BRAUSER trifft… …Madlen, Steffi und Julia – die Drei von der NEUEN DENKEREI

Bei dem Gespräch mit den drei Frauen sprudelte die Lebensfreude nur so aus ihnen heraus: Traumjob, fällt mehrmals in unserem Gespräch: So viel positiver Spirit? Das kann doch nur anstecken! Ein Grund mehr im Coworking/ Veranstaltung/ Workshop -Space bei Julia (35), Madlen (40) und Steffi (34) vorbeizuschauen. Für wen das nicht Anreiz genug ist, sollte hier weiterlesen und noch mehr über die Powerfrauen und die Neue Denkerei erfahren!

Woher kennt ihr euch?

Julia: Madlen und ich waren Kolleginnen. Steffi kam noch vor der Eröffnung, während der Renovierung eher zufällig in die Neue Denkerei. Dort haben wir uns getroffen und es war Liebe auf den ersten Blick.

Wie kam die Neue Denkerei zustande?

M: Die Idee zur Neuen Denkerei kam vor der letzten Documenta auf. Damals wollten Julia und Madlen einen Workshop- und Coworking-Space schaffen, dessen Atmosphäre, Angebote und Ideen dazu beiträgt, dass die Menschen, die nach Kassel kommen, sich vernetzen und gegenseitig inspirieren. Einen passenden Raum zu finden war sehr schwierig in Kassel – geklappt hat es dann lustigerweise über ebay-Kleinanzeigen. Die Neue Denkerei wurde dann nach halbjähriger Konzeptions-, Renovierungs- und Startphase im März 2018 eröffnet.

Was ist das Besondere an der Neuen Denkerei?

J: Wir sind kein Tagungshotel, kein Seminarraum, sondern ein Ort der Inspiration. Bei uns läuft alles eher unkonventionell ab, ein bisschen überraschend und „cooler” als man es in Kassel sonst erwartet (lacht). Die Neue Denkerei verbindet Coworking Space, Innovationslabor und Veranstaltungsort und lebt vor allem durch die positive Atmosphäre und das Start-up-Flair. Offenheit und Wertschätzung sind uns dabei besonders wichtig!

M: Dabei bieten wir nicht nur tolle Räume, sondern auch Inhalte. Das heißt, wir bieten eigene Seminare und Veranstaltungen an, moderieren Workshops unserer Kunden und sind natürlich ständig dabei Menschen zu vernetzen und begeistern. Darüber hinaus laden wir auch Experten/innen ein, von denen wir begeistert sind, damit sie bei uns Veranstaltungen anbieten.

Was für Workshops bietet ihr an?

Steffi: Wir bieten Workshops, Seminare und Austauschformate zu Zukunftsthemen an. Schwerpunktmäßig geht es bei uns um das Thema neues Arbeiten – eins unserer Herzensthemen.

J: Wir geben Vorträge zum Thema New Work, Workshops zur Strategieentwicklung und zum Design Thinking.

Was können wir uns unter Design Thinking vorstellen?

S: Beim Design Thinking nimmt man die Arbeitsweise und Haltung eines Designers ein und überträgt diese auf die Entwicklung von Dienstleistungen oder Produkten und Angeboten. Der Kern dabei ist, nicht davon auszugehen, was dem Kunden gefallen könnte – meistens gefällt es dem Entwickler selber am besten – sondern welches Nutzer-Problem ein Produkt oder eine Dienstleistung bestmöglich lösen kann. Wenn man das konsequent durchzieht, kommen Ergebnisse raus, die einen wirklichen Nutzen bringen, und die der Kunde braucht.

Welche Ängste und Hoffnungen hattet ihr vor dem Start und haben sie sich bestätigt oder nicht?

M: Wir hatten gehofft, dass ein inspirierender Ort auch inspirierende Menschen anzieht und was sollen wir sagen? Der Plan ist aufgegangen!

Seid ihr Kaffee- oder Teetrinkerinnen?

J: Eindeutig: Kaffee! Nur unterscheiden wir uns dabei: Madlen und ich sind Filterkaffee-Moccamaster-Fans und Steffi lässt sich ihren Cappuccino nicht nehmen (lacht).

Welche Vorteile hat Coworking?

S: Beim Coworking arbeiten Menschen unabhängig voneinander am selben Ort und sind trotzdem eine Gemeinschaft. Diese Community bringt Austausch, Unterstützung und ein Netzwerk. Das passiert natürlich nicht unbedingt von alleine. Dafür braucht es ein gutes Community-Management, das dafür sorgt, dass jeder Coworker gut in diese Community integriert ist. Das ist der große Unterschied zu rein kommerziellen Büro- und Desksharing-Anbietern.

