BRAUSER trifft…Marinko Neimarevic

Marinko Neimarevic ist stolz auf sein neustes Projekt: die größte Phoenix Sport Akademie, die es jemals gab. Foto: Just in Team GmbH

Vor dreißig Jahren kam der mehrfache Meister im Thaiboxen nach Deutschland und fand in Kassel seine Heimat. Mittlerweile glücklich verheiratet und Vater von drei Kindern ist der Sportler erfolgreicher Unternehmer und verwirklichte seit Anfang März seinen neusten Traum: Die größte Phoenix Sport Akademie, die es jemals gab.

Seit sieben Monaten baut Marinko Neimarevic die Immobilie an der Frankfurter Straße 96 um und aus. Einige Rückschläge während der Bauphase musste der umtriebige Thaiboxer dabei meistern. Doch sein unbändiger Wille, sein Glaube an das Gute und letztlich auch eine Menge Investitionen sind Zutaten, die zum Erfolg beitrugen. Inzwischen ist die einzigartige Mischung aus Kampfsport-Training, Fitness-Studio und Wellnessbereich mit viel Sport- und Lokalprominenz eröffnet worden. Die über 1000 Mitglieder der Phoenix Sport Akademie feiern ihr neues Domizil. Wir sprachen aus diesem Anlass mit dem gebürtigen Kroaten über Kassel, Kampfsport und sein Lebensmotto, dass er tätowiert am linken Unterarm trägt: „Suti i trpi“ – was soviel bedeutet wie: „Bewahre Ruhe und halte durch!“.

Was macht Kassel für Dich so liebenswert?

Um ehrlich zu sein, das Grüne wie zum Beispiel der Park Wilhelmshöhe oder die Orangerie. Ich bin kein Fan von Großstädten, aber auch kein Fan von Kleinstädten. Für mich hat Kassel die perfekte Größe und die perfekte Lage.

Wie bist Du zum Kampfsport gekommen?

Mein großer Bruder hat mich mit acht Jahren mal mit zum Training genommen. Ich wurde auf dem Schulhof mal verprügelt und dann meinte mein Bruder: „Komm, lern mal ein bisschen Selbstverteidigung“.

An wie vielen Wettkämpfen hast Du schon teilgenommen?

Ich habe an 150 Amateurkämpfen und 44 Profikämpfen teilgenommen. Ich bin Profi Deutscher Meister, Profi Europameister und Profi Weltmeister im Super-Schwergewicht-Thaiboxen.

Für den Thaiboxer ist alles eine Frage der Haltung: Respekt und Toleranz sind genauso wichtig wie körperliche und geistige Fitness. Foto: Just in Team GmbH

Was macht für Dich den Kampfsport aus?

Über diese Frage könnte ich ein Buch schreiben (lacht). Das Faszinierende ist die Fähigkeit zu kämpfen, allerdings nicht mit Fäusten, Tritten und Gewalt. Sondern mit einer unzerstörbaren mentalen Kraft, die mir und uns erlaubt, jedes Problem zu überstehen und gleichzeitig ein erfülltes Leben zu haben. Das moderne Kämpfen bedeutet für mich: Du selbst bist ein Kämpfer – gegen Dich selbst, gegen Zweifel, gegen Müdigkeit, gegen Lustlosigkeit. Und auch das ist eine Art des Kampfes: an sich selbst zu glauben und sich selbst mehr Mut zuzuschreiben.

Hast Du noch andere Hobbys?

Meine Kinder.

Wie sieht Deine Arbeit als Trainer konkret aus?

Trainer sein macht unglaublich viel Spaß! Gerade Jugendliche, Frauen, Leute mit nicht so ausgeprägtem Selbstvertrauen oder Menschen, die mit sich selbst Probleme haben zu trainieren und ein Teil von ihnen zu sein, ihnen etwas beigebracht zu haben – das ist es, was mich antreibt. Als Trainer ist es ein wunderbares Geschenk, so etwas machen zu dürfen.

In welchem Alter sind Deine Mitglieder?

Der Jüngste ist fünf und der Älteste ist 74. Wir haben Kleinkindergruppen zwischen fünf und sieben, Kindergruppen von sieben bis zwölf und Junioren von zwölf bis sechzehn. Außerdem haben wir noch Anfänger, Einsteiger und Fortgeschrittene, die alle bei uns betreut und trainiert werden.

Wirst Du Yoga und Pilates auch selbst trainieren?

Nein, dafür gibt es extra Trainer (schmunzelt).

Welchen Ort auf der Welt würdest Du nicht bereisen?

Eigentlich gar keinen, ich finde die ganze Welt schön.

Für was hättest Du gerne mehr Zeit?

Für meine Kinder.

Was nervt Dich an Kassel besonders?

Die Straßenbahnen, die durch die Innenstadt fahren.

Wenn man Dein Leben verfilmen würde, welcher Schauspieler sollte Dich spielen?

Gerard Butler.

Hast Du Rituale bzw. Ticks?

Die Fernsehlautstärke muss bei mir immer eine gerade Zahl sein – also 6, 12 oder 14 oder so. Keine 7, keine 9 (lacht).

Mit was beginnt oder endet ein perfekter Tag?

Gott zu danken! Ich bin christlich erzogen, das ist ein Teil von mir.

Welche App benutzt Du am häufigsten?

Ich gestehe: Facebook und Instagram.

Welche Emojis benutzt Du am meisten?

Den Lachsmiley, Daumen hoch – ja, und den Muskelarm.

Was machst Du nach unserem Treffen?

Hier im Studio bleiben und weiterarbeiten, es gibt immer was zu tun!