Kopfsache: Trendsportart Headis

Ein schneller Ballwechsel über das Netz der Tischtennisplatte. Die Spieler sind konzentriert und lediglich auf den Ball fixiert. Was im ersten Moment nach einem klassischen Tischtennis-Match aussieht, ist keins. Denn die Spieler haben keine Schläger, sondern köpfen den Ball auf die gegenüberliegende Seite. Der BRAUSER wollte wissen, was hinter dem Trendsport Headis steckt.

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VON ALLEM ETWAS

Der Sport, der auf den ersten Blick so vertraut, auf den zweiten vollkommen ungewohnt aussieht, nennt sich Headis (Header Table Tennis). Entstanden ist der Sport in einem Freibad bei Kaiserslautern im Jahr 2006, wo sportbegeisterte Studenten aufgrund des besetzten Fußballfelds, mit ihrem Ball auf die Tischtennisplatte ausweichen mussten. Headis – eine Mischung aus Tischtennis, Fußball und Badminton, war geboren. Mittlerweile ist Headis Teil vieler Trainingsprogramme bekannter Bundesligisten, weil es unter anderem die Kopfballfähigkeiten verbessert.

Auch beim Kasseler Hochschulsport kann man seit einigen Jahren „Tischtennis-Fußball“ spielen. Dort wird einmal die Woche unter der Leitung von Lennart Heinke trainiert. „Wir suchen immer neue Spieler“, verriet uns der Lehramtstudent, der Headis vor vier Jahren auf einem Seminar in Göttingen kennenlernte. Seit dem ist seine Begeisterung für den Trendsport kaum noch zu bremsen. „Headis kombiniert Schnelligkeit, Geschick, Taktik und natürlich Köpfchen. Der Reiz ist es mit einem ungewohnten Körperteil im Wettstreit anzutreten“, schwärmt Lennart, der – wenn es das Wetter zulässt – gerne in den Auepark geht, um dort Headis-Matches mit Freunden zu spielen. „Zu gutem Wetter zählt auch die schöne Novembersonne, dann mit Schal und Handschuhen“, berichtet der Sportbegeisterte lachend.

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SCHNELL ZU LERNEN

„Es gibt kaum einen Sport, den man schon nach so kurzer Lernphase erlernen kann“, berichtet der 23-Jährige. „Das Schwierigste ist es in hitzigen Spielsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Man steigert sich schnell gerne einmal in ein Spiel hinein und vergisst dabei, auf die Punktzahl zu achten.“ Wie beim Tischtennis geht ein Satz bis 11 und jeder Spieler hat drei Angaben in Folge. Das Verletzungsrisiko sei sehr gering, versicherte uns der Kasseler, der sich freut, Sport auch für seinen späteren Berufsweg gewählt zu haben. Denn der Ball ist aus weichem Gummi, kleiner als ein Fußball und wiegt nur 95 bis 100 Gramm. Anders als beim Tischtennis darf man die Platte berühren und sich abstützen. Hechtsprünge, genannt „Volleys“, wo der Ball vor dem Auftreffen auf der eigenen Platte geschlagen werden darf, sind erlaubt. „Dieser coole Move sieht spektakulär aus, bedarf aber auch ein wenig Übung.“, berichtet der Sportler, den besonders die gute Stimmung auf Turnieren anspornt. Auch Anschnitte, ähnlich wie beim Tischtennis kann man in seinem Training an der Hochschule lernen.

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EINFACH MITMACHEN

„Momentan gibt es zwölf internationale Turniere im Jahr. Darunter auch Europa- und Weltmeisterschaften, sowie Ranglistenturniere.“, berichtet Lennart, der auch internationale Turniere spielt. „Der Umgang ist dabei absolut fair. Anfängern werden gerne auch mal Tipps gegeben.“, ergänzt er. Auf die Frage was ihn glücklich macht, antwortet der Fan des Streetart-Künstlers Banksy: „Es macht mich glücklich, mich kreativ auszutoben. Auf der anderen Seite, Menschen zu sehen, die die Öffentlichkeit mit Kunst, Musik oder Tanz bereichern. Dazu würde ich auch Sport zählen. Das Gute ist, dass man kein Profi sein muss, um Spaß zu haben.“ Allen, die den Ballsport einmal ausprobieren möchten legt er ans Herz: „Just do it“. „Wer Lust hat, kann gerne bei uns vorbeischauen oder uns im Auepark ansprechen.“ Im Training spielt das Team auch Doppel oder Rundlauf-Spiele, um die Beinarbeit und den Zusammenhalt der Mannschaft zu stärken. „Diese Spielformen verlangen enorme Koordination“, erklärt uns Lennart. „Mit dem Kopf hat man nicht so eine große Reichweite, wie mit einem Tischtennisschläger. Der Körper muss da erst einmal hinterherkommen.“

Auch bei der Veranstaltung „Uni in Bewegung“ wird Lennart mit seinem Headis-Team sein und freut sich auf viele Teilnehmer.

Wann?
7. Juni, ab 12 Uhr

Wo?
Aueparkhalle und dahinterliegender Rasenplatz, Damschkestraße 25, 34121 Kassel

Was?
Ein breitgefächertes Programm an verschiedenen Angeboten: Ob schweißtreibende Aktivitäten, wie Headis, Zumba, Bungee-Run oder Gladiatorenkampf oder etwas zum Durchatmen, wie Kickern, Dart oder Entspannen in der Chill Area – die Hochschule heißt jeden herzlich willkommen. Auch ein Kinderprogramm, leckeres Essen und kühle Getränke wird es geben.

LENNART HEINKE

Lennart Heinke.

Lennart Heinke.

– Lehramtstudent für Sport und Englisch an der Uni Kassel
– geboren am 9. Januar 1994 in Göttingen
– spielt Trompete und Posaune
– sprüht gerne „Stencils“ (Graffitis, die mithilfe von Schablonen gesprüht werden)