Skaten: Der Spaß am Speed

Foto: Privat (nh)

Das Wetter ist super, aber alleine raus ist langweilig – und Fahrradfahren ist sowieso sowas von gestern? Dann solltest Du mal bei KISS vorbeischauen. KISS sind organisierte Inlineskate-Touren in Kassel und Umgebung. Hier lernst Du nicht nur neue Leute kennen, nein – passend zum Semesterstart erkundest Du nebenbei auch Deine Heimat. Das Tolle: Jeder ist willkommen! Der BRAUSER wollte für euch mehr über die Leute bei, für und hinter KISS erfahren: Wir sprachen mit der 24-jährigen Studentin Lisa, die noch relativ frisch mitskatet. Wie KISS genau funktioniert erfahren wir von Stephan und Christina, die im Orga-Team sind und bei Touren aufpassen, dass alle beisammen bleiben.

1. Worauf sollte man beim Skaten im Straßenverkehr achten?

Christina: Wie bei jeder Art von Teilnahme am Straßenverkehr gilt es vor allem, Rücksicht auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Laut StVO gelten Inline-Skater als Fußgänger und gehören auf den Bürgersteig. Ich selbst versuche bei meinen privaten Touren Wege zu fahren, wo möglichst keine Autos fahren. Der Radweg R1 zum Beispiel bietet schöne Strecken von Hann. Münden bis Grifte, dort skate ich gerne.

2. Wann und zu welchen Zeiten skatet ihr?

Lisa: Ich skate gerne bei gutem, aber nicht zu heißem Wetter. Regelmäßig dann dienstags beim KISS, sonst drehe ich allein auch gerne spontan eine Runde.

Stephan: Die offizielle KISS-Saison 2019 startet am Dienstag, 7. Mai um 19 Uhr. Treffpunkt ist die Strandbar am Buga-See. An den beiden Dienstagen davor, also am 23. und am 30. April starten wir ebenfalls um 19 Uhr mit unserem Saison-Warm-up.

3. Welche Ausstattung ist nötig?

S.: Natürlich in erster Linie ein paar Inline-Skates. Daneben legen wir Wert auf entsprechende Protektoren. Allerdings ist die Teilnahme bei KISS nicht an eine entsprechende Schutzausrüstung gebunden. Empfehlen wir aber trotzdem. Egal wie gut man fahren kann.

C.: Gute Inline Skates, der Fahrspaß ist deutlich höher, wenn sie regelmäßig gewartet werden und nicht jahrelang im Keller verstaubt sind.

Die 24-jährige Studentin Lisa skatet noch relativ frisch mit. Foto: Privat (nh)

4. Helm ja oder nein?

C.: Ein klares ja von meiner Seite aus.

5. Wer kann bei KISS mitmachen?

S.: Bei KISS können alle mitmachen die sich zutrauen in einem angemessenen Tempo eine geführte Tour von 15 – 20 km mitzufahren. Unser jüngster Teilnehmer ist unter 10 und unser aktuell ältester Teilnehmer wird dieses Jahr 80. Er ist für uns alle ein Vorbild und eine Inspiration, was es bedeutet, auch im Alter körperlich und geistig frisch zu bleiben.

C.: Neu in 2019 ist, dass wir unsere Touren wechseln: Alle 14 Tage fahren wir eine geführte Tour mit der Polizei.

Seit wann seit ihr bei KISS?

L.: Letztes Jahr habe ich angefangen hier bei KISS mitzufahren. Aufmerksam geworden auf die Veranstaltung bin ich durch Flyer an der Uni.

S.: Ich fahre seit 10 Jahren regelmäßig bei KISS mit und bin seit rund 3 Jahren als aktiver Ordner und auch im Orga-Team tätig. Mitglied muss man bei uns nicht werden. KISS ist eine reine Breitensportveranstaltung ohne jede Verpflichtung. Einfach gesagt: Wer da ist, der fährt mit. Alle sind uns herzlich willkommen.

