KURZ GEFRAGT: Oliver Diaz über die KÖRPERWELTEN und die Plastination

Der menschliche Körper ist ein sehr komplexer, aber auch verwundbarer Organismus. In der Ausstellung „Körperwelten“, welche vom 21.Februar bis 17.Mai in der documenta-Halle in Kassel zu sehen ist, wird ein Blick auf das geworfen, was sich unter der Haut des Menschen verbirgt. 200 einzigartige Plastinate zeigen die Anatomie und Physiologie unseres Körpers, wie wir ihn bisher noch nie gesehen haben. Im Mittelpunkt steht das Herz, der Motor unseres Lebens, welches durch unsere moderne Lebensweise besonderen Umständen wie Bewegungsmangel oder ungesunder Ernährung ausgesetzt und deswegen anfälliger für bestimmte Krankheiten ist. Wir sprachen mit Marketingleiter Oliver Diaz, der uns mehr über die Ausstellung und die sogenannte Plastination verriet.

  1. Was erwartet die Besucher der Körperwelten in Kassel?

Die Besucher erwarten über 200 echte menschliche Präparate. Mithilfe von Ganzkörperplastinaten bis hin zu einzelnen Organen können die Besucher, durch den Blick unter die Haut, ihren eigenen Körper besser kennenlernen. Thematischer Schwerpunkt der Ausstellung ist das Herz. Die Besucher erfahren mehr über dieses Hochleistungsorgan und Krankheiten des Blutkreislauf-Systems, die heute zu den häufigsten Todesursachen zählen. In leicht verständlicher Weise werden Organfunktionen und Auswirkungen von Krankheiten anhand der Präparate erklärt.

  1. Wem empfehlen Sie die Ausstellung besonders?

Ich kann keine spezielle Besuchergruppe nennen, da ich die Ausstellung jedem empfehlen würde. Sie hilft Laien zu verstehen, wie unser Körper aufgebaut ist. Aber auch Menschen, die in ihrem Berufsleben mit Anatomie zu tun haben, können hier ihr Wissen vertiefen.

  1. Wie genau funktioniert die Plastination?

Das Plastinationsverfahren ist eine Konservierungsmethode, die 1977 von Dr. Gunther von Hagens entwickelt wurde. Durch das Verfahren ist es möglich, den Verfall des toten Körpers zu stoppen und langfristig haltbare anatomische Präparate für die wissenschaftliche und medizinische Ausbildung herzustellen. Im ersten Schritt wird der Verwesungsprozess gestoppt, indem über die Arterien Formalin in den Körper injiziert wird. Anschließend werden dem Präparat sämtliche Körperflüssigkeiten und lösliche Fette durch Einlegen in ein Lösungsmittelbad (z.B. Azeton) entzogen. Es folgt die vakuumforcierte Imprägnierung. In diesem Austauschprozess wird das Lösungsmittel gegen Reaktionskunststoff ausgetauscht. Mithilfe des Vakuums dringt der Kunststoff bis in die letzte Zelle ein. Im nächsten Schritt wird der Körper in die gewünschte Position gebracht. Je nach verwendetem Kunststoff wird im letzten Schritt durch Licht, Wärme oder bestimmte Gase das Präparat ausgehärtet. Es entsteht ein festes, geruchsloses und dauerhaft haltbares Präparat.

  1. Haben Sie ein Lieblingsausstellungsstück und wenn ja welches?

Ja, mein Lieblingsausstellungsstück ist der Organpräsentator. Bei diesem Beispiel des seitlich expandierten Körpers wird einem bewusst, wie komplex der Körper ist und wie viele Organe sich in ihm verbergen.

Mehr Infos unter: https://koerperwelten.de/stadt/kassel/ https://www.facebook.com/events/559849811516427/

Tickets unter: https://www.reservix.de/tickets-koerperwelten-kassel-eine-herzenssache/t15176 

 

Fotos: © Joseph Carlucci (n.h.)