Buchtipp: „Scharnow“ von Bela B Felsenheimer

Foto: Konstanze Habermann (n.h.)

Der Debütroman von „Die Ärzte“-Schlagzeuger und Sänger Bela B. ist eine absurd-witzige Geschichte mit sehr hohem Unterhaltungswert.

In dem fiktiven brandenburgischen Dorf Scharnow passieren die merkwürdigsten Dinge. Der Ort wimmelt nur so von skurrilen Figuren. Am Tag X stirbt ein Buchblogger, der Supermarkt wird von drei Nackten überfallen, zwei Polizeireservisten segnen das Zeitliche, mordlustige Bücher richten blutige Verheerung an und zwei homosexuelle Eichhörnchen namens Zoyxe und Mandarius werden Zeugen erschreckender Ereignisse. Während eine Gestalt in der benachbarten Kreisstadt Sahsenheim durch die Lüfte fliegt und für Zerstörung sorgt, ist die Gemeinschaft von

Foto: Heyne Hardcover

Verschwörungstheoretikern namens BsB (Bund skeptischer Bürger) den Weltenlenkern auf der Spur. Und mittendrin verlieben sich ein syrischer Flüchtling und ein Manga-Mädchen ineinander. Klingt abgedreht? Das ist es auch.

Die kurzen Kapitel sowie die schnörkellose Schreibweise von Bela B tragen zu einem angenehmen Lesefluss bei. Die Stories der einzelnen Protagonisten verweben sich in zeitlichen Überschneidungen, so dass man als Leser nie den Überblick über die Handlung verliert.

„Scharnow“ ist genau der richtige Lesestoff für all diejenigen unter Euch, die einen Hang zu Trash haben und gegenüber liebevoll schrulligen Figuren und abgedrehten Geschichten durchaus aufgeschlossen sind.

Scharnow • von Bela B Felsenheimer • Verlag: Heyne Hardcover • 416 Seiten • 20 Euro