FSJ, BFD, Studium: Perspektiven und Orientierung nach der Schule

Schule beendet − ein schöner und zugleich schwieriger Moment. Denn es eröffnen sich nach dem Abschluss oder bei einer Neuorientierung eine Menge Möglichkeiten. Diese Perspektiven gilt es nun gegeneinander abzuwägen und herauszufinden, in welche Richtung man sich entwickeln möchte. Der BRAUSER versucht euch die Entscheidung zu erleichtern und stellt hier ein paar Möglichkeiten vor.

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Lebe deinen Traum – Wer will das nicht? Dabei muss es sich ja nicht zwangsläufig um einen Hängemattenplatz auf einer Südseeinsel handeln. Denn, wenn wir mal ehrlich sind, macht dieses ewige Nichtstun auf Dauer auch nicht glücklich. Viel schöner ist es doch, wenn man seine Zukunft so gestaltet, dass man ein angestrebtes Karriereziel erreichen kann – so ließe sich ein Hängematten-Urlaub auch gleich viel mehr genießen. Möglichkeiten bieten sich viele – für jungen Menschen, nach der Schule oder allen, die sich neu orientieren möchten und vielleicht schon im Arbeitsleben stehen. Ob Ausbildung, duales Studium, Ausbildung, FSJ oder BFD – jede dieser Tätigkeiten versprechen eine Menge wichtige Erfahrungen und neue Bekanntschaften, die bei der Orientierung und der Frage, wo es denn im Leben hingehen soll, helfen können. Wir haben eine Auswahl für euch zusammengestellt. Vielleicht ist ja das Richtige dabei.

FSJ oder BFD?

Peter Schubart, Pädagogische Leitung Inlandsdienste des Sfd

Peter Schubart,
Pädagogische Leitung
Inlandsdienste des Sfd

Wer nicht den klassischen Weg gehen und soziales Engagement zeigen möchte, kann ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD) einschieben. Für diese sozialen Jahre gibt es viele Organisationen, die Euch bei der Gestaltung des FSJ oder BFD unterstützen, wie zum Beispiel den Sozialen Friedensdienst (Sfd). Wir haben mit der pädagogischen Leitung für Inlandsdienste des Sfd gesprochen:

Welche Möglichkeiten für ein FSJ bzw. BFD gibt es und wo können diese gemacht werden?

Der Soziale Friedensdienst bietet die klassischen Arbeitsfelder wie Kindergärten, Schule, Verwaltung, Sozialassistenzen, Hausmeisterei, Jugendzentren, Freizeiteinrichtungen und Senioren an. Neu sind seit letztem Jahr die Angebote im Bereich „Flucht und Asyl“. Auch bietet der Sfd jungen Menschen aus aller Welt an, einen Freiwilligendienst in Deutschland zu machen. Begrenzt gibt es Einsatzstellen mit Unterkunft. Auch in diesem Jahr werden z.B. wieder drei Stellen auf der Insel Sylt angeboten. Die Verträge laufen in der Regel über ein Jahr. Es besteht aber im Einzelfall die Möglichkeit eine individuelle Laufzeit von 6 bis 18 Monaten zu vereinbaren. Gestartet wird in der Regel im August und September, aber auch „Nachzügler“ bekommen beim Sfd eine Chance, so dass wir fast über das ganze Jahr junge Menschen in den Dienst bringen.

Was erwartet Freiwillige bei einem FSJ?

Die Freiwilligen beim Sfd erhalten vielfältige Angebote und Unterstützung während ihres – in der Regel – Vollzeitdienstes. So finden regelmäßige kostenlose Seminare statt, auf denen ein breites Programm von Unternehmungen und Austausch stehen. Auch eine Seminarfahrt nach Sylt steht auf dem Plan. Die Freiwilligen bekommen ein attraktives Taschengeld und sind kranken- und sozialversichert. Die Unterstützung zur Orientierung bei der Berufsfindung spielt eine große Rolle und auch in vielen anderen Fragen des Lebens stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. In Hessen wird es ab diesem Jahr voraussichtlich die Möglichkeit geben, ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr zum Monatsbeitrag von circa 30 Euro zu erhalten. Dieses Ticket gilt für ganz Hessen. Darüber hinaus lernen die Freiwilligen viele engagiert junge Leute kennen, die nicht selten Freunde fürs Leben werden. Sie werden gefördert Verantwortung zu übernehmen und lernen viel über die Berufe in ihrem Arbeitsbereich. Die aktive Mitarbeit in den Einsatzstellen unterstützt sie in der Entscheidung der Berufswahl.

Für wen ist ein FSJ/BFD geeignet?

Das Angebot, einen Freiwilligendienst zu machen, steht in der Regel allen Menschen offen. Eine besondere Qualifikation ist nicht notwendig. Ein FSJ kann man bis zum 27. Lebensjahr machen. Der Bundesfreiwilligendienst hat keine Altersbeschränkung. Im Vordergrund stehen Engagement und Interesse an der Arbeit.

