Was Du machen solltest, damit die Prokrastination wieder das Weite sucht…

Corona begleitet uns nun schon einige Wochen und wird wohl auch noch einige Zeit unseren Alltag bestimmen: Pünktlich zum Start des Sommersemesters fragen wir uns, wie Studenten/innen das denn eigentlich mit dem Arbeiten von zu Hause regeln? Beine hoch, Gin-Tonic und nebenbei Netflix kann schließlich nicht auf Dauer die Lösung sein. Wir trafen die Kasseler Studentin Steffi (Foto unten) und wollten mal wissen, ob #StayHome das Aufschieben auf die lange Bank zur Endlosschleife werden lässt?

Hier lässt’s sich lernen: Studentin Steffi in ihrem Home-Office

„Seit einigen Wochen bleibe ich nun täglich nahezu 24 Stunden zu Hause und versuche meinen Alltag so gut es geht beizubehalten“, erklärt uns Steffi, die eigentlich statt dem heimischen Schreibtisch wieder die Hörsaalbank drücken wollte. Abgesehen vom wöchentlichen Einkauf oder einem kurzen Spaziergang durch den Park verlässt sie ihre Wohnung jetzt nicht mehr. Dabei ist dies eigentlich gar nicht ihre Art, denn Steffi hatte neben der Uni noch eine ganze Menge mehr zu erledigen: „Vor etwa einem Monat war mein Alltag noch gut strukturiert und ziemlich vollgepackt. Von der Uni ging es oft direkt ins Training und abends wurden dann die letzten wichtigen Dinge für den nächsten Tag erledigt“, berichtet die Tänzerin der Großenritter Carnevals Gemeinschaft.  Das Aufschieben verschiedener Aufgaben war da kaum möglich. Doch heute ist das anders!

Nicht die (Ver)Bindung verlieren

Steffi strahlt: Hier war #StayHome noch kein Thema

Doch wie schafft es Steffi, dass sich in ihrem Leben statt perfektem Aufgaben-Timetable kein gemütliches Abarbeiten eines Serienmarathons breitmacht? „An ein Training in der Sporthalle ist momentan nicht zu denken und auch in die Uni werde ich erst mal nicht gehen können. Da es momentan aber am wichtigsten ist, dass man gesund bleibt, sich und Andere vor dem Virus schützt, muss man in diesen Tagen und Wochen umdenken, positiv bleiben und das Beste aus der Situation machen“, weiß die Lehramtsstudentin. Und erzählt uns auch gleich, wie sie es anstellt, ihrer Leidenschaft trotzdem treu zu bleiben. Denn statt dem eigenen und dem Jugendtraining – denn Steffi tanzt nicht nur selbst, sondern gibt ihr Können auch gerne an die Jüngeren weiter – in der Halle, verabredet sie sich mit den anderen Tänzer/innen, Trainer/innen und Freund/innen über Apps wie Facetime oder Zoom. „So kann man einerseits fit bleiben und andererseits die Zeit nutzen, um bisherige Trainingsmethoden zu reflektieren, neue Ziele und Trainingspläne zu erstellen.“ Wir merken: Man kann die „etwas andere Zeit“ auch durchaus effektiv gestalten.

Profit statt Prokrastination

„Natürlich versuche ich auch regelmäßig meine To-do-Liste für die Uni Stück für Stück abzuarbeiten, meine Hausarbeiten trotz geschlossener Bibliothek rechtzeitig abzugeben und aufgeschobene Aufgaben, für die sonst keine Zeit ist, sie zu machen. Ja, mein Alltag hat sich verändert, doch gleichzeitig haben sich durch diese Veränderung neue Möglichkeiten in der Kommunikation und der Arbeitsaufteilung ergeben. Ich habe deutlich mehr Ruhe und Zeit für mich und schaffe es doch täglich einiges zu erledigen, auch wenn ich etwas unproduktiver bin als sonst.“

Fotos by Pedro da Silva on Unsplash und privat n.h.