M: Wir sind Mitglied in der German Coworking Federation, dem deutschen Verband der Coworking Space Betreiber, denen dieser Community-Aspekt besonders wichtig ist.

Ist Coworking die Zukunft?

J: Wir sind überzeugt, dass in Zukunft viel mehr Menschen nicht immer am selben Ort, mit denselben Kollegen arbeiten werden, sondern Arbeiten sich auch örtlich viel mehr flexibilisiert. Und dafür eignen sich Coworking-Spaces perfekt.

Wer kann einen Platz bei euch bekommen oder warum sollte er oder sie?

M: Bei uns kann jede/r einen Arbeitsplatz bekommen, der oder die mobil arbeiten kann. Jede/r, der mal außerhalb des Unternehmens oder des Homeoffices arbeiten möchte und Austausch und Inspiration sucht, ist bei uns richtig. Bei uns gibt’s ein tolles Umfeld, schnelles WLAN, guten Kaffee und verschiedene Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen. So fühlt sich der Tag gar nicht mehr nach Arbeit an, man schafft aber trotzdem meistens mehr als üblich! Man kann es über ein Tagesticket oder eine 10er Karte ganz einfach mal testen.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf von euch aus?

S: Jeder Tag wird neu gedacht. Und das ist das Spannende. Es gibt reine Coworking-Tage, Tage an denen wir einen Kundentermin nach dem anderen haben. Dann gibt es wieder Tage, an denen wir Workshops und Seminare moderieren oder auch als Speaker bei Veranstaltungen sind.

Wie ist eure Arbeitsaufteilung?

S: Eine ganz klassische Arbeitsaufteilung haben wir nicht, dafür sind wir alle Allrounder und im Start-up-Modus. Jede hat zwar ihre Schwerpunkte, aber meistens geht alles Hand in Hand. Wir sind alle drei doch sehr unterschiedlich und genau das macht unser Team wohl aus. Wir haben uns passend zum Typ beschreibende Begriffe überlegt die es gut auf den Punkt bringen:

Madlen Aha! – Madlen ist hervorragend im Hinterfragen. Dabei sorgt sie bei ihren Moderationen und Workshops für echte Aha-Momente. Wenn man Madlen als Moderatorin hat, so sind Erkenntnisgewinne garantiert.

Julia Wow! – Julia steht für Überraschungen und die besonderen Momente. Sie ist ein echtes Event-Talent und es gibt kaum eine Kreativitätsmethode, die sie nicht kennt. Mit ihren Ideen und ihren unkonventionellen Inszenierungen schafft sie wahre Wow-Momente.

Steffi Yeah! – Steffi vermittelt in ihren Workshops und Moderationen ein Gemeinschaftsgefühl, eine Aufbruchsstimmung und ein Yeah-Gefühl. Danach fühlen sich die Kunden elektrisiert und wollen meist sofort loslegen.

Was schätzt ihr an den anderen beiden?

J: Madlen und Steffi sind absolute Powerfrauen. Ich bin jeden Tag sehr glücklich, dass ich mit ihnen zusammenarbeiten darf – das macht meinen Traumjob aus (lacht).
Steffi ist meine persönliche Marketing-Koryphäe – ich glaube, Steffi träumt sogar in Posts. Es ist unglaublich, wie sich unsere Social-Media-Aktivitäten verbessert haben, seit sie dabei ist. Außerdem ist

Steffi unglaublich vielseitig und eine Netzwerkerin par excellence. Es gibt nicht viele Leute in Kassel, die Steffi nicht kennen (lacht). Bei Madlen

frage ich mich manchmal, wie viele Madlens es gibt und ob sie sich heimlich geklont hat. Denn sie bringt alles unter einen Hut: ihre Familie, ihre drei Kinder, zwei Jobs, Sport und ihre vielen Interessen. Mit Madlen kann man sich über alles unterhalten, denn sie hat einen riesigen Interessensschatz. Sie ist für mich der Inbegriff von Multitasking.

M: Ohne Julia und Steffi würde ich irgendwo noch ganz am Anfang stehen. Sie sind beide absolute Macherinnen und verkörpern durch ihre unendlich positive Energie den guten Spirit bis in die Haarspitzen. Julia ist wahnsinnig ideenreich und schafft es

immer wieder mit manchmal nur kleinen Twists, die Dinge schöner und besonderer zu machen und unseren Kunden ein Leuchten ins Gesicht zu zaubern. Sie setzt Dinge unglaublich schnell um und hilft, bevor man selber weiß, dass Hilfe eigentlich gut wäre. Dank Steffis Zielorientierung und strategischem Denken haben wir wirklich einen Quantensprung nach vorn’ gemacht. Ihre einzigartige Motivationsgabe, gepaart mit Witz und Schlagfertigkeit machen die Zusammenarbeit fast jeden Tag zu einem kleinen Fest.

