BRAUSER trifft Finn MacCormac

Foto: Jens Thumser

Er lebt für und fast auch schon von der Musik – der 23-jährige Musiker Finn MacCormac überzeugt nicht nur im Alleingang mit Loop-Station oder Gitarre, sondern auch in Band-Formation mit Bass und Gesang. Wir tauchen tiefer ein in die heimische Musikszene und trafen den Kasseler mit nordirischen Wurzeln an seinem Arbeitsplatz im Dock4.

 

Kaffee oder Tee?

Ich bin auf jeden Fall Kaffeetrinker.

 

Bier, Wein oder Schnaps?

Zur Zeit faste ich, aber sonst bin ich eher bei Bier.

 

Fastest Du nur auf Alkohol?

Ja. Ich faste jedes Jahr. Einmal hab’ ich auf Bahnfahren gefastet, da bin ich viel Fahrrad gefahren – das war cool. Bei Regen fragt man sich aber schon: Warum mache ich das?

 

Steak oder Salat?

Richtig geil ist auch ein Salat mit Filetstreifen. Ich finde ohne beides schwierig. Da kann ich mich nicht entscheiden.

 

In welcher Location trifft man Dich regelmäßig an?

Ich bin auf jeden Fall auf vielen Konzerten von lokalen Bands, also Schlachthof, K19, Kleiner Onkel oder Theaterstübchen. Ich schaue mir da auch echt alles an: Von Randy Hansen, dem Jimmy Hendrix-Imitator, bis hin zu kleinen lokalen Acts.

 

Disco, Club oder Couch?

Ich gehe gerne Tanzen und bin gerne viel unterwegs!

 

Bist Du in Kassel geboren?

Nö… in München.

Was brachte Dich nach Kassel?

Ich bin mit meiner Familie nach Kassel gezogen und hab’ auch auf dem Friedrichsgymnasium Abitur gemacht. Mit drei Jungs war es schwierig sich in München eine Wohnung zu leisten.

 

Was macht für Dich Kassel so liebenswert?

Ich finde Kassel generell supercool! Ich bin seit fast zwanzig Jahren hier und es hat sich echt viel verändert. Seit acht Jahren stehe ich auf der Bühne und seitdem ist in der Kasseler Musikszene echt viel passiert! Es gibt viel mehr Leute, die was machen und die rausgehen, um sich Livemusik anzuschauen. Das find ich supergeil!

 

Hast Du einen Lieblingsplatz in Kassel?

Das kommt auf’s Wetter an. Generell draußen zu sein ist immer gut und meine Leute und ich sind oft im Tannenwäldchen.

 

Und was nervt Dich hier besonders?

Ich habe immer das Gefühl, dass die Kassler, Kasselaner und Kasseläner sehr gut darin sind, über sich selbst zu meckern. Dieses Rumgemähre finde ich unnötig.

 

Was gehört zu Deinem musikalischen Repertoire?

Hui, was mache ich so? (lacht). Ich habe mit acht angefangen Klarinette zu spielen, dann in Schulorchestern gespielt und in Schulchören gesungen –so Krimskrams. Später hab’ ich mit der Klarinette viel Jazz gemacht. Das mit der Klarinette hat sich jetzt leider ein bisschen verlaufen, weil es schwierig geworden ist, ein Ensemble zu finden. Es ist sehr nischig. Später habe ich mit ’nen paar Kumpels in einem Keller von einem Vater, der irgendwie alles da hatte, angefangen bandmäßig unterwegs zu sein und so kam ich zum E-Bass – einfach weil ich’s cool fand und lernen wollte! So 2009 kam ich zu Empty Sample, mittlerweile heißen wir Yepsen und sind auch gut unterwegs!

 

Bist Du ein Multitalent?

