Das erste Mal… in der Kirche

Muss man in der Kirche eigentlich beten? Foto: Jens Thumser

Ist Kirche eigentlich offen für Jeden? Zu jeder Zeit? Kann ich kommen, wie ich bin? Viele Fragen rund um das Gotteshaus und wer von Haus aus nicht viel darüber weiß, traut sich vielleicht auch nicht hinein. Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht und treffen Pfarrer Dr. Willi Temme in der Martinskirche in Kassel.

„Vielleicht nicht gerade in Badehose, aber im Allgemeinen gibt es nichts, was verboten ist, wenn man die Kirche betritt“, leitet Temme schmunzelnd ins Thema ein. Und ergänzt: „In der Regel verhalten sich unsere Besucher ganz von allein eher ruhig und zurückhaltend, wenn sie eintreten.“ Willkommen sind alle Menschen, jeglicher Herkunft und auch jeglicher Religion betont er. Ob als interessierte Touristen, Gläubige oder Hilfesuchende – die Kirche soll für Jede und Jeden Anlaufstelle sein. Das drückt sich auch darin aus, dass die Martinskirche täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet ist.

 

Pfarrer Dr. Willi Temme am Kerzen-Globus am Altar der Chorkirche in der Martinskirche. Foto: Jens Thumser

Besonders spannend ist für Viele, die die Kirche zum ersten Mal besuchen, einen Gottesdienst mitzuerleben. „Niemand wird zu etwas gezwungen, weder beten noch mitsingen oder Ähnliches. Beten »müssen« geht sowieso nicht. Aber alle Besucher bekommen bei Eintritt zum Gottesdienst ein Gesangbuch. Und vielleicht macht es Lust, mitzumachen – mitzusingen.“ Temmes Augen leuchten, wenn er davon erzählt, dass Kirche Begegnung ist, Hilfe bietet, Gemeinschaft bedeutet. Man findet hier offene Ohren und Möglichkeiten der Andacht – auch um Sorgen loszuwerden. „Oder vielleicht einfach mal Gott einen guten Mann sein lassen“, scherzt er. Dabei zündet er eine kleine Kerze an, die man in der Chor-Kirche, im hinteren Teil des großen Gebäudes, in einen Kerzen-Globus setzen kann. „Eine schöne Geste – verbunden mit seinen eigenen Gedanken an einen Verwandten, einen lieben Wunsch für einen Freund und viele andere gute Ideen.“

Und wenn ich den Pfarrer selbst sprechen will? Kein Problem. Seine Handy-Nummer steht sogar am Eingang des Pfarrhauses. Und seine E-Mail-Adresse auf der Internet-Seite der Kirche. Schaut doch mal vorbei, im Netz oder in echt. Ist ganz einfach.

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