BRAUSER trifft: David Balhorn ▶️▶️▶️ Was Tiger mit Schmetterlingen gemeinsam haben

Sollten alle mitbekommen: Das neue Projekt von David und seinem Team

Corona verhalf ihm zu einer neuen Geschäftsidee ­– David Balhorn ist seit Jahren erfolgreicher Veranstalter für Kinderevents über die Grenzen Deutschland hinaus. Mittlerweile gehören zum Repetoire der Agentur des Hobby-Kochs auch Gin-Tastings und Kochkurse. Allerdings blieben mit Corona bei seiner Agentur Tigertatze die Buchungen aus. Doch der 41-Jährige beherzigte den Ratschlag seines Sohnes und „Niemals langweilig“ entstand. Wir sprachen mit dem Kasseler über das Nachvorneschauen, Baumhäuser und Videospiele.

Wie kam Tigertatze zustande?

Tigertatze entstand, als ich selber noch Schüler war. Ich wollte zu der Zeit eigentlich in die Werbung gehen, in den Bereich Grafikdesign und Fotografie. Aber da ich bei einem Spielmobil gearbeitet habe, entstand mit einer Freundin gemeinsam die Idee schon mal kleine Feste für Familien zu organisieren. Mein Spitzname war damals Tiger und so entstand Tigertatze.

Wie waren die ersten Corona-Wochen für euch?

Am Anfang war’s ’ne Katastrophe! Wir haben erst mal, überhaupt nicht gewusst was abgeht. Eine Absage nach der andern kam rein und ansonsten nur Stille in der Telefonleitung. Nach einer kurzen Verdauung des Ganzen haben wir uns dann aber im Team wieder zusammengesetzt und überlegt, wie wir weitermachen können. Wir hatten mehrere Ideen, so zum Beispiel, dass wir Boxen mit Spielanleitungen und Materialien für Familien zum Verkauf anbieten. Dafür aber das Prüfsiegel zu bekommen, hätte alles viel zu lange gedauert. Nachdem die Anfangstrauer so ein bisschen nachgelassen hatte, und ich mit meinen Kindern im Garten ein Baumhaus gebaut hatte, klingelte das Telefon und Sascha Gundlach von Neue Formen war am Apparat. „David, ich brauche deine Hilfe. Meine Tochter zerschneidet vor lauter Langeweile schon die Schlafanzughose, um die Schmetterlinge zum Basteln zu haben. Du hast doch bestimmt Ideen, was wir Sinnvolles machen können.“ So entstand die gemeinsame Idee für „Niemals langweilig“.

Wie ging’s los?

Langweilig wurde ihm sicher nicht: In kurzer Zeit stand das neue Projekt!

Die ersten Tage waren wir Non-Stop am Ideen entwickeln, wie das Ganze aussehen kann. Meine Frau hat auch gleich den passenden Namen gefunden, mit „Niemals langweilig“, war die Idee komplett.

Was ist das eigentlich für ein Projekt?

„Niemals langweilig“ ist sozusagen ein Kinder- und Familien-Erlebnis Magazin, mit ganz vielen Ideen. Wir haben pro Woche immer ein Thema, zum Beispiel Wald. Da haben wir einen Förster interviewt. Oder Musik, da haben wir zwei Bands zum Thema befragt, für unsere Politik-Ausgabe sind wir nach Berlin in den Deutschen Bundestag gefahren und hatten ein Interview mit einem Bundestagsabgeordneten. Dazu haben wir dann immer kindgerechte Themen für unterschiedliche Altersgruppen, mit denen die Kinder den Tag oder zumindest eine wertvolle Zeit verbringen können. Kinder lernen bei uns auf spielerische Weise spannende Themen kennen. Spaß mit Köpfchen. Dazu haben wir in jeder Ausgabe immer Ideen für die ganze Familie, zum Beispiel Koch-Tipps, für ein spannendes Familiengericht und vieles mehr. Gebucht wird das Ganze dann über den Arbeitgeber, der das seinen Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung stellt.

Schönstes Erlebnis während Corona?

Das schönste Erlebnis war tatsächlich unsere neue Geschäftsidee. Die Arbeit macht megamäßig Spaß, auch wenn wir aktuell viel mehr zu tun haben, als zu der Zeit, als noch alles – in Anführungszeichen – normal lief.

Was gibt Dir Mut immer weiterzumachen?