S: Julia ist unsere Herzlichkeits-Bombe – jeder fühlt sich sofort wohl und gut, sobald Julia dabei ist oder am Werk war. Die perfekte Gastgeberin. Madlen ist unglaublich scharfsinnig, tiefgründig und pragmatisch. Sie stellt die richtigen Fragen und kratzt nicht nur an der Oberfläche. Perfekt zum Philosophieren und richtige Entscheidungen treffen.

Wie lässt sich Familie mit einem Geschäftsführungsjob verbinden?

M: Machen wir uns nichts vor: Es ist sehr anstrengend einen Geschäftsführungsjob und Familie miteinander zu verbinden. Das geht nur, weil wir uns aufeinander verlassen können und an einem Strang ziehen. Wir können uns gegenseitig sehr gut vertreten, was vieles erleichtert, wenn man zum Beispiel mal im Urlaub ist.

J: Unsere Mitarbeiter/innen entlasten uns auch sehr. Wir haben ein motiviertes, tolles Team, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten können und auf die wir uns verlassen können. Sie denken mit, sind selbstständig und wahre Organisationstalente. So ein Job und Familie ist nur machbar, da unsere Männer uns 100 % unterstützen und Familienaufgaben selbstverständlich zu gleichen Teilen wie wir übernehmen.

Julia, was ist eine Green Eventmanagerin?

J: Eine Green Eventmanagerin achtet bei der Konzeption und Organisation von Events auf Nachhaltigkeit. Um dieses große Thema runter zu brechen: Es geht darum, der Umwelt durch ein Event nicht zu schaden, sondern aktiv dazu beizutragen, dass Meetings und Events umweltfreundlich sind.

Das fängt bei der Mobilität – wie kommen die Teilnehmer zum Veranstaltungsort – über Ernährung – geht’s auch regional und saisonal? – bis hin zur Auswahl von Materialien und Müllvermeidung. Man kann an sehr vielen Stellschrauben drehen und wenn man sich diese Thematik bewusst macht, so ist es toll, wenn man aktiv mit seiner Arbeit dazu beitragen kann, dass sich die Kunden und die Umwelt wohlfühlen.

Und wie setzt ihr Liebe zur Umwelt in eurem Unternehmen um?

J: Wir arbeiten vor allem mit regionalen Lieferanten zusammen. Wir achten bei der Auswahl von Materialien auf Recyclingmaterialien. Auch bei Stiften, Post-ist und Papieren. Wir versuchen, auf so viele Verpackungen wie möglich zu verzichten, auch wenn dies tatsächlich ein Punkt ist, an dem wir noch besser werden können. Und was uns sehr wichtig ist, wir arbeiten mit Foodsharing Kassel, dem FairTeiler zusammen, so dass kein Essen im Müll landet. Und wir überlegen aktuell ein Lastenrad für unsere Besorgungen anzuschaffen.

Julia und Madlen, wie sehen eure Workshops an der Uni aus?

J: Wir setzen bei unseren Workshops an der Uni vor allem auf kurze Inputs und selbstständiges Arbeiten der Studierenden. Wir möchten in unseren Workshops den Studierenden eine andere Art des Arbeitens vermitteln, die Spaß macht und dabei auch effizient ist.

M: Das Feedback ist durchgehend positiv, obwohl die Studierenden häufig von uns „ins kalte Wasser” geworfen werden. Es ist toll, zu sehen, wie engagiert und begeistert die Studierenden sind.

Unternehmt ihr auch Dinge abseits des Jobs zusammen?

J: Aktuell leider viel zu wenig, weil wir viel zu viel um die Ohren haben, obwohl wir uns eigentlich ziemlich einig dabei sind, wie ein toller Abend ohne Arbeit in Kassel aussieht.

Steffi, Ehrenamt ist Dir wichtig? Warum und was machst Du?

S: Ich mag es nicht zu jammern und dann nichts zu ändern. Und dann habe ich mich dabei ertappt wie ich vor einiger Zeit sagte: Es müssten viel mehr junge Leute aktiv etwas

für unsere Gesellschaft tun. Oder in die Politik gehen. Das kann doch so nicht weitergehen. Tadaaa! (lacht). Uns geht es allen so gut und unsere Generation hat es bisher irgendwie verpasst, sich ehrenamtlich zu engagieren. Aber nur so kann es funktionieren. Nur zu meckern über die Politik und die anderen kann nicht der Weg sein. Ich engagiere mich aktiv für die JUMPERS – Jugend mit Perspektive. Einer tollen Initiative, die sich um Kids und Jugendliche kümmert bei denen bisher nicht alles immer super lief, um ihnen neue Perspektiven zu geben.

