Das erste Mal…im Sterne-Restaurant

Sven Wolf ist Koch, hat wiederholt einen Stern im berühmten Guide Michelin erhalten und ist so derartig geerdet, dass man ihn direkt knuddeln möchte. Foto: Soremski

Kochen ist seit Jahren Topthema. Im Fernsehen wird zu jeder Tageszeit von mehr oder weniger bekannten und mehr oder weniger guten Köchen gekocht. Die Einbauküchen werden größer und teurer. Und gutes Essen ist wegen Klima und Nachhaltigkeit sowieso voll angesagt. Aber, Hand auf’s Herz: Wer von Euch war denn schon mal in einem echten (!) Sterne-Restaurant?

Sven Wolf betreibt mit seinem VOIT die Sterne-Küche im Vorderer-Westen-Kiez und ist dort erste Adresse für alle Genießer. Der 38-Jährige möchte Berührungsängste mit Sterne-Küche abbauen, auch wenn mehr als nur ein Messer und eine Gabel auf seinen gedeckten Tischen liegen. Darum verrät uns der gebürtige Nordhesse im Interview die Do’s und Don’ts beim ersten Mal im Sterne-Restaurant.

Sven, gibt es in Deinem Restaurant eine Kleidungsvorschrift?

Klares nein! Wir stecken auch niemanden anhand seiner Kleidung in irgendwelche Schubladen. Ich persönlich geh‘ zwar nicht in FlipFlops gut essen, aber wenn ich manchmal mit befreundeten Kollegen spreche, dann ist fast alles möglich.

Muss ich ein superteures Mehrgänge-Menü bestellen?

Natürlich müssen auch wir überleben. Darum geben wir dem Gast aber eine Auswahl: Vier-, Sechs- oder Acht-Gänge-Menüs haben wir im Angebot. Aber unser Niveau von Küche und Service mit 16 Angestellten lässt sich nicht mit der Bestellung von nur einem Hauptgang vereinbaren. Aber es ist auch nicht so wild, wie man denkt. Aktuell liegt zum Beispiel selbst das größte Menü bei 110 Euro. Alles andere also darunter. Und wenn ich drei Gänge a-la-Carte bestelle, dann sind wir bei rund 60 Euro. Das ist auch etwa der Rahmen für ein 4-Gänge-Menü.

Foto: Soremski

Muss ich immer einen Tisch bestellen?

Nun, wenn ich sicher sein will, dass ich einen schönen Abend verbringe, dann ist das sehr zu empfehlen. Das gilt aber für die meisten Restaurants (schmunzelt). Aber wir freuen uns natürlich auch über alle Gäste, die spontan zu uns rein kommen.

Wird man immer zum Tisch geführt?

In der Regel schon. Schau, wir sind Dienstleister! Und der schöne Abend fängt schon an der Tür an. Und hört auch dort erst auf! Begrüßung und Verabschiedung spielen für uns dabei auch eine große Rolle.

Ist die Speisekarte auf deutsch?

Klar. Wobei man bei uns natürlich auch in diversen Fremdsprachen bestellen kann. Wir halten uns zudem sehr kurz und beschränken uns auf die vier Hauptbestandteile des Gangs. Aber ich gestehe, dass wir da und dort auch schon mal Begrifflichkeiten auf der Karte einstreuen, die beim gast vielleicht Fragen aufwerfen könnten. Letztlich wollen wir damit erreichen, dass wir mit dem Gast darüber ins Gespräch kommen.