C.: Ein Klassenkamerad aus der FOS brachte mich vor ca. 10 Jahren zu KISS. Am Anfang bin ich als Teilnehmer mitgefahren, doch es dauerte nur ein Jahr, dann war ich schon als Ordner mit dabei und kurze Zeit darauf auch im Orga-Team. Es macht einfach Spaß, mitzufahren und gleichzeitig auch hinter den Kulissen zu sehen, wie die Orga einer solchen Veranstaltung abläuft.

Foto: Privat (nh)

Wie wird ein KISS-Skate-Event organisiert?

L.: Es gibt ein Orgateam, das für die Streckenführung verantwortlich ist. Während der Tour halten die Guides des Organteams die Strecke frei für die Skater. Begleitet wird die Tour von der Polizei und einem Rettungswagen.

S.: Wir stimmen uns im Vorfeld der Saison mit der Polizei und dem Roten Kreuz ab und legen Termine fest. Die Planung, welche Strecke wir in der kommenden Woche fahren erfolgt immer in Abstimmung mit der Polizei, da wir auf aktuelle Baustellen Rücksicht nehmen müssen.

Trefft ihr euch auch außerhalb vom Sport?

S.: KISS ist in vielen Bereichen mittlerweile wie eine große Familie. Es sind sportübergreifend Freundschaften entstanden, es haben sich bei uns auch schon Paare kennen- und lieben gelernt. In der Regel sitzen wir jeden Dienstag nach KISS noch gemütlich in der Strandbar auf einen Absacker zusammen.

C.: Einfach hinkommen, Leute kennenlernen und sich überraschen lassen, welche Freundschaften daraus entstehen.

Was macht ihr, wenn ich nicht auf Inlinern steht?

C.: Schlafen und essen  – nein Scherz: Ich bin seit fast 6 Jahren komplett selbstständig als Personal Fitness Trainerin und biete in Kassel, Baunatal, Vellmar und Kaufungen buggyFit an (Outdoorfitness für Mamas mit Kind im Kinderwagen), mein Business ist mein Hobby, in das ich viel Zeit investiere und natürlich meine Familie.

Stephan ist Teil des Orga-Teams.
Foto: Privat (nh)

Was begeistert euch so am Inline-Skaten?

L.: Man kann dabei super gutes Wetter genießen und sich gleichzeitig ein wenig körperlich betätigen.

S.: Bewegung in einer Gruppe an der frischen Luft. Mega! Darüber hinaus ist skaten aufgrund der Nutzung des gesamten Körpers eine nahezu ideale Sportart, die zusätzlich noch die Koordination fördert. Ein idealer Ausgleich nach einem anstrengenden Arbeits-, Uni- oder Schultag.

C.: Einfach laufen lassen! Das Gefühl, die Freiheit, der Fahrtwind, der um die Nase weht, es ist herrlich, es macht Spaß und kaum, dass ich auf Inlinern stehe, bekomme ich ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert.

Was macht ihr bei schlechtem Wetter?

S.: Solange es nicht regnet ist alles gut. Gegen Kälte kann man sich entsprechend anziehen, die Sonne bringt zwar noch mehr gute Laune, es geht aber auch ohne. Wenn es allerdings nass ist oder nass wird, dann sind wir auf Skates nicht mehr sicher unterwegs. Dann wird es wirklich gefährlich.

Auch Christina ist Teil des Orga-Teams. Foto: Privat (nh)

Die coolste Skate-Route in Kassel?

L.: An der Fulda Richtung Hann Münden entlang. Dort ist die Strecke eben und geteert, außerdem befindet sich dort ein breiter Fahrstreifen.

S.: Ich persönlich fahre die „Big City“ am liebsten. Diese Tour ist Skaterfreude pur, denn es geht ausschließlich auf den großen Hauptstraßen und Hauptverkehrsadern durch Kassel. Wenn wir durch den Tunnel unter dem Bahnhof Wilhelmshöhe fahren und die Skater jubeln dann weiß ich jedes Mal wieder, warum mich dieses Ehrenamt so ausfüllt.

C.: Wenn wir mit KISS fahren, finde ich die Route nach Lohfelden am coolsten. Pause ist in Lohfelden und danach geht es die Landstraße bis Kaufungen in rasanter Geschwindigkeit bergab. Das macht einfach Laune – geht aber natürlich nur, wenn die Strecke für uns Skater von der Polizei gesperrt ist.