Stressfrei durch Handy-Verzicht!?

Nach meiner Entscheidung, Anfang des Jahres mindestens eine Woche zuckerfrei zu leben, hat mich der neue Selbstversuch eher unfreiwillig ereilt. Vor Kurzem bin ich für zwei Tage verreist und habe mein Smartphone zu Hause vergessen. Der Supergau! Denn ich nutze, wie fast Jeder, mein Telefon auch als Wecker, Terminkalender, Fotoapparat und Uhr.

Da ich schon öfter bei Kurzterminen, die maximal zwei Stunden dauern, mein Handy im Auto liegengelassen habe und da bereits nervös an meiner Hosentasche zupfe, war diese Nummer nun um einiges größer. Denn mein Telefon ist meine Brücke zur Außenwelt. Und die darf nie einreißen! Auch wenn Experten dazu raten, öfters das Smartphone aus der Hand zu legen. Digital Detox, wie es so schön heißt, soll angeblich deutlich Stress reduzieren. Ich hab eher das Gefühl es stresst mich, das Handy nicht bei mir zu haben. Wer immer mobil erreichbar ist, steckt eben im Zwang fest, auch auf den Anruf reagieren zu müssen.

Aber zurück zu meinem Kurztrip und das daheim vergessene Handy. Ich wollte einen in der Stadt lebenden Freund besuchen und hatte keinen blassen Schimmer, wie ich ihn nun erreichen sollte. Seine Nummer hatte ich nicht im Kopf – weder mobil noch Festnetz. Ein Anruf zu machen, eine WhatsApp Nachricht oder alternativ eine Mail zu senden fiel also aus. Er wohnt irgendwo im West-Teil der Stadt. Doch der ist groß. Ich konnte ja unmöglich alle Straßen und Klingelschilder abklappern. Diese ganze Geschichte machte mich unglaublich wütend. Meine Begleitung bemerkte beiläufig „Du bist ja echt süchtig nach deinem Telefon.“ Und in der Tat, es fühlte sich wie eine Art Entzugserscheinung an. Ich beschloss, die zwei Tage zu genießen und mich nicht stressen zu lassen. Ich habe den Freund also nicht getroffen. Stattdessen habe ich mich den vielen Eindrücken der Stadt hingeben und… habe es überlebt. Trotzdem – ich gestehe – war ich froh, nach meiner Rückkehr das Handy wiederzuhaben.