BRAUSER trifft… Seyma Esen von der GeNussRösterei

Das ganze Jahr über duftet es hier wie auf dem Weihnachtsmarkt. Der Familienbetrieb GeNussRösterei lässt Geschmacksträume wahr werden: Hier findet ihr Gebrannte Nussspezialitäten aller Art, aber auch Leckereien wie Cookies in Vollmilchschokolade. Produziert wird direkt hinter der Ladentheke – in der Holländischen Straße – frischer kann man seinen Sonntagabend-Snack nicht bekommen. Wir trafen uns mit der Inhaber-Tochter Seyma Esen. Umgeben von Mandel-Duft erfuhren wir von der 28-Jährigen, wie es ist mit Mama, Papa, Partnern und Geschwistern zusammenzuarbeiten.

Was ist Deine Aufgabe hier, Seyma?

Ich kümmere mich hier um alles, was im Büro anfällt: Rechnungen, Bestellungen und so weiter. Mein Mann und ein paar Damen kümmern sich bei uns um die Produktion.

Wie viele Mitarbeiter seid ihr?

Meine Eltern, die Firma gehört hautsächlich meiner Mutter, mein Partner und dann haben wir noch drei Mitarbeiter. Es ist eben ein Familienbetrieb.

Wie lange bist Du schon dabei?

Ich bin mit dem Laden aufgewachsen.

Hast Du dann vorher was anderes gelernt oder war klar, dass Du im Familien-Geschäft bleibst?

Nein, ich bin hier wirklich reingewachsen (lacht). Ich habe fast alles von meinem ältesten Bruder gelernt. Er war auch lange hier dabei, hat mir dann alles beigebracht und ist dann seinen eigenen Weg gegangen.

Planst Du dann das Geschäft auch zu übernehmen?

Ja, das ist der Plan. Allerdings sollen wir Kinder zusammen den Laden übernehmen. Ich und meine zwei Geschwister. Hier freue ich mich vor allen Dingen, dass wir drei gut zusammenarbeiten können.

Feste Arbeitszeiten gibt’s dann bei der Menge an Arbeit vermutlich nicht?

Nein, das ist aber auch sehr schön wegen meiner Kinder. Ich kann immer so planen, dass es mit ihnen passt. Ich habe auch meine Arbeitsunterlagen zum Teil zu Hause, dann kann ich arbeiten, wenn die beiden schlafen. Ich mache den Job zum größten Teil eben für meine Familie, ich will einfach helfen. Es ist immer schön, wenn man mit jemandem arbeitet, den man kennt. Aktuell lerne ich noch eine neue Mitarbeiterin an, die mich im Büro unterstützt, weil ich bald in Elternzeit gehen werde. Ich habe schon einen Sohn und eine Tochter und möchte mir dann Zeit für sie nehmen.

Seit wann gibt es die GeNussRösterei?

Die GeNussRösterei gibt es seit wir in Kassel sind. Mein Vater hat sie hier gegründet. Vorher haben wir in Thüringen gelebt und da hat mein Vater auch mit Nüssen gearbeitet, aber in viel größerem Stil – er hat dort Großhändler beliefert.

Bist Du in Thüringen geboren?

Nein, in Istanbul. Wir sind als ich fünf war nach Bremen, dann 2003 nach Thüringen und dann nach Kassel gezogen.

Wie kam er auf die Geschäftsidee?

Genau weiß ich das nicht – ich war ja auch noch klein. Aber es ist inzwischen erfolgreich, denn wir beliefern im Umkreis fast alle Rewe-, Edeka- und SB-Märkte. Und auch Herkules-Märkte.

War das ein Ziel, die regionalen Händler zu beliefern?

Ja, auf jeden Fall. Aber das heißt nicht, dass wir nicht auch größer denken. Wir haben auch Händler in Bielefeld, Göttingen und Korbach. Frische Nüsse kommen eben überall gut an! Aber in Kassel produzieren wir, deshalb gehören wir hierher.

Wo werden eure Produkte produziert?

Hier, bei uns! Wir planen zwar, in eine größere Produktion umzusteigen, weil die Nachfrage immer größer wird. Aber mein Papa kann sich nicht entscheiden wohin. Ich denke, wir werden bald umziehen mit der Produktion, aber wenn dann sollte es jetzt endgültig sein!

Wie kommen denn die Nüsse zu euren Kunden?

Wir haben zwei Mitarbeiter im Außendienst, die liefern aus und bringen die Bestellungen zu uns. Ich bin dann erst zuständig für die Kunden, wenn sie ein Problem haben sollten. Mein Vater beliefert auch selbst.

Das ist bestimmt auch viel Arbeit?

Ja, aber mein Vater liebt arbeiten. Er ist eigentlich schon Rentner, aber er hat schon immer gearbeitet und kann nicht ohne.

Und die Sorten-Vielfalt sind auch alles eure Ideen?

Ja, das entwickelt alles mein Vater.

Wie viele Sorten habt ihr?

Aktuell 32 Varianten. Wir hatten früher noch mehr Produkte, wie zum Beispiel Energie-Bällchen, aber wir wollten uns auf das Wichtigste beschränken. Das ist auch besser für die Kunden, heißt aber nicht, dass keine neuen Sorten dazu kommen können. Natürlich haben wir auch Weihnachtsprodukte oder mal Herbst-Aktionen.

Gibt’s aktuell Ideen?

Wir überlegen aktuell Gebäck anzubieten zu Weihnachten, aber das ist noch in Planung.

Was ist Dein Favorit?

Wenn man von Gebranntem ausgeht, dann gebrannte Cashew-Kerne. Wenn wir von Schokoliertem sprechen, dann Erdnüsse mit Schoko. Und Zimt-Schoko ist auch gut!

Was machst Du, wenn Du nicht hier bist?

Ich bin viel mit meinen Kindern unterwegs.

Plant ihr auch einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt?

Nein, das haben wir einmal gemacht, aber wir haben dafür keine Zeit. Dafür braucht man extra Mitarbeiter für den Verkauf und jemanden der die Ware hin- und herfährt. Wir haben in der Weihnachtszeit hier schon genug zu erledigen!

Ihr habt hier in der Holländischen Straße aber auch einen Verkauf angeschlossen richtig?

Ja, hier kann man herkommen und gerne einkaufen!

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Wir sind erst einmal zufrieden, wie im Moment alles ist. Wir wollen uns auch nicht zu schnell vergrößern. Wenn man zu schnell wächst, kann das auch Probleme bringen. Wir wollen es langsam angehen und das kommt auch bei unseren Kunden gut an. Wir wollen unsere aktuellen Kunden nämlich auf keinen Fall vernachlässigen, um schnell viele neue zu gewinnen!

Was ist euer Anspruch?

Wir produzieren jeden Tag frisch, das ist uns sehr wichtig! Wir beliefern unsere Kunden immer schnell und haben kaum Ware die gelagert wird. Am wichtigsten ist uns, dass unsere Kunden zufrieden sind.

Wie lange produziert ihr denn?

Wir produzieren tagsüber von zehn bis 17 oder 18 Uhr.

Und wie lange dauert die Herstellung?

Drei Kilo gebrannte Mandeln dauern etwa 45 Minuten.

Was machst Du als Nächstes nach unserem Treffen?

Dann gehe ich mit meinen Kindern einkaufen. Wir haben bald Laternenlaufen und brauchen noch einen Laternenstab (lacht).

http://www.genussroestrei-kassel.de/