Eine Nacht im Baumhaus

Foto: Thumser

 

Tannenduft. Aber nicht vom Wunderbaum. Sondern echter. Echter Tannenduft. Irre, was es hier alles gibt. Als Stadtkind blicke ich wirr durch die Äste und fürchte an jeder Stelle Wolf und Bär hinter mir. Dabei ist es erst Nachmittag und noch hell wie im Stadion. Auf dem Weg zu meinem Baumhaus überlege ich angestrengt, wie ich diese Nacht vielleicht doch noch stornieren könnte. Dann gehe ich die 27 Stufen hoch (natürlich auch aus Holz!) und mit jedem Schritt wird es noch unheimlicher. Die Tür knarzt auf, ein frisch bezogenes Bett lädt ein. Und nach dem langen (langen!) Spaziergang durch den Wald um Schloss Berlepsch ist das jetzt doch genau das Richtige. Ich lasse mich fallen – ins Baumhaus, ins Bett, in einen herrlichen Nachmittags-Nap. Zwei gute Stunden später sitze ich unten am Lagerfeuer, wir essen und alle tauschen scheu Blicke aus. Warum sind die anderen wohl hier? Freiwillig? Satt und gespannt ziehe ich mich zurück in mein Baumhaus und am nächsten Morgen bin ich wie ausgewechselt. Eine Nacht in diesem Baumhaus ist eine Nacht in der Natur – ohne Schnickschnack, ohne Tüdelü. Ein Erlebnis zwischen den Wipfeln, das erdet. Widerspruch in sich, aber das macht es aus. Probiert’s mal aus.