Die Szene hält den Atem an ▶️ Trinken, Tanzen, Essen in Zeiten von Corona

Dinge, die für uns alle völlig normal waren, waren auf einmal untersagt: Gemütlich abends essen gehen mit Freunden? Nein. Mittags mal einen Happen in der Pause mit den Kollegen/innen? Auch nicht. Besonders für die Gastronom/innen in Kassel hatte der Lockdown einen ziemlich faden Beigeschmack: Was machen, wenn auf einmal keiner mehr ins Lokal darf!? Wir wollen diese Stimmen nicht ungehört lassen und fragen in unserem neuen Dreiteiler, wie  jene die Zeiten des absoluten Stillstands erlebt haben und wie und ob es jetzt weitergehen kann? Heute: Essen in Zeiten von Corona mit Peter Fischer (Jacob’s) und Alexandru Tamas (Solo Pizza).

Alexandru mit den begehrten Lieferkartons vor dem Solo.

„Die Eröffnung von Solo war ein voller Erfolg und wir waren überglücklich, dass es so gut bei den Menschen angekommen ist“, erinnert sich Alexandru Tamas, Betriebsleiter von der Bio Pizzeria Solo. Allerdings machte Corona dem 31-Jährigen einen Strich durch die Rechnung. „Wir hatten nicht die geringste Ahnung, wie das Mitnahmegeschäft ankommen würde, deswegen waren wir umso zufriedener und auch ein wenig überrascht, dass es so gut lief“, freut er sich. Privat hätte sich allerdings für Alexandru nicht viel für geändert, doch: „Natürlich war es etwas eigenartig, die ersten Wochen vom Lockdown als alles geschlossen und die Straßen leer waren. Darum freue ich mich umso mehr, dass jetzt wieder mehr Normalität herrscht und die Stadt wieder voller Leben ist.“

Umdenken

Viele Gäste hätten immer noch ein wenig Angst, innen im Restaurant essen zu gehen, sei ihm in den letzten Wochen aufgefallen. Trotzdem ist in der kleinen Pizzeria in der Friedrich-Ebert-Straße bei schönem Wetter jede Menge Betrieb und er und seine Kollegen können endlich mit Gästen am Tisch in Kontakt treten – wenn auch mit Abstand. Und nicht nur der Bürgersteig im Vorderen Westen ist gut besetzt, auch das Mitnahmegeschäft läuft immer noch prächtig.

Umstände

Peter (r.) und Stefan (l.) freuen sich wieder Kunden begrüßen zu können.

Doch auch für jene, die schon länger in der Gastro-Szene aktiv sind, war der Lockdown ein Schock: „Die letzten Wochen waren und sind immer noch die schwierigste Herausforderung, die das Jokob’s je meistern musste“, erfahren wir von Peter Fischer, Geschäftsführer der Street Food Bar Jakob’s. „Das Leben wurde komplett entschleunigt, viele tolle neue Projekte und Ideen, welche wir in Planung hatten, mussten aufgeschoben oder auf Eis gelegt werden“, erfahren wir von dem Burger-Macher. Kurzzeitige Schließung, Öffnung des Take-away-Geschäfts, dann die Öffnung unter Auflagen – das alles seien Dinge, die schwer planbar für ihn und seine Crew gewesen seien. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, aber geben jeden Tag unser Bestes!“ Die Motivation? Seine Kunden!

Unterstützung

„Wir haben so viele tolle Nachrichten von unseren Gästen erhalten und viele tolle Stammkunden, die auch weiterhin bei uns vorbeikommen. Das freut uns natürlich sehr!“, schwärmt der Besitzer. Die Unterstützung geht ihm nah: „Wir hatten ein paar Tage die Aktion, dass wir unseren Kunden 10 Prozent Rabatt, bei der Abholung erlassen wollten, doch die meisten unserer Gäste wollten den vollen Preis zahlen. Das hat uns wirklich sehr gerührt!“, erzählt er. „Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei unseren treuen Gästen und hoffen für die Zukunft für uns alle nur das Beste!“ Auch Alexandru von Solo ist zuversichtlich: „Hoffentlich läuft es genauso gut oder noch besser wie in den ersten Wochen nach der Eröffnung. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass wir alle diese schwierige Zeit überstehen und uns umso mehr daran erfreuen, wenn wir wieder mehr Normalität in unser Leben begrüßen können.“

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https://www.facebook.com/solo.pizza.bio/

Fotos: privat, alle n.h.