Zisselhoheiten: „Wie die Hauptrolle in einem Theaterstück…“

Der BRAUSER trifft das Zissel-Dreigestirn:

Auch wenn sie sonst unsere Stadt eher ruhig und gemächlich in zwei Hälften teilt, drängt sich unsere Fulda einmal jährlich in den Mittelpunkt: Es ist Zissel-Zeit! Wir trafen das neue Kasseler Dreigestirn und merken sofort: Das passt! Die drei Mädels verstehen sich super und fühlen sich in den Hoheitenrollen sichtlich wohl. Dabei haben die 25-jährige Zisselkönigin Katharina, die 19-jährige Zisselprinzessin Chantal und die gleichaltrige Fullenixe Nina mit Ehrenämtern, Jobs und Hobbies noch eine ganze Menge um die Ohren. Der BRAUSER spricht mit dem Trio über Mädchenträume, Schlossruinen und Pfefferminztee.

Die drei Mädels für Kassel: Fulle-Nixe Nina Fleischhut, Zisselprinzessin Chantal Pelzel und Zisselkönigin Katharina Pahl.

Erste wichtige Frage: Wie wird man Zisselhoheit?

Nina: Als Fullenixe wird man von den Wassersportvereinen vorgeschlagen und ich bin seit ich sechs Jahre alt bin beim DLRG. Ich kenne auch Sheila, die Zissel-Königin von 2016. Sie war in meinem Verein und da habe ich schon viel mitbekommen, weil sie mit zu meinen besten Freundinnen gehört. Da war ich oft mit ihr unterwegs und es stand fest: Das will ich auch. Damals war ich aber noch zu jung. Jetzt bin ich seit letztem Jahr fertig mit dem Abi und konnte nun Fullenixe werden.

Und die anderen beiden?

Chantal: Wir wurden klassisch gewählt. Wir haben uns beim Zissel beworben, da gab’s verschiedene Aufrufe. Die Entscheidung fiel dann bei einem Wahlabend und so wurden wir zum Dreigestirn!

Und was hat euch angetrieben bei der Bewerbung?

Katharina: Ich glaube, die Motivation war echt einfach Kassel zu repräsentieren und Teil des Volksfestes zu sein! Wir lieben Kassel (lacht).

Chantal: Ja! Und auch den eigenen Traum zu verwirklichen! Wer hat als kleines Mädchen nicht davon geträumt, tolle Ballkleider zu tragen?

Nina: Und das Dabeisein! Wir kannten den Zissel bis jetzt ja nur als Besucher und nun lernen wir auch die andere Seite mal kennen. Wir können echt viele Leute kennenlernen und sind bei vielen Veranstaltungen. Das bringt uns ja auch weiter – wir lernen total viel. Das habe ich auch von ehemaligen Hoheiten schon gehört: Man wächst auch als Person.

Wann ging’s dann bei euch los?

Katharina: Es geht sofort mit dem Kennenlernen und der Wahl los. Wir hatten am Tag nach der Wahl schon sofort die Fototermine für die Einladungen und Autogrammkarten. Das war Mitte Juni.

Chantal: Freitagabend wurden wir gewählt, Samstag hatten wir den Fototermin und Sonntag waren wir schon gleich mit den alten Hoheiten auf dem Hessentag. Schick mit Schärpe, das erste Mal auf einem Wagen: Winken, lächeln. An dem einem Wochenende haben wir schon hunderte von Eindrücken bekommen und es hat sich sofort alles verändert (lacht).

Was macht ihr, wenn ihr nicht als Hoheit unterwegs seid?

Katharina: Schlafen (lacht). Nein, wir sind glaube ich alle sehr sportlich! Wir gehen auch gerne in Kassel spazieren und sonst eben Freunde treffen!

Und beruflich?

Nina: Ich mache eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Targo-Bank. Und nebenbei trainiere ich in der Garde, bei den „Perlen“ beim VFL Wolfsanger – bin also eine Karnevalsliebhaberin (lacht). Sonst wie gesagt, beim DLRG und ehrenamtlich bin ich in der Kirche engagiert. Jetzt muss ich natürlich erstmal schauen, wie das von der Zeit her klappt. Der Zissel steht erstmal im Vordergrund. Aber alle anderen unterstützen mich auch dabei: vor allem der DLRG. Die Garde versteht aber auch, wenn ich mal nicht zum Training komme und mein Chef unterstützt mich auch!

