Umweltverschmutzung: Eine Woche ohne Auto

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Umweltverschmutzung – ein Thema, welches ohne Frage sehr wichtig ist, im Alltag oft aufgrund von Bequemlichkeit aber hinten angestellt wird. Fakt ist, dass es einfacher ist, sich keine Gedanken zu machen und natürlich bin auch ich schuldig. Aus diesem Grund verzichte ich in dieser Woche komplett darauf, Auto zu fahren. Weder als Fahrerin noch als Beifahrerin.

Am Anfang der Woche bin ich sehr zuversichtlich. So schwer kann es für mich eigentlich gar nicht sein, immerhin fahre ich ohnehin schon mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Das ist also kein Problem für mich. Aber dann am Abend die erste Herausforderung: Ich möchte eine Freundin besuchen und mit den Bahnen muss man oft umsteigen, auch wenn der Weg eigentlich nicht so weit ist. Mit dem Auto würde ich die Hälfte der Zeit brauchen! Ich widerstehe aber der Verlockung und fahre mit den Öffis. Und muss natürlich aufpassen, dass ich die letzte Bahn nach Hause nicht verpasse. Mit dem Auto wäre das leichter!

Der Rest der Woche verläuft relativ problemlos, doch dann kommt der große Wocheneinkauf. Mit dem Auto super einfach, aber ohne? Ich nehme kurzerhand das Fahrrad und radele zum Supermarkt. So weit so gut. Ich muss wirklich genau darauf aufpassen, was ich einkaufe, immerhin muss ich selber alles auch wieder schleppen. Tatsächlich merke ich, wie ich nur das Wichtigste mitnehme und die Kekse ausnahmsweise mal nicht im Einkaufswagen landen. Und auch wenn der Weg nach Hause wirklich nicht sehr angenehm ist, Geld gespart habe ich! Und natürlich etwas Gutes für die Umwelt getan.

Ich bin ganz euphorisch, doch am Wochenende erfolgt die Ernüchterung. Ich möchte mit Freuden ausgehen und eine von ihnen bietet sich als Fahrerin an. Schweren Herzens passe ich und komme mit den Öffis zur Bar. Der Abend ist super und ich vergesse beinahe, dass ich ja noch irgendwie nach Hause kommen muss. Während alle anderen ins Auto steigen, werden mir mitleidige Blicke zugeworfen. Es ist kalt, dunkel und ehrlich gesagt säße ich jetzt liebend gern im Auto und würde mich fahren lassen. Oder im Taxi. Ich widerstehe aber und laufe zur Haltestelle. Dort der Schock. Die Bahn ist schon weg, ein paar Minuten früher als im Plan stand. Die nächste kommt erst in einer Stunde! Ich gebe ungern auf, aber nachts allein an einer Haltestelle zu sitzen, gehört nicht unbedingt zu meinen großen Lebenszielen. Also rufe ich ein Taxi, natürlich inklusive Schuldgefühle.

Ganz auf das Auto zu verzichten, für mich fast undenkbar. Aber tatsächlich gibt es oft auch andere Wege, wir müssen nur aus unserer Komfortzone raus. Ich werde jetzt auf jeden Fall immer gründlicher nachdenken, ob ich die Strecke wirklich mit dem Auto fahren muss.