Es kam halt immer mehr dazu, weil es mich interessiert. Ob es eine Ukulele war, die ich für dreißig Euro auf dem Flohmarkt gekauft habe oder versucht hab’ der alten Gitarre meiner Mutter ein paar Töne zu entlocken. Manchmal klappt’s gut, manchmal weniger – Geige kann ich zum Beispiel immer noch nicht spielen, weil das sich, glaube ich, am Anfang bei jedem super schrecklich anhört und dann vergeht der Spaß. Querflöte und Saxophon hab’ ich auch mal ausprobiert.

 

Bei Yepsen bist Du aber Bassist und Sänger?

Genau! Bei anderen Projekten bin ich auch Bassist und Sänger. Ich bin mit verschiedenen Gruppen unterwegs. Ich bin Bassist und Sänger bei der Indie-Pop Band Lowfield und habe unter anderem Noriega Mind mitgegründet, nachdem ich Julio Noriega mal auf einer offenen Bühne getroffen habe und er mir erzählte, dass er gerne eine Band hätte. Bis Ende 2016 war ich dann dabei! Sonst probe ich mit „Alter Kaffee“ für unsere Tour. Wir haben eine voll durchgeplante Deutschlandtour. Das wird, glaube ich, richtig cool! Dazu gekommen bin ich, da ich schon immer Fan bin. Nach der Umstrukturierung hat mich der Frontman Max gefragt, ob ich nicht Bock habe mitzumachen! Und ich meinte nur: Ja!

 

Du bist aktuell mit „Project John“ unterwegs. Was können wir uns darunter vorstellen?

Project John ist mein Eigenes – weil man alleine viel flexibler ist und mehr Termine wahrnehmen kann. Ich musste mir überlegen, was ich eigentlich alleine machen kann und so ist die „Loop-Station-Geschichte“ entstanden. Da bin ich auch deutschlandweit unterwegs.

 

Hast Du auch andere Alleingänger-Projekte?

Viel Dudelei – ich improvisiere super gerne! Ich höre zum Beispiel einen Backing-Track und spiele dazu. Wenn’s mir gefällt, schaue ich es mir näher an. Dann wird man zum Bastler. Hauptsache machen! Auf der Bühne schichte ich dann die verschiedenen Teile mit der Loop-Station. Sowas erfordert relativ viel Planung, sonst hat man schnell zu viel oder ein großes Chaos. Cool ist, dass man zwei Extrema hat: einmal Rumdudeln und dann das Konzentrierte übereinanderschichten. Es geht weniger kompliziert, aber ich hab’s mir so ausgesucht und es macht mir mega viel Spaß!

 

Verdienst Du mit der Musik Dein Geld?

Das ist das Ziel. Aktuell bin ich Vollzeit-Student in Nanostrukturwissenschaften. Mit dem Bachelor bin ich quasi schon fertig, muss nur noch die Bachelorarbeit schreiben, aber dafür habe ich aktuell keine Zeit – gerade ist die Musik dran.

 

Wie empfindest Du den Zusammenhalt in der Kasseler Musikszene?

Auf jeden Fall ist er stärker geworden! Es gibt die Leute, die sehr bemüht sind, dass das Netzwerk wächst und dann gibt es die, denen es egal ist. Ich glaube, dass es für einen Musiker sehr wichtig ist, eine starke Community zu haben, gerade in so einer kleinen Stadt wie Kassel. Schwarmintelligenz eben! Auch Veranstalter – wie Markus Knierim vom Theaterstübchen, der jetzt echt viel mit lokalen Bands macht – sind da echt hilfreich. Es ist schön, wenn man sieht, dass erkannt wurde, dass in Kassel Interesse für Livemusik da ist.

„Ich glaube, die letzte Nachricht ist von meinem Nachhilfeschüler, ich geb’ auch Mathe, Physik und Chemienachhilfe. Ach ne, es ist die Band. Wir reden darüber, wann wir heute Abend skypen – wenn wir skypen (lacht). Ich sag’ euch, mit Musikern in einer Whatsapp-Gruppe zu sein ist schwierig – kreative Leute scheinen eher verplant zu sein (lacht). Und Whatsapp-Gruppen sind die Ausgeburt der Organisationskrankheit.“

 

Du schreibst auch viele eigene Songs?

