Schönheits-OPs: Was die Kasseler*innen an sich machen lassen – und was nicht…

Perfektionismus: Kaum einer strebt nicht – zumindest irgendwie insgeheim – nach ihm. Klar, dass dieser Trend nach Selbstoptimierung auch vor unserem Körper nicht Halt macht: Doch was ist eigentlich möglich an Po, Brust und Nase und was sind absolute No-Go’s? Wir sprachen mit Prof. Dr. Ernst Magnus Noah und Dr. Constanze Götz, über das, was die Kasseler Frauen und Männer so an sich machen lassen.

„Wir leben in der Zeit der sozialen Netzwerke, wo virtuelle Vorbilder eine immer größere Rolle spielen. Hier lauern natürlich Gefahren! Man muss aufpassen, dass – vor allem junge Menschen in ihrer Findungsphase – nicht einem Perfektionswahn verfallen! Hier nehme ich meine Aufgabe als Ärztin und Vertrauensperson sehr ernst, die Menschen, die zu mir kommen, aufrichtig zu beraten“, macht Dr. Constanze Götz klar. Was bei der jungen Ärztin mit Praxis im Vorderen Westen an erster Stelle steht, wird im Gespräch mehr als deutlich: „Ich lege sehr viel Wert auf ein natürliches Ergebnis, sowohl in der Optik als auch in der Haptik. Bedeutet, es soll schön aussehen und sich auch gut anfühlen. Mit einer bestimmten Form, Positionierung und Qualität der Implantate ist dies sehr gut erreichbar“, erklärt sie – bezogen auf Brustoperationen, die sie bei jungen Frauen nach wie vor im Trend sieht. Hier gehe es nicht nur um Vergrößer- und Verkleinerungen, sondern auch um Straffung, also insgesamt darum, die Brust schön zu formen. Trotz der wachsenden Zahl von Möglichkeiten, scheint beim Bodyforming der Fokus weg von „too much“ zu gehen.

Größer, weiter war mal

„Der Trend geht weg von dem Wunsch nach extremen Veränderungen hin zu einem natürlicheren Aussehen! Out ist definitiv die XXL-Verwandlung: Sei es die Schlauchbootlippe, die übermäßig volle Wange, ein starres Gesicht. Häufiger werden bereits vorhandene Implantate, auf eine kleinere Größe gewechselt. Das gab es früher nur andersherum“, freut sich die Schönheitschirurgin: „Mein Credo war schon immer, die Körperproportionen als Ganzes zu betrachten und die Brust der Silhouette natürlich anzugleichen, dass sie erst gar nicht als operiert auffällt.“ Kein Tabuthema mehr seien Operationen im Genitalbereich: „Verkleinerungen der kleinen Schamlippen sind auch in lokaler Betäubung möglich und führen zu weniger Beschwerden bei enger Kleidung, Sport und Sex“, erfahren wir von Prof. Dr. Ernst Magnus Noah. Bei jungen Männern nehme klar die Gynäkomastieoperation, also die Formung des Oberkörpers, zu. Bei frühem Haarverlust könne man mit sogenanntem „Vampirlift“ – Unterspritzungen mit Eigenblut – die Haarwurzeln stärken. Die Lippenaufspritzung sei überholt erfahren wir. Heute wird geliftet: „Hierbei wird durch einen Schnitt an der Nase die Lippe angehoben. Geht in lokaler Betäubung und ist langanhaltender als Lippenaufspritzung“, erklärt uns der Mediziner.

Psychologischer Grund: OP

Doch entgegen der Vorstellung, dass die Wartezimmer der Plastischen Chirurgen*innen nur mit jenen gefüllt sind, die sich ein paar Jährchen jünger zaubern lassen wollen, ist falsch: „Die Patienten*innen kommen früher zur Frage nach Auffrischung des Gesichtes in die Sprechstunde. Nicht erst, wenn das Gesicht bereits tiefe Falten hat, Volumen verloren gegangen ist und die Haut hängt. Männer und Frauen kommen schon Mitte zwanzig auf mich zu, um dem Alterungsprozess entgegenzuwirken oder ihn erst gar nicht aufkommen zu lassen.“ Auf die Frage nach No-Go’s sind sich die beiden einig: Es muss zur Person passen und auch wirklich gewollt sein! „Ich operiere nicht, wenn ich sehe, dass mit der Operation versucht wird Dinge, zu erreichen, die nicht möglich sind. Das bezieht sich auf psychologische Erwartungen wie auf körperliche Erwartungen“, stellt der Rote-Kreuz-Chirurg Noah, klar. Constanze Götz schließt an: „Manchmal sehe ich auch in den Gesprächen, dass eine Operation gar nicht das ist, was der Patient braucht, sondern ganz andere Hilfe notwendig wäre, um das Selbstwertgefühl zu steigern.“

Formen ohne Eingriff

„Po-Implantate machen für mich medizinisch keinen Sinn, die Infektionsgefahr ist aufgrund der anatomischen Lage hoch, und alltägliche Dinge, wie das Sitzen damit deutlich erschwert. Ich freue mich durch die neuartige Medizintechnologie von „Cristal fit“ (Muskelaufbau durch elektromagnetische Stimulation, Anm. d. Red.) sehr effizient die Gesäßmuskulatur aufzubauen und den Body damit wirklich zu formen“, schließt sie an. Der Chef der Noahklinik erklärt abschließend: „Ohne gute Vorbereitung, Aufklärung auch über langfristige Folgen darf nicht operiert werden. Es muss dem Patienten einfach total klar sein, was auf ihn zukommt. Bei Unterspritzungen bin ich es, der viele Patienten bremst – irgendwie verlieren sie manchmal die Relation der Proportionen.“

Mehr erfahren? Wir hatten Constanze nach ihrer Praxiseröffnung im Interview:

BRAUSER trifft Schönheitschirurgin Dr. Constanze Goetz

https://noahklinik.de

https://dr-goetz.de

https://www.ice-aesthetic.com/muskelaufbau/

https://www.facebook.com/dr.med.goetz/

https://www.facebook.com/noahklinik/

Fotos: HEDNAZY // AdobeStock , Privat, alle n.h.