BRAUSER trifft Olympia-Skate-Regionaltrainer Eric Weiligmann

Foto: Jens Thumser

Der 25-Jährige ist seit 2017 Skate-Regionaltrainer für Olympia und skatet selbst, seit er 15 ist. Gebürtig aus Rheinfelden in der Nähe von Basel ist er Ende 2014 nach Kassel gezogen und studiert hier Soziale Arbeit an der Uni. Eric hat einen Bruder und besetzt hier in Kassel einen von fünf Regionalstützpunkten und betreut Kids aus den Regionen Rheinland-Pfalz, Saarland, (Ruhrgebiet) NRW und Hessen. Seit einigen Tagen steht fest, dass der Vertrag mit ihm um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Wir treffen Eric in der Skaterhalle in der Kesselschmiede in Kassel.

Kaffee oder Tee?

Kaffee!

Was macht Skateboard fahren für dich so besonders?

Das Gefühl macht es einfach besonders. Man redet immer von so einem Freiheitsgefühl, aber es stimmt wirklich! Es ist nicht nur Skateboard fahren, sondern auch Abenteuer, Erlebnis. Man ist mit Freunden unterwegs und man lernt neue Leute kennen. Außerdem ist es auch irgendwo Kunst und Sport.

Wie sieht deine Arbeit als Regionaltrainer aus?

Ich persönlich würde sagen, dass ich die Kids in meinem Team pushe bzw. fördere. Man kann auch sagen, dass ich sie trainiere. Aber ich würde eher sagen, dass ich mit ihnen skate. Ich versuche, dass sie eine gute Zeit haben und dass sie aus sich rauskommen. Es hat aber auch etwas mit aktiver Jugendarbeit zu tun – man betreut die Kids, wo man kann.

Hast du noch andere Hobbys?

Nebenbei mache ich so Kleinigkeiten wie Kochen, Zeichnen und ein bisschen tätowieren sehr gerne.

Hast du dich auch selbst schon tätowiert?

Ja! An den Beinen zum Beispiel ein Kätzchen.

 

Foto: Privat

Welche Altersgruppe trainierst du?

Meine Kids sind zwischen 10 und 16 Jahre alt. Wenn Sie älter sind, ist es möglich, dass sie in den Nachwuchskader kommen.

Hast du schon an Wettbewerben mit den Kindern teilgenommen?

Ja. Am Anfang waren wir noch bei den Contests in der Umgebung. Letztens war ich aber mit einem Kind in Oldenburg bei einem Nachwuchscontest. Allerdings mache ich es nur, wenn die Kids das wollen. Ich zwinge keinen, worauf er eigentlich keine Lust hat.

Ergibt sich für dich eine Möglichkeit, selbst nächstes Jahr bei Olympia als Gast dort zu sein?

Das wäre natürlich schön, wenn man mich einladen würde! Ich denke aber, dass es sehr unwahrscheinlich ist.

Was macht Kassel für dich so liebenswert?

Ich habe hier sehr schnell Anschluss gefunden, vor allem durch das Skaten. Kassel ist wirklich nett, überschaubar und deshalb kennt man sich. Ab und zu ist es ein Vorteil manchmal aber auch nicht, da es wie ein großes Dorf sein kann. Was ich auch toll finde ist, dass sehr viel an Eigeninitiative gemacht wird, wie die Mr. Wilson-Halle zum Beispiel.

Foto: Jens Thumser

Gibt es etwas, was das Internet über dich vergessen sollte?

Nee, nichts Schlimmes. Aber irgendetwas, von früher wo man auch noch jünger war, bestimmt (lacht).

Hast du ein Talent, das Dir keiner zuordnen würde?

(lacht) Ich kann sehr gut geduldig sein!

Für was hättest du gerne mehr Zeit?

Ich habe tatsächlich sehr viel Zeit – vor allem durch das Studieren und dem Trainerjob, was ja Skaten ist und eben auch mein Hobby ist. Deshalb ist es bei mir nicht so, dass ich sagen würde: Ich brauche mehr Zeit. Ab und zu würde ich sogar gerne mehr machen.

Club oder Couch?

Teils, teils – zurzeit lieber Couch. Wenn man schon vier Jahre studiert ist, wird das Feiern irgendwann auch langweilig.

Bier oder Wein?

Gin Tonic.

Steak oder Salat?

Beides am besten.

Nervt dich etwas an Kassel?

Ab und zu, dass es etwas eintönig ist. Es passiert schon viel, aber manchen ist eben nicht so nachhaltig.

Gibt es für dich einen Lieblingsplatz in Kassel?

An der Stadthalle bin ich gerne, gerade zum Skaten und auch abends einfach so mit Freunden. Außerdem bin ich noch gerne am Chacal. Ich mag einfach den Vorderen Westen.

Bist du manchmal zu streng zu dir?

Vielleicht nicht streng. Aber man hat unterschwellig Erwartungen an sich selbst, die man auch gerne erfüllen würde.

Kuscheln oder knutschen?

Ist beides ganz cool!

Hund oder Katze?

Hund!

Foto: Jens Thumser

Hast du einen Hund?

Hier in Kassel nicht, aber in der Heimat. Ich bin dort auf einem Bauernhof aufgewachsen und dort gab es sehr viele Tiere wie zum Beispiel Katzen, Hunde und Hühner.

Bist du oft in deiner alten Heimat?

Mittlerweile wieder öfter. Die Strecke ist halt total weit, ICE und Zug ist eben auch sehr teuer und dauert auch lange. Ich brauche fast einen Tag bis ich da unten bin. Aber durch den Job gelingt es mir wieder öfter, dort zu sein.

Hast du ein Lebensmotto?

Kein Genaues, die wechseln bei mir gerne mal. „Ich nehme es, wie es kommt“ trifft es zurzeit am besten.

Foto: Jens Thumser

Gibt es etwas, was du immer vorrätig hast, aber selten genutzt wird?

Ich habe immer Schokolade da. Ich habe früher bei Milka gearbeitet und (bekomme immer wieder mal ein Paket zum horten) die schicken mir ab und zu noch so Probierpakete. Ich selbst esse nicht so gerne Schokolade. Aber es ist super, wenn Freunde zu Besuch kommen.

Hast du ein Vorbild?

Ja, meinen Bruder Nils. Er ist Künstler und ist sich immer treu geblieben, hat seinen Weg gefunden und das in einem Maß, womit man früher nicht gerechnet hätte. Das finde ich sehr bewundernswert, wenn man versucht, das Glück am Schopf zu greifen.

Du bist auch Vorsitzender des Vereins Mr. Wilson. Wie ist der Stand für die Skaterhalle in der Kesselschmiede?

Es brennt immer noch in Sachen Mietvertrag – wir hoffen auf eine Verlängerung. Wir würden uns auch wünsche, die Nachbarhalle noch hinzu zu bekommen. Es wurden sogar schon Entwürfe gemacht. Wir wollen die Nachbarhalle allerdings nicht nur zum Skaten sondern auch als Veranstaltungsraum. Quasi ein Multifunktionsraum, wo Konzerte- und Kunstausstellungen stattfinden können. Das Ziel ist es, zu wachsen, sich weiter auszubauen und auch mal von der Öffentlichkeit gesagt zu bekommen, dass die Halle etwas Besonderes in Kassel ist.

Was ist die Hürde, weshalb eure Wünsche noch nicht in Erfüllung gehen?

Es sind tatsächlich die Gelder. Uns fehlt leider die nötige Unterstützung.

Was machst Du nach unserem Gespräch?

Ein Kaffee trinken und danach erst mal skaten gehen.