Früher habe ich nur gecovert, so mit Freunden. Meinen ersten Song habe ich in England im Familienurlaub im Ferienhaus von meinem Onkel geschrieben. Da hab’ ich mich im Dunklen auf dem Dachboden mit einer alten Gitarre, die da noch rumstand, verschanzt und angefangen Lieder zu schreiben.

 

Also kommst Du aus einer Musikerfamilie?

Mein Onkel auf jeden Fall! Meine Mutter auch, die hat früher viel in Chören gesungen. Musikunterricht hab’ ich schon abbekommen. Mein Vater ist auch musikalisch, aber macht nichts draus – manchmal nimmt er eine Blockflöte in die Hand, spielt aber immer das gleiche.

Was sind Themen, die Dich viel bewegen und was davon verarbeitest Du in Deinen Texten?

Das ist stimmungsabhängig. Ich erwische mich dabei, sehr viel über Frauen zu schreiben, die in meinem Leben waren – oder eben nicht. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich das zu viel mache. Manchmal kommt die Inspiration auch einfach von zwei Zeilen, die man im Kopf hat, aber dann so geil findet, dass der Rest dazu muss! Am wichtigsten ist mir aber, dass meine Texte in sich schlüssig sind.

 

Schreibst Du die Texte für Dich, um etwas zu verarbeiten oder um andere zu inspirieren?

Definitiv mehr für mich!

 

Zukünftige Projekte?

Ich möchte mit Project John demnächst ein Video aufnehmen, damit es was zum Anschauen gibt. Es ist eben alles noch sehr frisch, ich hab’ im Dezember mein erstes Konzert als Project John gespielt und hatte im Januar diese superschöne große Show im ausverkauften Theaterstübchen zusammen mit MaFleur. Es ist alles noch ein bisschen kinderschuhmäßig. Auch weil ich finde, dass die Loop-Station-Auftritte live besser ankommen, als auf Video!

 

Angenommen Du hast die nächsten drei Tage spontan frei, was würdest du als erstes machen?

Ich habe quasi frei (lacht). Wenn jetzt nichts ansteht, mache ich mir Termine und würde mich mit Freunden treffen oder Musik machen. Musik mache ich eigentlich am liebsten auch nachts – meine Mitbewohner sind da nicht so begeistert (lacht). Rausgehen würde ich auch, weil ich es nicht ausstehen kann so lange drinnen zu sein.

 

Südsee oder Sylt?

Ich finde das Meer schon cool, aber bin, glaube ich, gar kein Meer-Mensch. Es gibt ja Leute, denen geht’s gleich besser, wenn sie das Meer sehen. Ich bin da, glaube ich, nicht so abhängig von. Als Kind fand ich es auch immer ekelig (lacht). Vor Quallen hatte ich schon immer Respekt.

 

Strand oder Berge?

Ich bin dann eher ein Berge-Typ.

 

Was sollte das Internet über dich vergessen?

Ich habe mich neulich wieder selbst gegoogelt und bin nicht mehr der erste Finn MacCormac, den man findet – früher war ich das immer (lacht). Aber die Sachen, die man über mich findet, halte ich für okay. Ich glaube nicht, dass es irgendetwas Schreckliches zu finden gibt. Klar gibt’s ’nen paar Posts, die Freunde gemacht haben, wenn man bei Facebook mal nicht ausgeloggt war – zum Beispiel gibt es auf meiner Seite ein wunderschönes Bild mit „Ich habe mir gerade ein neues Tattoo stechen lassen“, welches einen Hintern mit Jägermeisterflasche darauf zeigt. Aber sowas lösche ich mit Absicht nicht (lacht). Und Posts von meinem 15-jährigen Ich, da hat man, glaube ich, über viele Dinge noch nicht so nachgedacht.

 

Wo kommt Dein Nachname her?

Aus Nordirland. Die Eltern meiner Ma’ kommen daher.

 

Du hast an der Appleford School gearbeitet – als was genau?

