Das erste Mal… ….bei einer Bestattung: Es gibt 3 NoGo’s !!!


Etwas, das immer unpassend und immer zu früh eintritt: der Tod eines geliebten Menschen. Doch so schwer dies zu akzeptieren ist – sterben gehört zum Leben dazu.
Die Trauer und den Schmerz können wir leider keinem nehmen, doch euch um eine Sorge erleichtern: Wie verhalte ich mich auf einer Trauerfeier? Der BRAUSER sprach mit Marco Jandke, Bestatter bei Grosch & Jandke Bestattungen – erfahrt hier, warum neongelb zu tragen kein No-Go ist.

– Wie läuft eine Beerdigung in der Regel ab?

Das kommt ganz auf die Art der Beerdigung bzw. Bestattung an. Es gibt, je nach Ethnie oder Herkunft, regionale Zugehörigkeit und so weiter verschiedene Arten wie eine Beerdigung bzw. eine Trauerfeier abläuft. In der Regel ist es so, dass die Angehörigen am Ort wo die Beisetzung stattfinden soll gemeinsam eintreffen. Das ist meistens der Friedhof auf dem der Verstorbene beigesetzt bzw. beerdigt werden soll, bei einer Seebestattung ist es in der Regel das Boot, mit dem hinaus auf’s Meer gefahren wird und von dem aus die Urne mit den sterblichen Überresten der verstorbenen Person beigesetzt wird. Meistens begleitet ein Pfarrer oder eine Pfarrerin die Trauerfeier und hält eine Rede. Bei der Rede werden in der Regel noch einmal die einzelnen Stationen und Wegpunkte die der Verstorbene in seinem Leben beschritten hat angesprochen und die verstorbene Person wird in ihrem Wirken und handeln noch ein letztes Mal gewürdigt. Ist die verstorbene Person kein Mitglied in der Kirche, übernimmt anstatt von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin ein/e Trauerredner/in die Rede. Manchmal halten auch Freunde und Kollegen, oder alternativ Familienmitglieder eine Rede – oftmals wird jedoch vonseiten der Familie, Freunden und Kollegen darauf verzichtet, die meisten Menschen sind in Ihrer Trauer sehr emotional und es fällt Ihnen dadurch sehr schwer, die richtigen Worte zu finden und eine Rede zu halten – von daher ist es relativ selten, dass sich Angehörige selbst dazu bereit erklären eine Trauerrede zu halten. Die Menschen die um den Verstorbenen Trauern gehen dann nach der Rede mit dem Sarg oder der Urne zum Grab und setzen die sterblichen Überreste der verstorbenen Person bei. Danach wird oft noch gemeinsam ein Trauercafé ausgerichtet, die Angehörigen, Freunde und Kollegen des Verstorbenen treffen sich hierbei meistens in einer dafür geeigneten Lokalität und trinken noch gemeinsam einen Kaffee und essen eine Kleinigkeit und gedenken dabei noch einmal der verstorbenen Person.

– Drei No-Gos auf einer Beerdigung?

Klingelnde Handys während der Trauerrede, klingelnde Handys während der Trauerrede und noch mal klingelnde Handys während der Trauerrede … ansonsten ist weitgehend – nach Absprache mit allen beteiligten wie Friedhofsverwaltung, Bestatter und Familie möglich – solange es nicht den rechtlichen Rahmen sprengt in dem wir uns alle zu bewegen haben – soll heißen, eine Ladung Polenböller um den Verstorbenen zu verabschieden, (weil der verstorbene zu Silvester gern geböllert hat) ist sicherlich ein netter Gag, allerdings dem Umstand gegenübergestellt nicht angemessen … hat der Verstorbene jedoch gern eine bestimmte Musikrichtung gehört, so ist es in der Regel absolut kein Problem noch ein letztes Mal eines seiner Lieblingsstücke zu spielen – hierbei gibt es weitgehend keine Einschränkungen – in der Regel können auch besondere Wünsche berücksichtigt werden, solange man sich im Rahmen des Gesetzes bewegt.

– Gibt es Unterschiede, wenn ich als Bekannte/r oder Verwandte/r zu einer Beerdigung gehe?

Nein, eigentlich nicht – man ist Gast auf der Trauerfeier und sollte sich den Umständen entsprechend ordentlich und dem Anlass gebührend verhalten.

– Muss ich schwarz tragen?

Nein, das muss man nicht –  es ist grundsätzlich alles erlaubt was gefällt – in Neongelb gehüllt mit Pink ist auch möglich und mittlerweile (gerade bei den alternativeren Formen der Bestattung) auch des Öfteren der Fall.

– Muss ich Sand, Erde, Blumen in das Grab werfen?

Nein, auch das ist kein „Muss“ … oftmals steht ein Körbchen mit Blütenblättern bereit, hier kann man eine Handvoll nehmen und sanft ins Grab werfen / rieseln lassen. Manche Leute bringen auch eine einzelne Blume (oft eine Rose) mit und werfen diese ins Grab, oder legen sie am Grab nieder.

– Wie drücke ich am besten mein Beileid aus (als nicht direkt Betroffene/r)?

Das ist eine Frage, die man nicht so ohne Weiteres beantworten kann. Es kommt auf die Verbindung an, die man zu den Angehörigen hat, es kommt auf die Verbindung an, die man zum Verstorbenen hatte. Ich halte es für mich persönlich so, dass ich die Menschen umarme – wenn es kulturell kein No-Go ist, das ist die wahrscheinlich ehrlichste und schönste Art wie man seine Anteilnahme ausdrücken kann. Wem das Zuviel ist, oder zu persönlich ist, der kann natürlich auch eine Karte schreiben und sein Beileid ausdrücken – oder einfach nur eine Blume niederlegen. Eigentlich ist hierbei alles machbar, ebenso wie bei der Kleiderwahl … es kommt immer ein bisschen auf die Familie und eben auch auf die verstorbene Person an.

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