BRAUSER trifft Dr. Durst

Ob auf dem Lieferwagen oder über dem Eingang zum „coolsten Getränkemarkt Kassels“– wie sie sich selber nennen – das grüne Logo von Dr. Durst ist aus dem Kasseler Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Wir trafen uns mit den Geschäftsführern Eddie Stankovic und Ali Jazayeri. Und uns wurde klar, nicht nur das Sortiment von Dr. Durst, sondern auch die 32- und 34-jährigen Familienväter überzeugen durch Vielfältigkeit.

Von links nach rechts im Kreis: Eddie (Geschäftsführer), Adrian, Benjamin, Dennis und Ali (Geschäftsführer). Foto: Thumser

 

Kaffee oder Tee?

Beide: Kaffee!

 

Bier, Wein oder Schnaps?

Eddie: Schnaps.

Ali: Ne, Wein!

 

Steak oder Salat?

Beide: Steak.

 

In welcher Location trifft man euch regelmäßig?

Eddie: Ich gehe gerne in der „La Cantina“ essen.

Ali: Ich bin gerne im HermannS hier gleich um die Ecke zum Trinken. Aber natürlich auch zum Essen (lacht).

 

Was macht Kassel für euch so liebenswert?

Eddie: Kassel ist die Heimat! Hier bin ich verbunden mit den Leuten!

Ali: Kassel ist die Nummer eins für mich, meine Heimat. Es war mir wichtig in Kassel Erfolg zu haben, statt in einer anderen Metropole.

 

Und was nervt in Kassel?

Beide: Der Stau im Nachmittagsverkehr und die Baustellen. Besonders beim Liefern!

Eddie: Wenn Leuten hier etwas nicht gefällt, liegt das meistens an dem eigenen Umfeld! Denn Kassel und seine Mentalität ist echt viel lockerer geworden.

Ali: Seitdem der Herkules Weltkulturerbe ist kommen auch viel mehr Touristen. Die Wilhelmshöher Allee ist viel belebter geworden!

 

Disco, Club oder Couch?

Eddie: Eher Chillen. Mittlerweile halt wegen der Familie, da schraubt man sowas zurück.

Ali: Ich unternehme zwar gerne was, aber es muss nicht die Disco sein.

 

Angenommen ihr hättet die nächsten drei Tage spontan frei, was würdet ihr als erstes machen?

Eddie: Ich würde mit meiner Familie wegfahren. Für drei Tage zwar leider nicht in ein warmes Land, aber nach Prag vielleicht. Da hab’ ich Verwandtschaft.

Ali: Ich würde auch mit der Familie wegfahren oder die Zeit mit Freunden nachholen.

 

Eddie: Strand oder Berge?

Auf jeden Fall Strand!

 

Südsee oder Sylt, Ali?

Südsee!

 

Was sollte das Internet über euch vergessen?

Ali: Von mir ist nichts im Internet was man vergessen sollte (lacht). Eddie: Ich bin im Internet kaum vertreten. Wenn nur in Artikeln über den Laden und die können gerne bleiben!

 

„Der coolste Getränkemarkt Kassels“ – drei Dinge die Dr. Durst einzigartig machen?

Eddie: Unsere Freundlichkeit, wir kommen wirklich mit jedem Kunden gut klar!

Ali: Der Geschmack und dass wir immer im Trend liegen.

 

Was findet man an besonderen Getränken bei euch?

Ali: Importgetränke, die vielleicht in Kassel üblicherweise nicht im Regal stehen. Oft stehen Kunden aus anderen Nationen im Laden, bekommen leuchtende Augen und freuen sich, dass wir die Getränke haben, die sie aus ihrer Heimat oder aus dem Urlaub kennen. Es ist toll zu sehen, wie dann die Erinnerungen zurückkommen.

Eddie: Wir haben viele amerikanische Softdrinks, eine große Auswahl an internationalem Craft-Beer – wir waren mit die ersten, die das hier geführt haben und aktuell spezialisieren wir uns auf Spirituosen.

 

Auf dem Weg zum Club seid ihr eine beliebte Anlaufstelle für alle, die noch ein paar Getränke brauchen – was erlebt man hier an solchen Abenden?

Eddie: Naja, wir sind eher Station so sonntagmorgens, wenn die Leute von ihren After-Partys kommen. Du kommst gerade von Zuhause vom Frühstück und hier stehen die Leute und sind noch voll im Party-Modus (lacht).

Ali: Was ich krass finde ist, dass wir zum Teil stark auf Jugendliche achten, dass sie nichts klauen oder Ärger machen. Aber Fakt ist, dass das einzige Mal, dass wir jemanden erwischt haben, das war eine Oma von achtzig, neunzig Jahren, die zwei Überraschungseier geklaut hat (lacht).

 

Was ist wichtiger: Fleiß oder Talent?

Eddie: Fleiß. Mit Talent kann man bis zu einer gewissen Stufe kommen, aber am Ende des Tages entscheidet der Fleiß.