Genau, nach dem Abitur. Das ist ein Internat für Kinder mit Lernschwäche – von Legasthenie bis hin zu Autismus, dort war ein breites Spektrum an Einschränkungen vertreten. Da habe ich als Betreuer in den Häusern, wo die Kinder wohnen, gearbeitet. Das war eine mega schöne Zeit! Es ist einfach sehr schön zu sehen, wenn jemand Probleme in der Schule hat, weil er nicht lesen kann und dann nachmittags beim Fußballspielen alles wieder gut ist. Ich habe echt tolle Kids und ’ne Menge anderer cooler Leute kennengelernt.

 

Bist Du generell gerne unterwegs und kommst gerne mal aus dem eigenen Land raus?

Ich komme gerne raus ja, aber auch immer wieder gerne zurück. Ständig unterwegs – ein Nomadenleben – wäre nichts für mich. Ich brauche ein Zuhause. Zum Beispiel räume ich ständig mein Zimmer um oder verändere was daran, weil es ein Ort sein soll, den ich für mich schaffe. Wenn mein Zimmer unordentlich ist, fühle ich mich auch unwohl! Dann kann ich da nicht arbeiten und muss woanders hingehen.

 

Du bist für die Musik viel unterwegs – hast Du „Rockstar-Tour-Stories“?

Die wildeste Story war, wo ich mit der Band Emma auf einem Sommerfest Hannover in einem Studentenwohnheim gespielt habe. Es war superheiß und keiner hatte Bock zu tanzen. Wir hatten trotzdem einen coolen Auftritt und den Leuten hat’s gefallen, aber sie saßen eben im Schatten (lacht). Übernachtet haben wir dann – zu fünft – im Wohnheim, aber in einem 15-Quadratmeter-Gemeinschaftsraum auf Sofas und Sesseln. Am nächsten Morgen wurden wir geweckt von einer der Veranstalterinnen und sie ist quasi rückwärts wieder rausgefallen – wir waren vielleicht etwas zu wüst drauf an dem Abend.

 

Schreibst Du nur englische oder auch deutsche Texte?

Auch deutsche, aber das finde ich schwieriger. Ich bin ja quasi so halber Muttersprachler – auch wenn ich nicht klassisch zweisprachig erzogen wurde, weil meine Eltern sich in Deutschland kennengelernt haben und eben ihre Beziehung auf Deutsch führen. Das wäre weird gewesen (lacht). Aber wir haben alle eine gute Portion Englisch abbekommen. Ich habe das Gefühl, dass das Englische einem mehr verzeiht, weil es viele Redewendungen gibt, die auch benutzt werden. Im Deutschen klingt das schnell so altbacken!

 

Welches Lied soll bei Deiner Beerdigung gespielt werden?

Irgendetwas Fröhliches. Klar fände ich es schön, wenn mich ganz viele Leute vermissen würden, aber wenn es wirklich mal soweit ist, ist mir am Wichtigsten, dass alle anderen weitermachen können. Ich denke da an „Africa“ von Toto.

 

Was nimmst Du mit auf eine einsame Insel?

Meine Gitarre!

 

Deine drei Lieblingsfilme?

Ich gucke gar nicht so viele Filme, weil ich dann immer das Gefühl habe, ich mache dann nichts. Und ich kann voll nicht nichts machen. Höchstens wenn ich im Bett liege und versuche einzuschlafen. Ich bin aber Fan von abgefahrenen Klassikern wie Uhrwerk Orange, den kann ich mir immer wieder ansehen, obwohl er am Ende echt nur noch abgedreht ist. Die Batman-Triologie habe ich auch oft gesehen. Heath Ledger als Joker halte ich für eine überragende schauspielerische Leistung! Sonst schaue ich gerne englische Filme in Originalfassung.

 

Serien oder Sport im TV?

Ich habe als kleinerer Junge immer viel Snooker, also Billiard angeschaut.

 

Hund oder Katze?

Katzen.

 

Kuscheln oder knutschen?

