Ich und mein… …Ruderboot!

Was gibt es Schöneres, als im Sommer an der Fulda zu sein? Das dachten sich auch die beiden Sportlerinnen Malou Wollenhaupt und Jule Böckmann. Die beiden 16-Jährigen rudern leidenschaftlich gerne und erzählen uns, welchen Aufwand man betreiben muss, um erfolgreich diesen Sport auszuüben. Denn anders als beim Joggen ist’s mit dem Sportschuhe an- und ausziehen nicht getan. Die beiden Mädels sind vor allem dankbar, dass ihr Trainerteam sie so gut unterstützt. Der BRAUSER nimmt euch mit ins kühle Nass.

Jule (li.) und Malou erzählen uns von sich und ihrem Ruderboot. Spaß und Teamgeist stehen für die Mädels an erster Stelle. 

Malou ist Schülerin des Lichtenberg-Gymnasiums und trifft sich, wenn sie mal nicht am Bootshaus ist, am liebsten mit Freunden. 

Wie kamt ihr zum Rudern?

Malou: Über eine Freundin, ihre Mutter hatte schon mal gerudert und dann hat sie uns gefragt, ob wir das auch nicht mal in der Kinderabteilung ausprobieren möchten. Das war im Sommer 2015 und es hat mir so gefallen, dass ich mich dann auch schon ein paar Wochen später im Verein angemeldet habe.

Jule: Meine Mama war die Erste in der Familie, die gerudert hat. Nach einer Pause hat sie wieder damit angefangen und mich einfach mal mitgenommen, weil sie dachte, es könnte mir Spaß machen. Bis dahin hatte ich mal geturnt, doch da war ich nicht mehr so glücklich.

Vielfältig: Die 16-Jährige Jule spielt außerdem Geige am Engelsburg Gymnasium. 

Welche Erfolge habt ihr schon verbucht?

M: Viele kleine „Erfolge“ auf kleinen Regatten. Meine größten Erfolge waren: 2016 im Mixed Vierer auf dem Bundeswettbewerb (deutsche Meisterschaft für U15). Dort hab gemeinsam mit Jule das A-Finale gewonnen und wir sind somit zu fünft deutscher Meister geworden. Außerdem habe ich auf den Hessischen Meisterschaften ein paar Mal einen Treppchenplatz errungen, in Mannschaftsbooten sowie im Einer. Mein letzter großer Erfolg war auf der letzten Deutschen Meisterschaft in Brandenburg im Juni, dort bin ich mit dem hessischen Achter Vizemeisterin geworden.

J: Ab fünfzehn Jahren kann man dann an den jährlichen Deutschen Juniorenmeisterschaften teilnehmen, wo ich mit meinen Teams dieses Jahr im 2er und 4er den 5. Platz im Finale erreichen konnte. Außerdem nehmen wir jedes Jahr an den Hessischen Meisterschaften teil, wo ich letztes Jahr mit Malou den Titel im Sprint und im 1er über 1000m gewinnen konnte.

Was macht euch an eurem Hobby am meisten Spaß?

M: Der kämpferische Aspekt im Rennen, wo man immer versucht sein Bestes zu geben und man genau weiß, dass es jetzt klappen muss. Aber es ist auch einfach das Mannschaftsgefühl, was man in Mannschaftsbooten spürt. Zudem gefällt es mir sehr, dass wir ein sehr gutes Team sind, ungefähr wie eine zweite Familie und gemeinsam viel rumkommen und so auch viele neue Leute kennenlernen und Erfahrungen sammeln. Außerdem bin ich sehr gerne in der Natur und mag es beim Rudern auch einfach mal von anderen Dingen abschalten zu können.

J: Die Erfolge sind für mich eine tolle Motivation, stehen aber an zweiter Stelle. Der Teamgeist ist für mich das Wertvollste am Rudern. Es ist das schönste Gefühl, wenn man mit seiner Mannschaft zusammen den letzten Schlag über die Ziellinie beendet und weiß, „jetzt gerade hat jeder 110% gegeben“. Im Boot funktioniert nichts, wenn nicht alle zusammenarbeiten und das gleiche Ziel haben.

Wie wird ein Ruderboot gepflegt?

J: Es ist wichtig, nach jeder Rudereinheit das Boot zu putzen, um es weiterhin gut Rudern zu können. Dazu wird grober Schmutz zunächst mit Wasser abgespült – wenn möglich aus der Regentonne, damit wir nichts verschwenden, dann wird etwas genauer mit einem Schwamm geputzt und am besten wird das Boot anschließend abgetrocknet, das vermeidet Wasserflecken. Im Boot müssen die Rollschienen auch gereinigt werden, weil sich dort im Training Schmutz ansammelt und es mach wirklich keinen Spaß, wenn es dort im Training ruckelt (lacht).

Wie viele Jahre kann man in etwa mit einem Ruderboot fahren?

M: Das kommt darauf an, wie oft man das Boot nutzt und was es für ein Boot ist. Anfängerboote halten sehr lange, also auch schon mal 20 Jahre, da diese sehr robust sind. Dort müssen natürlich aber auch hin und wieder ein paar Sachen neu gemacht werden. Auch die Wanderruderboote (Wanderrudern ist ein Rudersport über mehrere Tage und längere Strecken Anm. d. Red.) halten sehr lange, dort sind aber auch viele Reparaturen nötig.

Wie viel Zeit verbringt ihr in der Woche auf dem Wasser?

M: Wir trainieren sieben bis acht Mal die Woche. Im Sommer sind wir circa vier Einheiten auf dem Wasser. Im Winter gehen wir dann nur am Wochenende auf’s Wasser, weil es unter der Woche meistens schon zu früh dunkel wird, um nachmittags zu trainieren.

Verbringt ihr auch so Zeit am Fluss?

M: Ja, wir verbringen viel Zeit am Bootshaus. Wir sind gerne da und setzen uns nach dem Training auch manchmal entspannt ans Wasser. Außerdem veranstalten wir außerhalb der Saison die ein oder andere Party. Aber sonst nehmen wir auch an den Vereinsfeiern gerne teil.

J: Außerdem besitzt meine Familie zwei Stand-Up-Paddleboards, die wir im Bootshaus lagern. Das macht mir auch Spaß, sodass ich auch an freien Tagen gerne dort bin.