meinung nach von der finanziellen Lage sowie dem Auto ab. Wichtig ist ihm vor allen Dingen: Auto stehen lassen, wenn Alkohol oder Drogen im Spiel sind: „Ihr gefährdet nicht nur den Versicherungsschutz dadurch, sondern bringt andere Menschen in Lebensgefahr.“

Alexander Wild im Netz:

https://wild.gothaer.de/ihre-versicherungsagentur/ansprechpartner/index-37437.htm

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