Beides gut. Kommt voll auf die Stimmung an.

 

Hast Du ein Vorbild?

Musikalisch gesehen finde ich Tash Sultana im Moment mega interessant. Das ist eine Frau, die macht auch so Loop-Kram, ist auch so alt wie ich und kommt aus Neuseeland. Sie war jetzt auch auf dem Dockville-Festival. Da kann man sich eine Scheibe von abschneiden, weil sie voll in ihrer Musik drin ist. Mega cool!

 

Wem sollten wir bei Instagram, Facebook oder Twitter folgen?

Witzig, weil ich ja auch hier im Dock4 arbeite und gestern eine CD von einer Band gefunden habe, die hier waren und mir als Dank, weil ich die Technik gemacht habe, eine CD geschenkt haben. Die heißen Poems for Jamiro und die haben mir wirklich, wirklich gut gefallen. Probs an die! Und die CD müsste mittlerweile sogar aktuell draußen sein (lacht).

 

Wo kannst Du entspannen, wenn dich mal alles nervt?

Auf der Treppe der Perspektivlosigkeit (lacht). Keine Ahnung, wer die so getauft hat, die heißt bei mir im Freundeskreis so. Das ist eine Treppe, die vom Tannenwäldchen auf die Breitscheidstraße führt, zwischen den gelben Häusern hindurch. Das ist ein sehr guter Ort um sich mal hinzusetzen und nachzudenken oder auszuruhen von der Trubelei. Weil da, glaube ich, nur Leute langlaufen, die in den besagten Häusern wohnen (lacht).

 

Für was hättest Du gerne mehr Zeit?

Alles. Ich hätte gerne generell fünf Stunden längere Tage, das würde vieles einfacher machen.

 

Wann hast Du das letzte Mal etwas aus Zwang getan?

Ich versuche immer Dinge, die ich nicht will, auch wirklich nicht zu machen. Ich bin zum Teil sehr gut darin, mich rauszuwinden (lacht). Das letzte Große, an das ich mich erinnern kann, ist ein Laborversuch, den ich nachholen musste. Weil ich auch praktische Anteile in meinem Studium habe, man kann ja nicht Chemie studieren, ohne je im Labor gestanden zu haben (lacht). Obwohl ich den schon gemacht und bestanden hatte, da hatte ich echt wenig Spaß dran.

 

Wenn Du jetzt spontan etwas verändern könntest, was wäre das?

Vielleicht sollten wir uns alle besser vernetzen. Wenn wir uns alle besser verstehen würden, wäre vieles besser – hätten wir Menschen, die weit weg sind, wenigstens auf einem Bildschirm in unserem Zimmer, würde das, denke ich, eine Menge in den Köpfen der Menschen verändern. Probleme sind dann eben nicht mehr 5.000 Kilometer entfernt.

 

Wann hast Du das letzte Mal geweint und warum?

Ich glaube, nach meinem Konzert im Theaterstübchen. Vorher war ich des Todes aufgeregt, sodass ich den Tag vorher nicht geschlafen hatte – und dann waren wirklich 200 Leute da. Als ich in den Backstage-Raum gegangen war, um mich auszuruhen, waren vielleicht so 50 Leute im Saal. Aber als ich dann wieder auf der Bühne stand, hab’ ich die Theke nicht mehr gesehen und wusste: Es ist wirklich, wirklich voll. Gespielt habe ich dann aber irgendwie, obwohl ich mich echt nackt gefühlt habe. Danach fiel alles von mir ab und ja, da habe ich auch geweint.

 

Welche Eigenschaft hattest Du als Kind, die Du heute noch hast?

Ich war schon immer ein Besserwisser und ich war schon immer neugierig – ist ’ne extrem blöde Kombination. Weil man nicht nur versucht über alles was rauszufinden, sondern es auch jedem erzählt.

 

Was hast Du als letztes verschenkt und an wen?

Ich habe dem Keyboarder von „Altem Kaffee“ einen Keyboardständer mitgeschenkt.