Katharina: Ich habe meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften gemacht und fange jetzt einen neuen Job an in der Produktabsatzplanung an.´

Chantal: Ich mache eine Ausbildung zur Erzieherin am Fröbel-Seminar hier in Kassel.

Was macht euch denn hier am meisten Spaß?

Nina: Bei mir sind das denke ich die Menschen. Ich bin generell ein Typ, der gerne redet und finde es toll, so viele nette Leute kennenzulernen.

Was gefällt euch an Kassel, abgesehen vom Zissel?

Chantal: Die Mischung aus neuer Stadt und alten Fachwerkhäusern! Man kann hier so viel entdecken: Der Bergpark ist toll! Die Löwenburg ist wunderbar! Da würde ich am liebsten einziehen!

Nina: Ich möchte eigentlich am liebsten alle Orte der Welt sehen! Bisher habe ich aber noch keinen gefunden, an dem ich lieber wohnen würde als in Kassel. Es gibt nichts in dem Kassel schlecht ist, Kassel hat von allem etwas!

Katharina: Ich bin im Gegensatz zu den anderen beiden Wahlkasselerin, weil ich aus Melsungen komme. Aber schon als Kind war ich hier immer auf dem Weihnachtsmarkt.

Ihr kommt ja jetzt tagtäglich in mehr oder weniger freiwillig in unterschiedliche Small-Talk-Situationen – Wie lernt man damit umzugehen?

Katharina: Übung macht den Meister (lacht). Eigentlich ist’s ganz einfach, weil viele ja wissen, dass wir neu dabei sind und die, die länger dabei sind, wissen dann schon, wie sie und ansprechen müssen und machen uns Mut.

Von wann bis wann seid ihr dann an dem Wochenende unterwegs?

Nina: Von Donnerstagabend mit Montagabend müssen wir Vollgas geben!

Worauf freut ihr euch nach dem Jahr als Hoheiten?

Katharina: Ich würde mich freuen, die kommenden Hoheiten begleiten zu dürfen! Die sind ja dann auch neu und unsicher. Denen würde ich gerne Hilfestellungen geben und auch die Chance haben, unser Jahr nochmal Revue passieren lassen.

Chantal: Ich freue mich darauf, mal wieder Zeit für mich und meine Freunde zu haben. Ich meine, mit den Freunden geht man ja sonst sonntagnachmittags mal einen Kaffee trinken oder Bowlen. Jetzt heißt’s: Nee, aber ich komme nach – wenn ich noch fit bin.

Katharina: Aber sie sind auch alle echt stolz auf uns (lacht).

Chantal: Ja, ich bekomme ständig Nachrichten, dass mich irgendwer irgendwo in ’ner Zeitung gesehen hat (lacht).

Wie ist das so, auf einmal im Mittelpunkt zu stehen? Hattet ihr da schon Erfahrungen?

Nina: In so einem Ausmaß hab’ ich das noch nie erlebt, nein. Es ist so ähnlich, wie wenn man als Kind die Hauptrolle in einem Theaterstück bekommen hat. Aber irgendwie ist’s auch echt ungewohnt, weil vor ein paar Monaten hat sich noch keiner für mich als Person interessiert.

Chantal: So krass finde ich es gar nicht, weil wir mögen es ja auch alle! Wir mögen die Aufmerksamkeit. Sonst wären wir nicht hier (lacht). Und es ist ja auch so, dass wir nie alleine sind, weil ja immer jemand dabei ist, den wir ansprechen könnten, wenn wir uns mal unwohl fühlen sollten. So ins kalte Wasser werden wir da gar nicht geschmissen.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Nina: Dass Kassel so toll bleibt und noch toller wird!

Katharina: Ehrlich gesagt, weniger Baustellen (lacht). Ist ja toll, dass so viel erneuert wird, aber ich bin froh, wenn es nicht mehr so geballt ist.

Chantal: Ich wünsche uns Dreien einfach ein tolles Jahr und auch noch vielen Mädels nach uns! Jeder sollte das mal erleben dürfen!