Das erste Mal „Tauchen“ ▶▶▶ Warum Du’s ausprobieren solltest….

Zugegeben: Stefan macht’s nicht zum ersten Mal, sondern ist ein wahrer Profi auf seinem Gebiet: unter Wasser. Der 49-Jährige war da, wo viele niemals hinkommen werden, denn um in alten Wracks und Bergwerken zu tauchen, muss man eine lange Ausbildung machen. Wir sprachen mit dem Unterwasserkameramann über seine coolsten Erlebnisse und auch Gefahren beim Tauchen. Wer jetzt Lust bekommt, es ihm gleichzumachen, sollte ihn in seiner frisch gegründeten Tauchschule besuchen: Hier gibt’s Unterwasserwelt-Faszination inklusive! Und so werdet Ihr vielleicht bald das erste mal Tauchen!

Wie kamst Du zum Tauchen?

Ursprünglich durch meinen „Hauptberuf“ als Kameramann, dort musste ich den Tauchschein machen, um Unterwasser filmen zu können. Erst danach habe ich festgestellt wie schön, faszinierend und vielfältig die Unterwasserwelt ist und dass Tauchen auch Spaß macht. Heute mache ich Dokumentationen für divevideo.de sowie Auftragsarbeiten für RTL, den Hessischen Rundfunk, N24, Deutsche Welle sowie das Litauische Fernsehen

Worüber muss ich mir im Klaren sein, bevor ich das erste Mal tauche?

Du musst bedenken, dass Du dich ja in einer Umgebung bewegst in der Du ohne Dein Tauchgerät und spezielle Ausrüstung gar nicht überleben kannst. Tauchen lernen bedeutet, dass Du grundsätzliche Techniken von deinem Tauchlehrer – Instructor – erlernst, aber immer innerhalb Deiner Grenzen und der Deiner Ausbildung bleiben solltest. Darüber hinaus ist Deine Eigenverantwortung gefragt: Du musst entscheiden, wie weit Du gehen willst, und dann wird Dir Dein Instructor helfen Deine Ziele zu erreichen.

Welche Risiken bringt tauchen mit sich?

Wie bei vielen Sportarten ist es eigentlich Deine Selbstüberschätzung, die Dich in Gefahr bringt. Prinzipiell musst Du bedenken, dass eine gute Ausbildung hilft, Gefahren wie Lungenüberdehnungsverletzungen oder Ertrinken auszuschließen. Das solltest Du ernst nehmen und daran auch nicht sparen!

Wie lange muss ich im Becken üben, bis ich ins weite Meer loskann?

Zum Grundtauchschein, PADI Open Water diver (OWD), sind meistens drei Abende im Pool und ein Wochenende am See erforderlich. Die Tauchtheorie wird meist online vermittelt und in Unterrichtsintervallen vor den Pool-Tauchgängen. An den drei Abenden machen wir fünf Pool-Tauchgänge und an den beiden Wochenenden vier Tauchgänge im See.

Was ist so aufregend am Höhlen- und Wracktauchen?

Spannend ist es, immer dorthin zu tauchen wo vor mir noch niemand war und das sind eben tiefe Wracks, Höhlen und Bergwerke. Der besondere Reiz liegt für mich darin, dass zum Beispiel ein Bergwerk völlig unangetastet ist, Maschinen und Werkzeuge liegen herum wie an dem Tag, als das Bergwerk geflutet wurde. Bei Wracks finde ich besonders interessant, wenn alles so geblieben ist wie beim Untergang: Wir haben in Laderäumen von 70 Jahre alten Wracks im Baltikum schon Bücher in Holzkisten gefunden, Schuhe, Waffen und mehr. Das ist wirklich interessant.

Kann man alleine tauchen oder immer im Team?

Beim Sporttauchen ist das Tauchen im Team 2er Team oder 3er Team obligatorisch, erstens macht es zu zweit mehr Spaß und zweitens könnt ihr euch gegenseitig helfen.

Wie wird man Profitaucher?

Beim Sporttauchen ist die Grenze dort gesetzt, wo man zum Beispiel aufgrund von Stickstoffaufsättigung im Körper, jederzeit auftauchen kann. Hast Du ein Problem, kannst Du jederzeit auftauchen, ohne zu stoppen. Das nächste Level ist das Sättigungstauchen oder technisches Tauchen. Dort musst Du bestimmte Stopps in bestimmten Tiefen einlegen und darfst nicht gleich auftauchen.

Die Ausbildung zum technischen Taucher beinhaltet viele Stufen, so habe ich bis zum Full-Cave Taucher zwei Jahre gebraucht. Und speziell hier gilt: Die Ausbildung ist niemals zu Ende. Du musst ständig im Training bleiben und auch technisch auf dem neusten Stand. à Würde ich wegen vieler Fachbegriffe rauslassen… Ich wollte Stickstoffaufsättigung eigentlich im (Anm.d. Red. Erklären, aber das ist kaum in Worte zu fassen 😀 )

Dein spannendstes Erlebnis unter Wasser?

Letztes Jahr durfte ich am Wrack der Prezidentas Smetona tauchen. Es handelt sich um das erste litauische Kriegsschiff, also historisch sehr interessant.

Für den Tauchgang mussten extra zwei Wasserstraßen im Golf von Tallinn (es ist zwar klar, was er meint, aber ich glaube (laut Google 😉 ) dass es diesen Ausdruck so nicht gibt… Alternativ könten wir „bei Tallinn“ schreiben… gesperrt werden, was einen großen logistischen Aufwand bedeutete. Und mein Filmmaterial ist im litauischen Fernsehen gelaufen und dient dazu ein 3-D-Modell des Schiffs zu entwickeln für die Universität von Klaipeda. Ein beeindruckendes Unternehmen. Es wird allerdings ein Einzelfall bleiben: Die Sperrung der Schifffahrtswege für mehrere Stunden ist wohl nur einmalig möglich.

Warum sollte jede/r das Tauchen mal ausprobiert haben?

Sich schwerelos unter Wasser zu bewegen und im wahrsten Sinne des Wortes in eine andere Welt einzutauchen, das ist doch schon was… Die Menschen waren schon im Weltall, auf dem Mond, aber die meisten Teile des Meeres sind noch unbekannt und unberührt, also Leute: Geht tauchen, das entspannt!

Ein Video vom Tauchen zum Wrack der Prezidentas Smetona:

https://vimeo.com/351122638

http://www.tauchsport-pape.de

https://www.facebook.com/tauchsportpape/?modal=admin_todo_tour

https://www.divevideo.de

Fotos: © Stefan Pape, © Jenny Schäfer, alle n.h.