 

Wann bist du zu streng mit Dir?

Was meine Musik angeht, bin ich super kritisch mit mir selbst. Ich würde gerne mehr online stellen und diejenigen, denen ich meine Aufnahmen zeige, finden die auch immer super, aber ich nicht.

 

Mal uns Dein Lieblingstier:

Lieblingstier: „Ich glaube, ich kann keine Katzen malen (lacht). Das wird jetzt eine Bad-Ass-Comic-Katze.“

 

Was hast Du für einen Anspruch an Dich selbst?

Ich glaube, mir ist es am wichtigsten, dass ich, wenn ich irgendwann mal alt bin, zurückschauen kann und sagen kann, dass ich nichts verpasst habe. Wahrscheinlich funktioniert es nicht, aber ich probier’s. Möglichst wenig Chancen auslassen.

 

Ein geheimes Talent, das keiner von Dir erwarten würde?

Ich habe irgendwann gelernt mit vielen Dingen nach außen zu gehen, wie mit der Musik, dann auf Bühnen – das bekommen dann viele Leute mit. Ich fotografiere gerne, ich glaube auch gar nicht schlecht: Menschen, Orte, Leben. Früher habe ich viel mit der Kamera von meiner Ma’ fotografiert und leihe sie mir auch gerne noch aus, aber sonst fotografiere ich mit allem, was ich in die Finger bekomme – mir geht’s da mehr um die Idee. ’Ne gute Kamera wäre aber schon cool. Ich habe auch noch eine analoge Kamera, die würde ich auch gerne mal wieder fit machen.

 

Was willst Du im Leben unbedingt noch machen?

Ich wollte schon immer mal Bungee springen. Denn Höhe ist nicht mein Problem, eher Wasser. Doch über dem Wasser springen wäre vielleicht besser, obwohl bei der Höhe…Ich will nicht drüber nachdenken (lacht).

 

Hast Du ein Lebensmotto?

Hab’s glaube noch nie in Worte gefasst. Wahrscheinlich das „Nichts verpassen wollen“, das ist mal gut, mal echt anstrengend.

 

Wenn du mit jemanden tauschen könntest, wer wäre das?

Schwierig, ich würde gerne alles mal ausprobieren. Auf jeden Fall einmal mit ’nem krassen Musiker, wie John Mayer. Einfach mal das Gefühl haben, wie es ist, wenn man die ersten drei Töne spielt und tausende von Menschen vor einem ausrasten. Das würde ich gerne mal erleben, weil ich mir das so unglaublich surreal vorstelle!

 

Welche Rituale oder Ticks hast Du?

Für mich ist das wahrscheinlich selbstverständlich. Ich habe ein paar schlechte Angewohnheiten. Ich bin zum Beispiel schlecht im Türen zumachen. Da lege ich keinen Wert drauf und dann bleiben Schränke eben offen (lacht).

 

Womit beginnt und endet der perfekte Tag für Dich?

Ich bin sehr froh, wenn ich Zeit zum Frühstücken habe, weil das echt selten passiert – ich bin eher der Kurz-vor-knapp-Aufsteher. Aber mir geht’s besser, wenn ich gefrühstückt habe. Abends schaue ich mir meistens irgendwelche Dokumentationen an, um einzuschlafen und finde sie dann doch interessant. Das ist meine Art unnötiges Wissen anzusammeln (lacht). So auch absurde Youtube-Videos, weil ich denke, sie sind langweilig genug, um einzuschlafen. Zum Beispiel letztens ein Video über die Zahl 1.729. (lacht).

 

Welchen Emoji benutzt Du am häufigsten?

Auf jeden Fall: der Affe, der so macht (hält sich die Augen zu).

 

 

Was machst Du jetzt als Nächstes nach unserem Treffen?

Ich spiele heute Abend in Göttingen und morgen in Hamburg. Da ich in Göttingen schlafe, um morgen eine halbe Stunde Autofahrt zu sparen, muss ich noch Klamotten einpacken.