Handball: Die Mutigsten gehen ins Tor

Handball ist eine allseits bekannte Sportart. Besonders durch die MT Melsungen ist sie hier in der Region in aller Munde. Doch weiß auch jeder, dass zu der Sportart einiges mehr gehört, als nur den Ball hin und her zu spielen? Der BRAUSER beschäftigte sich mit einem Verein, der den Fokus erfolgreich auf Spaß und Leidenschaft am Spiel setzt, und sprach mit zwei Handballerinnen vom TSV Vellmar.

„Der Reiz an dieser Sportart ist, dass man auf dem Feld alles um sich herum ausschaltet und nicht für sich alleine spielt, sondern für das ganze Team“, schwärmt die Handballerin Anna Hertha. Die 18-jährige Auszubildende zur Industriekauffrau spielt seit der vierten Klasse Handball und stieß vor Kurzem zum TSV Vellmar Damenhandball dazu. Ihre Motivation für das Handballspielen nimmt sie von ihrem Vater, der selber eine Leidenschaft für den Sport hegt und gleichzeitig ein Vorbild für Anna ist. In ihrem Team spielt ebenfalls die Handballerin Johanna Scharff, die seit ihrem sechsten Lebensjahr Handball im Verein spielt. „Handball war und ist zu Hause der Lebensmittelpunkt. Da bin ich direkt in der Sporthalle mit dem Ball in der Hand groß geworden“, erzählt die 22-Jährige. Die aufgeweckte Studentin mit den Fächern Wirtschaftspädagogik, Sport und Deutsch reizt außerdem die Schnelligkeit des Spiels und das Kräfte- und Leistungsmessen mit dem Gegner.

Fotos: Jan Meyer, Katrin Sucker (alle n.h.)

MEHR ALS NUR BALLSPIELEN

In erster Linie ist die Fähigkeit im Team zu spielen von großer Bedeutung. „Ein gewisses Spielverständnis ist natürlich auch wichtig, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit immer weiter“, wirft Johanna ein, die ihre Spielfeldposition Rechtsaußen hat. Darüber hinaus sollte man ein gewisses Maß an Schnelligkeit, Ausdauer, Athletik und Kraft für den Sport mitbringen. Natürlich kann man sich dieses Leistungsvermögen auch in der dreimal wöchentlichen Trainingseinheit aneignen. Nach dem selbstständigen Aufwärmen folgt der taktische Teil, die Verbesserung der Abwehr und des Angriffs. Auch auf die Gegner werden die Handball-
Spielerinnen von ihren Trainern eingestellt, damit sie für die Wettkämpfe und Spiele am Wochenende gut vorbereitet sind. „Der für mich wichtigste Wettkampf war das Spiel um den Einzug in die Jugendbundesliga“, berichtet die Rückraumspielerin Anna. „Geschafft haben wir es leider nicht, aber es war eine tolle Erfahrung“, schwärmt sie. Ein großer Erfolg war jedoch der Aufstieg in die Oberliga von 2016/2017 und das nächste Ziel des Teams ist ein weiterer Aufstieg in der aktuellen Saison.

ANNA HERTHA
• Alter: 18 Jahre
• Beruf: Ausbildung zur Industriekauffrau
• Spielfeldposition: Rückraum
• Hobbys: Reiten

DAS „WIR“ ZÄHLT

Doch den Sportlerinnen geht es nicht nur ums Gewinnen. „Ich glaube, die wichtigste Fähigkeit ist, auch mal verlieren zu können und trotzdem beim nächsten Spiel wieder alles zu geben für das Team“, meint Anna. „Handball ist ein Teamsport. Das heißt, man muss sich gegenseitig aufeinander verlassen können“, erklärt die erfahrene Handballerin. Auch der 22-jährigen Johanna ist der Zusammenhalt ihres Teams sehr wichtig. „Wir verbringen auch neben der Zeit in der Halle fast ununterbrochen unsere Freizeit miteinander. Egal wer etwas auf dem Herzen hat, jeder steht für jeden ein“, strahlt sie. Doch wie bei fast jeder Sportart zieht Handball durch den groben Körperkontakt ein Verletzungsrisiko nach sich. „Aber man darf keine Angst vor einer Verletzung haben, das hindert einen selbst ein gutes Spiel zu bestreiten“, erklärt die Außenspielerin Johanna.

JOHANNA SCHARFF
• Alter: 22 Jahre
• Beruf: Studentin an der Uni Kassel
• Spielfeldposition: Rechtsaußen
• Hobbys: Fitnessstudio

UND SONST SO?

Neben Handball sind die beiden Mädels auch in anderen Sportarten aktiv. Das Fitnessstudio ist für sie ein weiterer Ort zum Sporttreiben. Auch mit Reiten füllt Anna ihre Freizeit und Johanna hat einige Sportkurse an der Uni. Johanna nimmt außerdem an einem Projekt an der Uni teil, in dem sie Grundschulkinder in verschiedenen Sportarten fördert. Prüfungen bleiben dabei auch nicht aus. Viel Zeit für Freunde und Familie bleibt da nicht, doch sie nutzen jede freie Zeit, um sie mit ihnen zu verbringen. „Meine Tiere, Familie und Freunde machen mich glücklich. Dazu natürlich mein Sport, den ich ohne die Unterstützung meiner Eltern nicht hätte ausführen können“, betont Anna. Auch Johanna verbringt ihre freie Zeit am liebsten mit ihren Eltern in ihrer Heimat Bad Sooden-Allendorf oder mit ihren Freundinnen auf der Insel Mallorca.

 

 

Wenn du Lust hast den Verein zu unterstützen, dann kannst du gerne zum Reinschnuppern vorbeikommen. Informationen findest du unter: www.tsv.vellmar.de oder www.facebook.com/TsvVellmarDamen