 

Wenn man euer Leben verfilmen würde, welcher Schauspieler würde euch spielen?

Eddie: Ich mag Denzel Washington, den könnte ich mir vorstellen.

Ali: Gerard Butler.

 

Woher kennt ihr beide euch denn eigentlich?

Eddie: Noch aus der Jugend. Wir waren zusammen auf der Reuter-Schule.

 

Und wie fing alles mit dem Laden an?

Eddie: Das weiß ich noch genau! Wir haben uns eine Location für einen Gastro-Betrieb angeschaut. Das war ursprünglich unser Plan. Nach der Besichtigung sind wir hier am Laden vorbeigelaufen. Hier war 28 Jahre lang ein Getränkeladen drin und bei uns wuchsen die Ideen! Im Zusammenhang mit der Gastronomie dachten wir auch, dass wir dann anfangen könnten Restaurants zu beliefern. Heute beliefern wir auch viele Büros und Firmen!

Ali: Genau! Und der Laden, so wie wir ihn jetzt vorfinden, ist er auch genau so wie wir ihn haben wollen! Wir wollten keinen 08/15-Späti! Es sollte schon der coolste Getränkemarkt Kassels sein. Uns ist wichtig, dass wir uns präsentieren wie wir sind und auch jeder Mitarbeiter individuell sein kann.

 

Wie schafft ihr es immer einen Konsens zu finden?

Eddie: Durch Gespräche. Mal kürzer, mal länger, aber am Ende des Tages sind wir uns einig.

Ali: Auch wenn der Andere anderer Meinung ist, respektiere wir das und sitzen trotzdem am Abend noch bei einem Bier zusammen.

 

Gibt’s Pläne für die Zukunft?

Eddie: Eine größere Lagerfläche, den Liefer-Betrieb ausbauen und vielleicht anfangen Event-Sachen wie Bierzeltgarnituren zu verleihen.

Ali: Immer alles weiterentwickeln! Auch die Internetplattformen. Das wird immer wichtiger.

 

Ein Motto, welches euch von Anfang an antreibt?

Eddie: „365 Tage für Sie da“ (lacht). Das haben wir auch durchgehalten! Als Selbstständiger ist man jeden Tag ständig und selbst am Start. Das Motto steht für den Laden.

 

Ein Thema, über das ihr gerne mehr lernen oder wissen würdet?

Eddie: Ja, Projektmanagement. Denn wir haben oft gute Ideen, aber man müsste wissen, wie man sie richtig und gut umsetzen kann.

Ali: Ich würde gerne in einem guten Restaurant die höhere Küche lernen. Ich bekoche gerne meine Familie und meine Freunde und würde das gerne mal von einem Profi-Koch lernen.

 

Was habt ihr zwischen Schule und dem Laden gemacht?

Ali: Abitur. Dann angefangen Bauingenieurwesen zu studieren und ein bisschen gejobbt, aber das war nicht das Wahre.

Eddie: Ich habe Fachabi gemacht und dann vier Semester Politikwissenschaft studiert.

 

In welchem Geschäft oder Restaurant wärt ihr gerne mal eine Nacht alleine eingesperrt?

Ali: Im Timberjacks in Göttingen (lacht).

 

Eure drei Lieblingsfilme?

Eddie: „Heat“, „Der Pate“, „Training Day“.

Ali: Auch „Der Pate“, „Es war einmal in Amerika, „Good Fellas“.

 

Serien oder Sport?

Eddie: Mittlerweile auf jeden Fall Serien – Fußball ist langweilig geworden. Aktuell schau ich „Ray Donovan“.

Ali: Ich sehe gerne „Better Call Saul“ oder „Breaking Bad “.

 

Kuscheln oder Knutschen?

Beide: Fifty-fifty.

 

Wo könnt ihr entspannen, wenn euch mal alles nervt?

Ali: Zuhause bei meiner Frau.

Eddie: Mit der Familie oder bei der Thai Massage.

 

Werden Kunden zu Freunden?

Ali: Vielleicht nicht Freunde wie wir beide es sind, aber man versteht sich gut und unternimmt vielleicht auch mal privat was.

Eddie: Das ist das, was uns ausmacht – ohne Werbung machen zu wollen (lacht). Wenn man die Leute besser kennt, wird auch mal ’nen Bierchen getrunken und es entstehen längere Gespräche. Mittlerweile sind wir achteinhalb Jahre hier und es ist toll, die Entwicklung der Kunden zu sehen. Und da bekommt man einiges mit.

Ali: Auch mit der Schule gegenüber: da hat man Leute hier, die fast mit der Uni fertig sind und man weiß noch genau, wie sie in den Pausen rüberkamen. Das ist toll!

 

Wovor habt ihr Angst?

Eddie: Vor Dingen die man nicht ändern kann – wie etwa, dass Angehörige krank werden. Denke das geht vielen so.

Ali: Ja, wenn man keinen Einfluss, wie auf Krankheiten oder Schicksalsschläge hat, ist es sehr schwer.

