Die Szene hält den Atem an (Teil 2) ▶️ Trinken, Tanzen, Essen in Zeiten von Corona

Auf der Friedrich-Ebert-Straße ist es noch lange nicht so wie „vor Corona“. Denn in Clubs und Bars ist Abstandhalten meist ein  Stimmungskiller, also bleiben viele Läden leer oder können gar nicht öffnen: Die Leidtragenden sind vor allem die Inhaber/innen. Wir wollen diese Stimmen nicht ungehört lassen und fragen in unserem neuen Dreiteiler (1. Teil: hier), wie all jene die Zeiten des absoluten Stillstands erlebt haben und wie und ob es jetzt weitergehen kann? Heute: Trinken in Zeiten von Corona mit Brendan und Karl.

Hofft auf baldiges Öffnen – Karl Börries

Von heute auf morgen musste Karl (Foto links) die Türen schließen: „Aus beruflicher Sicht, wurde mir am Freitag, den 13. März durch das Ordnungsamt Kassel faktisch ein Berufsverbot erteilt“, erinnert sich Karl, dessen Läden aus dem Kasseler Nachtleben nicht mehr wegzudenken sind. Keine Longdrinks mehr an den Theken von York und Club 22 – kein Anstehen mehr, um reinzukommen. „Wie lange dies dauern könnte, hängt davon ab, welchem Virologen man zuhört. Von Seiten der Politik oder Behörden gibt es dazu keine Antwort – wie auch?“ Die aktuelle Aufgabe von ihm und seinem Geschäftspartner ist es nun, die Kosten soweit wie möglich zu reduzieren. Weiterhin: „Wir suchen auch nach alternativen Umsatz-Möglichkeiten, um zumindest einen Teil der Kosten abfedern zu können und unseren Mitarbeitern/innen wieder eine Verdienstmöglichkeit zu ermöglichen“, lässt uns der Betreiber von York und Club22 wissen.

Guinness läuft wieder

Freut sich auf seine Gäste: Brendan Kennedy!

Auch Brendan – (Foto links) Irish-Pub-Inhaber – versucht das Beste aus der Zeit zu machen. „Wir arbeiten hart daran, dass der Irish Pub eine sichere Location für unsere Besucher und Mitarbeiter/innen ist, wo man sich trotz Beschränkungen wohlfühlt und es gemütlich ist. Die Rückkehr zur Normalität kommt langsam, aber wir sind auf den richtigen Weg!“, versichert er. Oberstes Ziel ist hierbei, dass der Pub ein wichtiger Teil von Kassels Night Life bleibt!

Genuss auf Abstand

Wie das aussieht? „Wir halten uns an alle Vorschriften, wie Abstand zwischen Tischen, Desinfektionsmittel für Gäste am Eingang und für Mitarbeiter/innen im Arbeitsbereich. Überall im Pub sind Plakate mit empfohlenen hygienischen Maßnahmen zu sehen. Wir geben alles, damit unsere Gäste weiter einen schönen Abend bei uns im Pub mit Freunden/innen verbringen und ein paar Bierchen genießen können“, lässt uns Brendan wissen, der aber auch dankbar für die gewonnene Zeit mit der Familie ist. Doch dabei darf man nicht vergessen: „Es besteht auch große Verantwortung für den Pub, für meine Mitarbeiter/innen und für meine Familie, denn durch die vorübergehenden Schließungen hatten wir keine Einnahmen, was für’s Business eine große Herausforderung ist.“

Generationsclub

Die große Frage, die aktuell alle Party-People bewegt ist, wie geht’s denn mit Clubs weiter? Tanzen auf Abstand – anderthalb Meter Abstand zum Barkeeper? Karl erklärt: „Unsere Hoffnung ist es, eventuell zum Ende des Jahres mit den Clubs wieder unter Auflagen starten zu können, sofern uns keine zweite Welle überkommt.“ Seine beiden Clubs gehören seit Jahrzehnten fest zum Kasseler Nachtleben und auch zu Kassels Bewohner/innen. Der Club-Betreiber bedauert, dass das Thema Feiern und die damit verbundene Freude wenig Aufmerksamkeit in der Politik findet: „Ganze Generationen haben bei uns so viele schöne Stunden erlebt.“

Geduld haben!

Karl ist klar: „Unsere Aufgabe ist es, nun alles zu tun, damit dies auch nach Corona weiter möglich ist. Wir sind für sehr viele Menschen aus der Region freude-relevant!“ Brendan schließt an, dass nun Zusammenhalt gefordert ist: Er wünscht vor allen Dingen Gesundheit und appelliert an die Geduld: „So etwas hat keiner vor uns erlebt und wir müssen in dieser Situation auch zusammen handeln und einander unterstützen!“

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