FIT FÜRS MARKETING

Nach dem Abitur oder geprüfter Kommunikationswirt in die spannende Marketingwelt starten – das könnt ihr nach einem Studium an der AFAK Marketing Akademie, wo euch Dozenten, die selbst im Berufsleben stehen, am Wochenende unterrichten. Das ermöglicht die optimale Vermittlung von praxisgerechtem Wissen. Viele Agenturen, Unternehmen und Verlage der Region bieten Praktikumsplätze an, in denen unter der Woche die unterschiedlichsten Fertigkeiten vermittelt werden können. Auf diese Weise könnt ihr in nur vier Semestern praxiserprobtes Wissen und Können für eine Vielzahl von Berufen der Marketing-Branche erwerben. Das sehr kompakte Studium verlangt ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft. Es ergänzt die im Praktikum erworbenen praktischen Kenntnisse mit Studienfeldern wie Marketing, Kommunikationstheorie, Werberecht, Volks- und Betriebswirtschaft, Werbepsychologie, Text, Gestaltung, Online- und Dialog-Marketing, PR, Promotion, Werbemittelherstellung, Medienkunde und vieles mehr. Reale Projektaufträge sind Höhepunkte des Studiengangs. Sie eröffnen die Möglichkeit, die Lehrinhalte schon während der Studienzeit anzuwenden.

Teamchefs der AFAK-Lernagenturen 2017 nach erfolg- reicher Präsentation eines Kommunikationskonzeptes.

Teamchefs der AFAK-Lernagenturen 2017 nach erfolg-
reicher Präsentation eines Kommunikationskonzeptes.

Alle Informationen zum Studiengang Kommunikationswirt (der nächste beginnt am 15.9.) findest du auf www.afak.de
Noch Fragen? Telefon 0561-998960 oder Info-Hotline 0151-12768615

WEITERBILDEN NEBEN DEM JOB

„Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger“, sagt Jutta Trieschmann, Leiterin der HFH (Hamburger Fernhochschule) in Kassel. Das Studienkonzept ist besonders auf Berufstätige zugeschnitten. Auch in Kassel könnt ihr vier Wochen das Studienangebot unverbindlich und risikolos testen, ohne die Karriere zu unterbrechen. Im Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft wird das Management komplexer Problemsituationen und ihre Kompetenzen fachlich und fachübergreifend gestärkt. Der Studiengang führt in sieben Semestern zum Bachelor of Arts. Angehende Wirtschaftsingenieure hingegen sind gefragte Spezialisten an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technik. Das achtsemestrige Studium schließt mit dem Bachelor of Engineering ab. Für alle, die sich im Gesundheits- und Sozialwesen gut Aufstellen möchte, gibt’s die Studiengänge Gesundheits- und Sozialmanagement, Pflegemanagement oder Health Care Studies. Der duale Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft bietet die Chance, bereits parallel zu einer kaufmännischen Ausbildung den akademischen Abschluss Bachelor of Arts zu erlangen. Die duale Variante des Health Care Studies richtet sich an Auszubildende der Fachrichtungen Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und Pflege. Für alle, die sich informieren möchten, finden regelmäßig Termine in Kassel statt. Mehr Infos findet ihr unter: hfh-kassel.de

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STUDIEREN IN GÖTTINGEN

Das Abi in der Tasche, der Entschluss zum Studium steht auch schon fest, aber was und wo soll ich studieren? Die Göttinger Hochschulen bieten ein breites Spektrum an attraktiven und innovativen Studiengängen von höchster Qualität. Ein Studium in Göttingen ist international ausgerichtet, bietet eine große Vielfalt an Fächern sowie die Wahl zwischen forschungsorientiertem und anwendungsbezogenem Studium an der Universität und praxisorientiertem Studium an den Fachhochschulen und der Berufsakademie. Der Studienort hat den Vorteil, dass du dich schnell einlebst, kurze Wege und überschaubare Lebenshaltungskosten hast. Derzeit studieren rund 32.000 Studierende in Göttingen und prägen bei insgesamt etwa 130.000 Einwohnern das Stadtbild. Mehr Infos findet ihr unter: studieren-in-goettingen.de

MEHR ALS WASSER

Die zur Altmühltaler Mineralbrunnen Gruppe gehörende Vitaqua GmbH ist ein Wasser- und Mischgetränkeabfüller in Breuna und Wolfhagen. Vitaqua zählt zu den führenden Getränkeabfüllbetrieben in Deutschland – und sucht noch zahlreiche Auszubildende zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Diese aktive, vielseitige, technisch und handwerklich orientierte Tätigkeit bietet viele Möglichkeiten und Perspektiven. An sechs Produktionsstandorten werden bei Vitaqua Mineralwasser und alkoholfreie Erfrischungsgetränke in PET-Flaschen für große deutsche Discounter hergestellt. Die Aufgabenbereiche des Betriebs umfassen somit die Bandbreite von Förderung, Produktion, Vertrieb, sowie Herstellung von Verpackungsmitteln. Seit 2007 ist der Betrieb auch in Breuna angesiedelt – der Standort zählt mit seinen unterirdischen Leitungen, mit denen das Wasser mehrere Kilometer transportiert wird, als einer der modernsten seiner Art und bietet sichere Arbeitsplätze und eine Menge Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

Denise Gensel, Sozialassistentin (19 Jahre)

Denise Gensel,
Sozialassistentin (19 Jahre)

Egal ob berufsorientiert oder nicht – soziales Engagement sieht nicht nur gut im Lebenslauf aus, sondern lässt Dich selbst und Deine Persönlichkeit reifen. Möglichkeiten dafür gibt es viele. Der BRAUSER sprach mit einer Freiwilligen der Diakonie Hessen darüber, was die soziale Arbeit mit ihr gemacht hat.