 

Für was hättet ihr gerne mehr Zeit?

Ali: Hobbies. Ein bisschen Fitness, Kampfsport oder Joggen. Ich hab’ mal Selbstverteidigung gemacht und würde das gerne vertiefen.

Eddie: Ja, bei mir das Gleiche. Ich habe lange Fußball gespielt und das würde ich wieder in Angriff nehmen. Und mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen.

 

Wann habt ihr das letzte Mal etwas aus Zwang getan?

Eddie: Ja, die Verpflichtungen. Ich würde öfter gerne einfach chillen. Arbeiten gehe ich zum Beispiel gerne, weil das mein Ding ist. Gezwungen werde ich eher zum Steuerzahlen (lacht).

 

Wenn ihr spontan etwas verändern könntet, was wäre das?

Ali: Die aktuelle Stimmung in der Gesellschaft.
Eddie: Ja, hier sind alle angespannt. Wir brauchen mehr Liebe in der Welt.

 

Wann habt ihr das letzte Mal geweint und warum?

Ali: Vor Kurzem wegen meiner Oma, weil sie krank ist.

Eddie: Ich war traurig als mein Opa gestorben ist.

 

Welche Eigenschaften hattet ihr schon als Kind, die ihr heute noch habt?

Ali: Ich habe ein Talent für guten Geschmack – also meiner Meinung nach (lacht). Ich war als Kind ein Feinschmecker bei Essen und Trinken und bin es heute noch. Und Eddie bleibt schon immer entspannt und ruhig.

 

Wann seid ihr zu streng mit euch?

Eddie: Ich glaube nie (lacht). Obwohl: oft sehen wir nur die Dinge, die wir nicht schaffen und nicht, was wir geschafft haben.

Ali: Ja, oft sind wir zu selbstkritisch und sehen nur die Baustellen, die noch vor uns liegen. Es geht halt auch nichts von heute auf morgen ­– viele Dinge passieren peu à peu.

 

Was wollt ihr im Leben unbedingt noch machen?

Eddie: Fallschirmspringen.

Ali: Die Welt bereisen. Südamerika, Peru, Chile und unbedingt Japan – das wäre cool!

 

Welche Frage würdet ihr wem stellen, wenn ihr wüsstet: die Antwort wäre „Ja“?

Eddie: Ja, ich weiß nicht genau wen, aber ich würde fragen, ob das Geschäft bestehen bleiben wird. Vielleicht Ali?

Ali: Ja, wenn ich die Erleuchtung habe – Scherz (lacht). Ich würde meine Frau fragen ob ich dieses Jahr alle wichtigen Entscheidungen treffen darf, ohne zu diskutieren.

 

Ein Satz der euer Leben bis zum heutigen Tag beschreibt?

Eddie: Die Ordnung im Chaos.

Ali: Never change a running team. Und: Ohne Fleiß kein Preis (lacht).

 

Wenn ihr mit jemandem tauschen könntet, wer wäre das?

Ali: Der russische Präsident – das finde ich interessant. Oder der Papst.

Eddie: Ich hätte gerne mal die Freiheiten, die die ganzen Stars haben. In Saus und Braus leben.

 

Was habt ihr Zuhause immer im Kühlschrank?

Ali: Parmesan-Käse.

Eddie: Bier und ungarische Salami.

 

Und was habt ihr Zuhause, was nie gegessen oder getrunken wird?

Ali: Jägermeister hab’ ich eine Flasche. Und die wurde nie getrunken, egal welche Party stattfand.

Eddie: Kidney-Bohnen oder so. Ich weiß nur, dass die Dose 2013 abgelaufen ist und da habe ich nicht mal da gewohnt, wo ich jetzt wohne (lacht).

 

Habt ihr Rituale oder Ticks?

Ali: Je schlimmer die Situation ist, desto ruhiger wird der Eddie. Und ich eskaliere gleich. Aber dadurch ergänzen wir uns erst recht.

Eddie: Ich muss abends immer noch für mich alleine eine Serie gucken, auch wenn meine Frau schon schlafen geht.

 

Welche App benutzt ihr am häufigsten?

Ali: Die eBay-App oder Amazon.

Eddie: Wahrscheinlich Facebook – für den Laden sowie privat.

 

Womit beginnt und endet der perfekte Tag?

Ali: Mit einem Grinsen meiner Familie beim Frühstück und einem Lachen beim Abendessen.

Eddie: Ein guter Abend ist ein entspannter Abend mit meiner Frau, weil ich dann am nächsten Morgen fit bin und schaffe, was ich mir vorgenommen habe.

 

Malt Ihr uns Euer Lieblingstier?

Alis Lieblingstier ist der Jaguar. Nur seinen Hund – einen südafrikanischen Boerboel zieht der Familienvater den Raubkatzen vor.

 

Eddie: „Ich mag Seeadler, aber das sieht jetzt aus wie der Bundesadler.“