Irish Dance: Schneller als das Auge

Zu mitreißenden traditionellen Melodien erklingen die rhythmischen Schritte der Tänzerinnen und Tänzer, ihre Füße scheinen über den Boden zu fliegen. Die Rede ist von Irish Dance, einem traditionellen irischen Volkstanz, der inzwischen zu einem modernen Showdance geworden ist. Der BRAUSER sprach mit zwei Tänzerinnen aus Kassel, die ihre Leidenschaft für diese interessante Tanzart entdeckt haben.

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„Ich war 2011 mit meiner Familie in Dublin bei Riverdance und da habe ich mir vorgenommen, irgendwann nach Irland zu kommen und diese Tanzart zu lernen“, erzählt uns Mila Rieth, die an der Uni Kassel Grundschullehramt studiert. „Die Tänze haben mich total mitgerissen und ich konnte einfach nicht mehr die Füße stillhalten.“ Und auch Miriam, die schon immer eine Leidenschaft fürs Tanzen hegte, war sofort von der besonderen Kunstform begeistert. „Ich habe schon vorher Hiphop getanzt. Als meine Tanztrainerin Lena mich fragte, ob ich nicht Interesse an weiteren Tanzarten wie Stepptanz habe, war ich sofort dabei. Angefangen habe ich mit American Tap, der Schritt zu Irish Dance war da nicht mehr weit.“ Irish Dance, das war für Miriam, die an der Uni Kassel Wirtschaftsromanistik studiert, eine total neue tänzerische Herausforderung. Immerhin kombiniert die Tanzart ungewohnte Rhythmen mit komplexen Schrittfolgen.

Herausfordernd und neu

Name: Miriam Hohmeister
Geburtstag: 27. Februar 1993
Studentin
Weitere Hobbys: Fremdsprachen lernen, Reisen
Erfolge bei Wettkämpfen: diverse Auftritte in
Irish Pubs und bei Events
Foto: Inna Fischer Photographie

 

Am wichtigsten beim Irish Dance ist die Lust und Freude, etwas Neues und Besonderes zu lernen. Aber auch Vorstellungskraft ist wichtig, um sich die Choreografien richtig vor Augen führen zu können. „So bekommt man dann auch ein Gefühl für die typischen Strukturen des Irish Dance“, erklärt Miriam weiter. „Man muss sehr hartnäckig sein, da nicht jeder „Click“ gleich sofort sitzt und man diese durch viele gezielte Übungen lernen muss. Gute Voraussetzungen sind also ein gutes Durchhaltevermögen und schnelle Beinarbeit.“ Geeignet ist diese besondere Kunstform eigentlich für jeden, der traditionelle irische Musik mag und sich gerne neuen Herausforderungen stellt. „Was aber nicht heißt, dass wir nicht auch zu anderer Musik tanzen“, wirft Mila schmunzelnd ein. „Ja, Freude an irischen Melodien und am Tanzen sollte man haben. Man sollte kein vollständiger Tanzneuling sein und eine gute Körperkontrolle haben“, ergänzt Miriam. „Spaß ist aber trotzdem das Wichtigste.“

Die Mischung macht’s

Name: Mila Rieth
Geburtstag: 20. Mai 1994
Studentin
Weitere Hobbys: Singen, Kochen
Erfolge bei Wettkämpfen: drei Pokale bei
einem Irish Dance Wettbewerb in Dublin
Foto: Inna Fischer Photographie

„Für mich ist Irish Dance wie eine Pizza“, erzählt die 24-jährige Mila. „Es gibt nicht die eine Schrittkombination, sondern ein Komplettpaket aus verschiedenen Schritten, der Musik und einer Choreografie, die den Tanz am Ende besonders machen. Bei einer Pizza sind es die Kombination aus vielen leckeren Zutaten, der Backzeit und einem schönen Glas Wein, die am Ende etwas Großartiges ergeben.“ Aus diesem Grund tanzt die Studentin, die sehr gerne in der Therme entspannt, auch mit beiden Schuhvarianten, den Soft und den Hard Shoes. „Ich liebe das große Ganze. Sowohl die Leichtigkeit der Soft Shoes als auch den ohrenbetäubenden Klang der Hard Shoes.“

Während Soft Shoes aus weichem Leder bestehen und Ballettschläppchen ähneln, sind Hard Shoes schwarze Lederschuhe mit speziellen Fiberglaseinsätzen am vorderen Fuß und Holzabsätzen. Miriam, die unbedingt einmal alle ihre Wunschreiseziele sehen und noch viele verschiedene Sprachen lernen möchte, bevorzugt den Tanz mit dem Hard Shoe. „Ich finde es kraftvoller und interessanter durch die Kombination mit Percussion. Deswegen ist mein Lieblingsschritt auch der von uns getaufte ,Rumsbums Reel’. Da ist so viel Power dahinter.“

Tanz schafft Verbindungen

Das Schwierigste beim Irish Dance ist vor allem zu Beginn einer Choreografie die Koordination von Kopf und Füßen. Die filigrane Fußarbeit oder Sprünge in Kombinationen mit Clicks haben es manchmal auch ganz schön in sich. Was aber gut zu wissen ist: Sollte man jemals einen Iren beeindrucken wollen, so ist Irish Dance perfekt dafür. Die beiden Tänzerinnen können neben zahlreichen Aufritten auch von witzigen Anekdoten berichten. „Als ich nach meinem Auslandsaufenthalt zurückkam, habe ich im Irish Pub meine jetzige Tanztrainerin Lena auf der Bühne gesehen. Ich erzählte ihr, dass ich auch Irish Dance könne und fing an, ihr in die Performance zu tanzen. Das fand sie gar nicht witzig, aber sie gab mir trotzdem ihre Visitenkarte. Heute lachen wir darüber“, erzählt Mila lachend. Und auch Miriam hat spontan eine Geschichte parat. „Bei einem Auslandssemester in Paris habe ich in einer Bar eine Gruppe Iren kennengelernt. Als ich erzählte, dass ich Irish Dance tanze, schüttelte einer von ihnen ganz lässig eine Choreografie aus dem Ärmel. Und das mitten in Paris!“ Irish Dance verbindet also nicht nur Menschen und Kulturen, es macht auch noch wahnsinnig Spaß.

 

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