Das erste Mal… …beim Urologen

Vor dem Besuch graut es vielen – besonders den Männern, denn sie machen in der Regel dreiviertel der Patientenzahlen aus, wie wir von Dr. med. Dirk Westermann (Foto) erfahren. Doch der erste Besuch beim Urologen ist meist der „schlimmste“, weil man dann merkt: Hey, so schlimm war’s ja doch nicht. Wir sprachen mit dem Arzt aus dem Elisabethkrankenhaus, darüber, warum wir auch mal über unangenehme Dinge sprechen müssen.

Warum haben viele Menschen Hemmungen zum Urologen zu gehen?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Männer stecken gerne den Kopf in den Sand. Bis sie generell zum Arzt gehen, muss schon viel passieren und oft sind es die Frauen, die ihre Männer dann zum Arzt schicken. Zum einen liegt es sicherlich daran, dass urologische Erkrankungen den meisten Menschen unangenehm sind. Außerdem denken viele Männer, dass die urologischen Untersuchungen sehr unangenehm sind. Die meisten sind aber danach überrascht, dass es alles gar nicht so schlimm ist.

Drei Dinge, warum ein Termin beim Urologen nicht so schlimm ist?

Viele Männer haben Angst vor urologische Untersuchungen. Dies beinhaltet zum einen die Tastung der Prostata durch den Enddarm. Dies ist eine kurze Sache, die zwar unangenehm, jedoch nicht schmerzhaft und vor allem: lange nicht so schlimm ist, wie die meisten Männer sie erwarten. Außerdem: gerade in der Urologie gibt es einen Wandel in der Diagnostik. In Zeiten von Labor und Apparate-Medizin (Geräte-Medizin, Anm. d. Red.) werden auch die Untersuchungsbedingungen besser, der Ultraschall ermöglicht ohne Schmerzen oder Strahlenbelastung gute diagnostische Möglichkeiten, die von Männern gefürchteten Blasenspiegelung werden heutzutage nicht mehr mit starrem dicken Instrumenten, sondern dünnen biegsamen Instrumenten durchgeführt. Während dieser Untersuchung kann der Patient auch gleichzeitig seine eigene Blase mitbegutachten. Und: Wenn sich ein Mann zur urologischen Krebsvorsorge durchringt, geht er mit einem unglaublichen Gefühl der Erleichterung aus der Praxis heraus, mit dem Wissen, dass alles in Ordnung ist und er je nach Befund eins bis vier Jahre wieder Ruhe vor dem Urologen hat. Last but not least: Urologen sind unglaublich dufte Typen!

Wann sollte man einem Urologen einen Besuch abstatten?

Einen Urologen sollte man aufsuchen, wenn man Probleme hat wie Beschwerden beim Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen, Geschlechtskrankheiten, Nierenkoliken, Blasenentzündungen, Inkontinenz und Ähnliches. Aber auch ohne Beschwerden sollte man zum Urologen gehen, und zwar ab dem 45. Lebensjahr. Zur Krebsvorsorge. Denn der Prostatakrebs ist der häufigste Krebs des Mannes. Mit der Krebsvorsorge kann man, wenn denn eine Tumorerkrankung auftritt, diese meist rechtzeitig erkennen und entsprechend behandeln, sodass eine schlimmere Entwicklung des Krankheitsverlaufes ausbleibt. Ist Prostatakrebs in der engeren Familie vorhanden, sollte man sogar ab dem 40. Lebensjahr zum Urologen gehen.

Müssen Männer öfter zum Urologen als Frauen?

Ja. Die häufigsten Erkrankungen des Mannes spielen sich im Bereich der Prostata ab, von daher müssen Männer naturbedingt häufiger zum Urologen als Frauen. Das Gegenstück zur Prostata ist bei der Frau die weibliche Brust, auch hier sind gynäkologische Untersuchung natürlich regelmäßig angebracht. Aber auch Frauen können urologische Erkrankungen kriegen. Hierzu gehören Tumorerkrankungen von Niere, Harnleiter und Blase, des Weiteren Nieren und Harnleitersteine, ganz häufig sind auch Harnwegsinfekte wie Blasenentzündung oder Nierenbeckenentzündungen.

Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?

Gute Frage, eigentlich wollte ich Chirurg werden, auch die Kardiologie hat es mir angetan. Am Ende habe ich im sogenannten praktischen Jahr, dem letzten Jahr im Medizinstudium, für vier Monate einfach aus Interesse in der Urologie gearbeitet. Dort hat es mir so gut gefallen, dass ich in dieser Abteilung „hängen geblieben“ bin.

http://www.westermann-mueller.de

Foto: ©privat n.h.