Ganz viel Mut gibt mir, nach wie vor der Spruch von meinem Sohn. „Papa, neue Wege kann man nur entdecken, wenn man neue Wege geht.“ Das Motto habe ich jetzt schon seit acht Jahren, nach jedem Regenschauer kommt auch wieder die Sonne raus.

Wird es das auch noch „nach Corona“ geben?

(Lacht.) Klar, wir haben jetzt was ganz Tolles angefangen, das wird natürlich auch noch lange nach Corona so weitergeführt. Voraussetzung ist natürlich, dass wir genug Unternehmen finden, die unseren tollen neuen Service auch buchen, damit wir davon alle Kosten und Mitarbeiter bezahlen können. Aber da sind wir auf einem guten Weg.

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

In erster Linie wünsche ich mir natürlich, dass wir alle Mitarbeiter/innen aus der Kurzarbeit zurückholen können und, dass wir wieder eine finanzielle Sicherheit und Zuversicht bekommen. Dann hoffe ich natürlich, dass unsere Ausgaben von „Niemals langweilig“ in ganz vielen Haushalten in Deutschland landen und viele Kinder und Familien von uns erfahren. Wenn man sich die Ausgaben durchliest, gibt es wirklich für jede Familie etwas Spannendes zu entdecken und wir fördern gleichzeitig das analoge Spielen und die Konzentrationsfähigkeit der Kinder. Je öfter unsere Inhalte, nach einer kurzen Anleitung durch die Eltern, von den Kindern gelebt und erspielt wird, umso schneller lernen Kinder sich auch ohne digitale Bespaßung wieder mit Themen auseinanderzusetzen. Das Tolle ist tatsächlich, dass wir schon mehrere Rückmeldungen bekommen haben, dass Kinder jetzt wieder drei Stunden im Kinderzimmer verschwunden sind, um danach ihren Eltern die selbst gestalteten Kreationen zu präsentieren. Wenn wir dazu beitragen können, dass Kinder wieder lernen, richtig zu spielen, freut mich das am allermeisten!

Dein Schönster Platz in Kassel?

Puh, da gibt es megaviele. Ich bin total gerne in der Aue und im Bergpark unterwegs, aktuell laufe ich aber auch regelmäßig durch den Eichwald und entlang der Losse. Aber ich liebe es tatsächlich auch bei uns im Studio. Dahin lade ich auch gerne meine Freunde ein zum Zusammensein. Ist ein bisschen wie ein Spielplatz für kindgebliebene Erwachsene!

Kommst Du aus Kassel?

Familie, Freunde, Kochen – neben Arbeit schafft David noch ’ne Menge!

Ich komme ursprünglich aus Duisburg, bin dann mit meinen Eltern nach Gudensberg gezogen, dann habe ich drei Jahre in Hamburg gelebt und bin dann wieder, weil ich Papa geworden bin, nach Kassel gezogen. Hier habe ich meinen Freundeskreis und fühle mich hier sehr wohl.

Das Tolle an Deinem Team?

Das Beste am Team ist der Spaßfaktor. Als Agentur muss man manchmal schon ganz schön viel leisten und ein Arbeitstag dauert auch nicht immer nur acht Stunden, aber wenn man dann sieht, wie alle am Strahlen sind, sobald ein Projekt abgeschlossen ist, hat man wieder genug Power für alles andere im Leben.

Kaffee oder Teetrinker?

Auf jeden Fall Leitungswasser, und gerne auch mal einen Kaffee oder Tee.

Was machst Du, wenn Du nicht arbeitest?

Ich verstehe die Frage nicht… Nein, Spaß bei Seite, da bin ich natürlich für meine Familie und Freunde da. Ich organisiere gerne Treffen in größerer Runde, was in den letzten Monaten natürlich nicht möglich war.

Was hast Du immer im Kühlschrank?

Das sind ja lustige Fragen (lacht). Im Kühlschrank haben wir immer Reismilch für unseren Kaffee. Kuhmilch ist nicht so mein Ding.

Eine Frage, die Du immer mit „Ja“ beantworten würdest?

Ja, ich liebe Kochen!

Was machst Du als Nächstes „nach unserem Treffen“?

Da telefoniere ich mit den kommenden Interviewpartnern, das benötigt immer ein bisschen Vorlauf und ist das, was auch mit am meisten Spaß macht!

https://www.tigertatze.de

https://www.niemals-langweilig.de

https://www.facebook.com/tigertatze

Fotos: privat (n.h.)