Videoinstallation im Fridericianum: „Gesang“ der Giraffe

Kassel. Premiere im Kasseler Kunstverein: Mit dem Wiedereinzug in die Räumlichkeiten des Fridericianums wird dort bis zum 25. März die raumgreifende Klang- und Videoinstallation „Infra Voice“ der Hamburger Künstlerin Annika Kahrs gezeigt.

Die audiovisuelle Arbeit ruft auf formaler wie akustischer Ebene Analogien zwischen dem Oktobass (ein riesiger Kontrabass) und der Giraffe auf. Dank des umfangreichen Klangkörpers des 3,85 Meter hohen Streichinstruments lassen sich besondere Töne erzeugen, die an Geräusche von Giraffen erinnern. Der tiefste Ton liegt hierbei im Infraschallbereich und ist somit für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar.

Angelehnt an den „Gesang“ der Giraffe trägt die Musikerin Guro Skumsnes Moe ein eigens für Infra Voice komponiertes Stück auf dem Oktobass vor. Zuhörer sind die Giraffen im Hamburger Tierpark Hagenbeck – und die Ausstellungsbesucher.
Ob die Giraffen von diesem Konzert mit den langen Schallwellen beeindruckt sind, bleibt eine offene Frage, die Annika Kahrs in ihrer Arbeit zu beantworten versucht.

Entsprechend der Anatomie des Tieres und des Instruments wird die Drei-Kanal-Arbeit im filmischen Hochkant-Format 9:16 gezeigt.

Was bedeutet es, ein Tier zu sein? Mit ihrem Projekt „Infra Voices” stellt Annika Kahrs Fragen zum Mensch-Tier-Verhältnis. Foto: Schaumlöffel