Eure Lieblingspodcasts?

S: Weg vom Beruflichen und perfekt zum Abschalten: Herrengedeck! Pure Lustigkeit und Leichtigkeit! Und womöglich gibt es da bald auch was von uns… da darf ich aber noch nicht zu viel verraten. Seid gespannt!

J: privat: Fest und flauschig mit Jan und Olli sowie den Radfunk. Beruflich: Sinneswandel und die Arbeitsphilosophen – die Zukunft der Arbeit.

M: Auf den Job bezogen: On the way to new work. Privat bin ich froh, wenn mal keiner redet.

Was macht ihr, wenn ihr nicht in der Neuen Denkerei seid?

S: Ganz viel Zeit mit Freunden verbringen – am liebsten in der Sonne im Vorderen Westen sitzen, Wein trinken und lachen.

J: Da ich letztes Jahr Mutter geworden bin, genieße ich die Zeit mit meiner wunderbaren Tochter und bestaune jeden neuen Entwicklungsschritt. Meine Familie und Freunde sind mir sehr wichtig und ich bin glücklich, wenn ich mit ihnen Zeit verbringen kann.

M: Ich arbeite neben der Neuen Denkerei auch mit einer halben Stelle bei SMA. Dort mache ich Führungskräfteentwicklung. Wenn ich nach Hause komme, geht es dann mit meinen drei Söhnen turbulent weiter.

Wobei könnt ihr richtig abschalten?

S: Mein Geheimtipp: Meditation. Jeden Morgen vor dem Start in den Tag.

J: Mit viel Grün um mich herum, zum Beispiel bei einem Waldspaziergang oder so. Da eignet sich Kassel natürlich perfekt.

M: Draußen sein ist mein Lebenselixier, beim Wandern oder auf dem Rennrad oder in meinem Garten. Aber auch Yoga ist großartig zum Abschalten.

Eine Frage, die ihr alle mit „Ja“ beantworten würdet?

J: Sicherlich für uns alle: Freut ihr euch auf 2020 in der Neuen Denkerei?

Worauf ist jede Einzelne von euch 2019 stolz?

S: Diese großartige Teamleistung, die Neue Denkerei innerhalb eines Jahres in Kassel so großartig etabliert zu haben. Jedes Mal, wenn jemand begeistert von der Neuen Denkerei spricht, fange ich an zu strahlen.

J: Darauf, dass wir es gemeinsam geschafft haben, so viel in einem Jahr unterzukriegen: eine Renovierung und einen Ausbau, die Denkerei strategisch weiterzuentwickeln, tolle Mitarbeiter/innen einzustellen, sehr viele zufriedene Kunden glücklich zu machen und dabei – auch wenn’s stressig wird – stets uns an unserer Arbeit zu erfreuen.

M: Ich kann es selber manchmal gar nicht glauben, was wir zusammen auf die Beine gestellt haben in so kurzer Zeit. Am meisten stolz bin ich, dass so viele Menschen positiv über die Neue Denkerei denken und sprechen.

Worauf freut ihr euch 2020?

M: Ich freue mich auf neue und wiederkehrende Kunden. Wir wollen unser Workshop-Programm ausbauen, darauf bin ich gespannt. Und kaum abwarten kann ich die technische Neuausstattung unseres Open Spaces. Da werden wir tolle Sachen realisieren, auf die man gespannt sein darf.

J: Wir haben wahnsinnig viele Ideen im Kopf und ich freu’ mich darauf, einen Großteil umzusetzen. Ich freue mich auf viele schöne Begegnungen mit unseren Kunden und auf spannende Veranstaltungsformate. Ich freue mich auch darauf, wieder mehr in der Neuen Denkerei zu sein. Und ich freue mich gleichzeitig auf wunderbare Erlebnisse mit meiner frischgebackenen Familie.

S: Klar auf alles Neue in der Neuen Denkerei. Aber was die letzten Jahre viel viel zu kurz kam: Mehr schöne Dinge neben dem Job. Das ist das Schlimme an einem Traumjob: Es fühlt sich so wenig nach Arbeit an, dass es sich mit dem Privatleben vermischt. Das ist toll, aber trotzdem muss man sich auch mal Zeit für die schönen Dinge neben dem Job nehmen. Und das versuche ich in 2020 ganz bewusst.

 

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Ihr wollt wissen, was Julia mit Foodsharing meint? Lest hier:

https://brauser24.de/2019/10/gekocht-fuer-den-muell/

 

 

Fotos: Privat (n.h.)