Ein Jahr mit lauter neuen Erfahrungen, netten Menschen und obendrein noch voller sozialer Einsatz? Die Diakonie Hessen bietet ein breites Angebot an sozialen und ökologischen Einrichtungen, in denen ihr ein Jahr lang die Möglichkeit habt mitzuhelfen, zu unterstützen und über euch selbst hinauszuwachsen. Wir sprachen mit der Freiwilligen Denise Gensel, die ihren Bundesfreiwilligendienst im Familienentlastenden Dienst (FED) in Hofgeismar macht. Der FED setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen ein.

Wie bist Du auf den FED gekommen?

Ich hatte mich im Internet über Freiwilligendienste informiert und bin zufällig über die Website des FED gestolpert. Die dort aufgeführten Angebote: Betreuung von Menschen mit Behinderung, Freizeiten begleiten und mehr, haben mich angesprochen und ich fasste den Entschluss mich dort zu bewerben.

Welche Aufgaben hast Du in Deinem Bundesfreiwilligendienst?

In den jetzt schon acht Monaten, in denen ich hier arbeite, habe ich viele verschiedene Einsatzfelder kennengelernt. Hauptaufgabe ist es, die Klienten nach der Arbeit von den Behindertenwerkstätten abzuholen und verschiedene Freizeitaktivitäten, wie beispielsweise Wandern, SingStar spielen, gemeinsames Kochen, Ausflüge und vieles mehr zu machen. Einmal im Monat werden samstags oder sonntags Ausflüge oder kreative Aktivitäten angeboten. Außerdem konnte ich auch einen Einblick in die Schulassistenz bekommen, in der man Kinder mit Behinderung, die in eine „normale“ Schule gehen betreut. Das nennt man Inklusion. Es war mir möglich auf einer Freizeit neue Erfahrungen zu sammeln. Es ist nämlich etwas völlig anderes, Klienten 24 Stunden zu betreuen, als normalerweise acht. Man trägt viel größere Verantwortung und muss auch nachts konzentriert und aufmerksam bleiben, da immer etwas passieren kann. Auch in diesen Verwaltungsbereich konnte ich reinschnuppern. Meine Aufgaben sind unter anderem Pflegebesuche und Anträge schreiben, Ausschreibungen vorbereiten, Gruppenpläne gestalten und Ordner sortieren.

Warum hast Du Dich für ein BFD entschieden?

Bevor ich meinen BFD begann hatte ich die zweijährige Ausbildung zur Sozial-assistentin beendet. Dort hatte ich verschiedene Praktika, unter anderem im pflegerischen und pädagogischen Bereich. Zuletzt wollte ich noch einen Einblick in die Arbeit mit Menschen mit Behinderung bekommen und da kam mir der BFD bei den Evangelischen Freiwilligendiensten Diakonie Hessen gerade recht. Außerdem bekommt man ein kleines Taschengeld von ungefähr 390 Euro pro Monat und die Fahrtkosten werden auch erstattet.

Was war Dein eindrücklichstes Erlebnis?

Mein eindrücklichstes Erlebnis sehe ich – um ehrlich zu sein – fast jeden Tag. Mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten ist so lehrreich. Wie sie es schaffen, sich über die kleinsten Dinge zu freuen, finde ich persönlich einfach nur bewundernswert. Sie sind äußerst aufgeschlossen und haben nicht diese „Berührungsängste“ die unsereins größtenteils besitzt. In diesem Jahr bin ich mehr gereift, als ich gedacht hätte und ich kann jedem nur empfehlen, solch ein Jahr bei der Diakonie Hessen anzufangen, sofern man sich für den sozialen Bereich interessiert.

 

LEISTUNGEN BEI EINEM FSJ ODER BFD BEI DER DIAKONIE HESSEN:

• 390 Euro monatlich
• Fahrtkostenzuschuss 31 – 60 Euro monatlich
• Sozialversicherungsbeiträge
• 27 Urlaubstage
• 26 Bildungstage

Junge Menschen ab 16 Jahre können ein FSJ, FÖJ oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten, aber auch über 27-Jährige.
Bewerben / informieren – online oder per Telefon:
Ev. Freiwilligendienste Diakonie Hessen,
Lessingstr. 13, 34119 Kassel,
Tel. 0561-1095 3500,
fwd@diakonie-hessen.de
www.ev-freiwilligendienste-hessen.de