Eine Woche ohne Alkohol

Foto: Brian Jackson/stock.adobe.com

Alkohol – die Volksdroge Nummer 1, die eigentlich jeder zumindest einmal probiert hat. Sie macht lockerer, hemmungsloser, fröhlicher. Man hat einfach mehr Spaß oder denkt das wenigstens. So richtig Gedanken über seinen Alkoholkonsum machen sich wohl nur die wenigsten, denn wenn man nur am Wochenende und auf Partys trinkt, hat man ihn doch wohl im Griff oder? Aber wie viele von uns können wirklich eine Woche komplett auf Alkohol verzichten? Ich wage das Selbstexperiment und bin gespannt, was die kommende Woche bringen mag.

Am Anfang der Woche merke ich noch nichts von meinem Verzicht. Ich selber trinke eigentlich nie ohne Anlass und deswegen fehlt mir auch nichts. Aber dann kommt die erste kleine Enttäuschung: Ich kann nichts vom selbstgemachten Tiramisu essen. Da ist zwar nur sehr wenig Alkohol drin, aber ich möchte konsequent sein. Wenn schon, denn schon.

Es gibt weitere kleine Verlockungen – das Bier zum Grillfleisch oder ein kühler Wein zum Serienabend – aber bei allem kann ich problemlos „Nein“ sagen. Ein paar fragende Blicke bekomme ich schon, aber niemand sagt etwas über meine plötzliche Abstinenz.

Dann kommt das Wochenende. Um es mir leicht zu machen, könnte ich natürlich alle Pläne absagen und mich zuhause beim Serien schauen auf dem Sofa verstecken, aber bis jetzt fehlt mir noch die Herausforderung. Also geht es auf zur Grillparty und danach noch auf die Fritze durch die Bars streifen.

Beim Grillen sind die Leute schon ausgelassener als unter der Woche. Ein Bier nach dem anderen wird gekippt, während ich an meiner Cola nippe. Ich merke, wie die Leute um mich herum immer hemmungsloser werden. Wie anders sie sich teilweise verhalten. Mir wird reihenweise ein Drink angeboten, doch ich lehne immer dankend ab. Mehrere Leute fragen, ob was mit mir los ist, denn normalerweise sage ich eigentlich nicht nein. Bei Flunky Ball kann ich auch nicht mitmachen, denn keiner hat alkoholfreies Bier gekauft. Irgendwie fühle ich mich nicht so integriert wie sonst. Klar habe ich auch Spaß, aber es ist anders als sonst. Vor allem, weil ich andauernd gefragt werde, warum ich nicht trinke. Ich drehe den Spieß um und frage sie, warum sie trinken. Von den meisten kommt nur zögerlich eine Antwort: Es macht halt lockerer, man hat mehr Spaß, …

Auf der Fritze geht es dann weiter. Die meisten sind gut auf Touren und mächtig motiviert. Ich allerdings spüre langsam die Müdigkeit, die ich mit Alkohol sicher so nicht bemerkt hätte. Also verabschiede ich mich früher als gewohnt. Aber etwas Positives hat es: Mir geht es am nächsten Tag super und ich bin energiegeladener als sonst.

Ob ich es noch mal machen würde? Wahrscheinlich nicht. Aber ich werde auf jeden Fall gründlicher darüber nachdenken, warum ich überhaupt trinke. Denn eins ist klar: Es geht definitiv ohne.