Ich und mein… …Job im Gewächshaus ➡➡➡ Ausbildung im Gärtnerparadies

Jahrhundertalte, noch lebende Schätze pflegen – diese Aufgabe haben Alina und Kristian in ihrer Ausbildung: Die beiden arbeiten im historischen Gewächshaus im Bergpark Wilhelmshöhe und sorgen dort für eine wunderbare Blütenpracht. Wir waren neugierig, wie es ist, sich jeden Tag die Hände schmutzig machen zu können und sprachen mit den beiden 20-Jährigen.

Warum macht ihr die Ausbildung und wozu genau?

Alina: Ich bin gern draußen und interessiere mich für die Umwelt, daher kann ich mir einen Bürojob beispielsweise nicht vorstellen. Ich brauche Abwechslung, die Verbindung und Nähe zur Natur und würde mich gern in diesem Bereich weiterbilden.

Kristian: Mir macht es Spaß draußen zu sein und auch dort zu arbeiten. Der Umgang mit Pflanzen ist für mich sehr interessant, da ich viel Nützliches und Spannendes lerne das ich auch zu Hause anwenden und ausprobieren kann.

Was sind eure Aufgaben?

A: Der Beruf des Zierpflanzengärtners ist äußerst abwechslungsreich. Im Frühjahr und Sommer werden die Beete im Bergpark bepflanzt. Eine Hauptaufgabe ist das Pflegen und Gießen der verschiedenen Beete rund um das historische Gewächshaus sowie Schloss Wilhelmshöhe. Im Herbst werden die Beete abgeräumt und anschließend nach dem ersten leichten Frost von uns umgegraben. Pflanzen, die im Park im Topf eingegraben waren, werden von uns zum Überwintern in verschiedene Abteilungen hinein geholt. Hauptaufgabe ist außerdem die Aufzucht und Vermehrung von Pflanzen.

Habt ihr einen grünen Daumen und woher kommt die Leidenschaft?

A: Ich würde sagen, dass der grüne Daumen bei mir in der Familie liegt. Meine Mutter ist Staudengärtnerin und mein Vater ist Landschaftsgärtner. Ich bin also mit Pflanzen großgeworden. Vor Beginn meiner Ausbildung habe ich von 2016 bis 2018 mein Fachabitur in der Fachrichtung Agrarwirtschaft absolviert und habe in der 11. Klasse bereits mein Jahrespraktikum bei der MHK in der Gärtnerei gemacht. In dieser Zeit habe ich bemerkt, dass mir die Arbeit als Gärtnerin sehr gefällt.

K: Ich hatte durch meine Eltern, die einen Pflanzenhof in Nordshausen betreiben, schon als Kind immer eine gewisse Nähe zum Beruf des Gärtners. Interesse und Leidenschaft kamen dann während des Abiturs durch ein Praktikum in einer Zierpflanzengärtnerei dazu. Einen “grünen Daumen“ hatte ich nicht unbedingt schon vorher. Den eignet man sich in den ersten Wochen der Ausbildung tatsächlich durch die Arbeit selbst an.

Was gefällt euch an der Ausbildung am besten?

A: Mir gefällt besonders, dass es so viele verschiedene Aufgabenbereiche gibt und dass somit kein Tag langweilig wird. Es ist schön, mit so vielen gleichaltrigen Azubikollegen/innen zusammenzuarbeiten.

K: Mir gefällt die frische Luft und der Bergpark, mit seiner Vielfalt an Pflanzen. Ich finde außerdem das Große Gewächshaus toll sowie die Abwechslung die man beim Arbeiten hat. Die Ausbildung macht einfach nur Spaß.

Arbeitet ihr „nur“ im Gewächshaus oder habt ihr noch andere Bereiche?

A: Von November bis März gehen meistens eins bis zwei Azubis mit den Fachkräften ins Große Gewächshaus. Andere Bereiche sind aber zum Beispiel die historischen Teppichbeete im Park oder die Gärtnerei. In der Gärtnerei gibt es verschieden temperierte Häuser mit Pflanzen aus aller Welt. Hier fallen Aufgaben an wie zum Beispiel topfen, aussäen, pikieren, Stecklings- schnitt, gießen und die Kübelpflanzenpflege. Pflanzen ausputzen (u. a. alte Blüten entfernen Anm. d. Red.) und Auseinanderrücken sowie Erde mischen und düngen gehören außerdem zu den Aufgaben dort.

K: Nein! Wir haben auch noch andere Bereiche. Zum Beispiel die Teppich- und Schmuckbeete im Bergpark, die Anzuchtgärtnerei oder auch die Obsternte der Landgräflichen Streuobstwiesen.

Wie ist es in so einem historischen Gebäude zu arbeiten?

A: Es ist anders als beispielsweise in der Gärtnerei. Im historischen Gewächshaus trifft man Besucher und kann Fragen beantworten. Im Gewächshaus stehen zudem sehr alte Kamelien (Teestrauchgewächs Anm. d. Red.), die findet man sonst selten. Es wurde mir schnell bewusst, wie lange das Gebäude mit diesen Pflanzen schon existiert und das macht mich dann schon sprachlos. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, wie es damals gewesen sein könnte.

K: Die meiste Zeit macht man sich gar nicht so viele Gedanken darum, bis man dann nach Hause kommt und einem bewusst wird, dass die Kamelie an der man heute Morgen noch die verwelkten Blätter entfernt hat, gut und gerne fast 200 Jahre alt ist. Das beeindruckt einen dann doch.

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