Die Welt steht Kopf: Aerial Yoga

Die Sportart Yoga erfreut sich heutzutage immer größerer Beliebtheit, nicht zuletzt weil wir in dieser schnellen, stressigen Zeit oft nach Wegen suchen, um mal so richtig zu entspannen und unser Wohlbefinden in den Mittelpunkt zu stellen. Eine besondere Art des Yoga ist das sogenannte Aerial Yoga. Der BRAUSER war neugierig und hat zwei Yogis getroffen, die diese Sportart für sich entdeckt haben.

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Ein farbenfrohes Tuch hängt von der Decke und erinnert an vergangene Kindertage, in dem eine solche Schaukel in manchen Zimmern das Highlight schlechthin war. Früher hat man sich einfach fallen gelassen und die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, bis der Kopf schwer wurde. Genau das macht man auch jetzt, beim Aerial Yoga. Sich hängen lassen, loslassen, den Alltag und den ganzen Stress einfach vergessen. „Man gibt sein ganzes Sein an das Tuch ab und kann sich damit einer leichten, schaukelnden Bewegung hingeben“, erzählt uns Romana Cetin, die im September 2017 der Empfehlung ihrer Yogalehrerin folgte und Aerial Yoga zum ersten Mal für sich entdeckte.

EINFACH HÄNGEN LASSEN

Besondere Fähigkeiten braucht man nicht. Vielmehr zählt die Lust und Neugier, etwas Neues auszuprobieren. Denn Aerial Yoga, das heißt laut Romana zu sehen, was es bedeutet, sich mal so richtig fallen zu lassen. „Es ist gut, wenn die Welt mal Kopf steht“, erklärt sie uns. „Man wird liebevoll daran erinnert, einfach loszulassen.“ Und auch Julia, die schon im Sommer 2016 mit Aerial Yoga angefangen hat, betont die entspannende Wirkung der Sportart. „Die Dehnübungen sind sehr angenehm und auch die Atmosphäre. Außerdem habe ich echt eine tolle Gruppe, mit der es immer wieder schöne Momente im Kurs gibt.“ Aber was ist Aerial Yoga denn jetzt genau? Im Gegensatz zum „normalen“ Yoga werden die Übungen, Asanas genannt, in einem rautenförmigen Nylontuch ausgeführt, welches mit einem Haken an der Decke befestigt ist. Dabei soll sich die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur entspannen, ideal also für Menschen mit Rückenproblemen oder Verspannungen.

STÄRKUNG AUS DEM INNEREN

„Man lernt seinen Körper und die Muskeln, die wir besitzen, viel besser kennen und stärkt viele Bereiche des Körpers“, erklärt uns Julia, die sich durch den Sport lange gesund und fit halten möchte. „Auf der anderen Seite ist die Sportart auch mit Adrenalin verbunden, da wir viele Übungen in der Luft ausführen. Außerdem fokussiert man sich komplett auf sich. Das ist eine super Mischung.“ Im Gegensatz zum konventionellen Yoga findet Aerial Yoga also in der Luft statt, ist aber nicht zwingend besser oder schlechter. „Die Besonderheiten von Aerial Yoga sind das Schweben, die fließenden Bewegungen über dem Boden und das Hängenlassen. Das tut enorm gut “, bringt es Romana auf den Punkt. Sie selbst mag am liebsten alle Übungen, bei denen sie über Kopf hängt wie beim Kopf- und Schulterstand. Aber auch der Skorpion, ein Unterarmstand, bei dem man die Beine in Richtung Kopf fallen lässt und so einen grazilen Bogen bildet, gehört zu ihren Lieblingen. Julia gefällt besonders der Hund, wenn sie das Becken kippen lässt.

DIE KONTROLLE ABGEBEN

In der Regel nimmt Romana in der Woche an zwei bis drei verschiedenen Yoga-Kursen teil. Ihr Ziel ist es aber gerade, Yoga in ihr tägliches Leben zu integrieren. Denn der Sport hat es ihr wirklich angetan: im Moment macht die 35-Jährige eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Aber auch Julia ist ganz begeistert von der Sportart. Neben Dressur reiten besucht sie einmal die Woche den Yogakurs und möchte am liebsten irgendwann eine Ausbildung zur Aerial Yoga Lehrerin machen. Sich einfach so fallen zu lassen, das kostet natürlich etwas Überwindung. Ein gewisses Grundvertrauen zu haben, dass man in Ruhe auch mal den Boden unter den Füßen verlieren kann und die Kontrolle an das Tuch abgeben, welches den Körper dann trägt, genau das ist bei Aerial Yoga wohl erst mal das Schwierigste, meint Romana. „Es gibt viele Übungen, bei denen man über sich hinauswächst und für die Überwindung, es einfach mal zu versuchen, braucht man großes Vertrauen in sich selbst“, ergänzt Julia. Ansonsten können aber auch Anfänger ganz einfach mitmachen und sich dieser außergewöhnlichen Sportart widmen, die zwar so einfach und leicht aussieht, aber trotzdem Einiges an Kraft erfordert. Keine Gruppierung von Menschen wird ausgeschlossen. „Am Ende verliebt man sich einfach in Aerial Yoga“, meint Romana schmunzelnd. „So wie ich.“

 

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Dann kommt vorbei:
Satya-Yoga Kassel
Motzstraße 5
34117 Kassel
Telefon: (05 61) 9 37 26 63
Tannenkuppenstraße 21
34119 Kassel

 

 

 

Name: Romana Cetin
Geburtstag: 4. Juli 1982
Job: Ausbildung zur Yogalehrerin
Hobbys: Yoga, Longboard fahren,
Klavier spielen

Name: Julia Wüst
Geburtstag: 8. März 1999
Job: Ausbildung zur Schreinerin
Hobbys: Reiten, Yoga