documenta 14: Die Kunst der Stunde

Endlich ist es wieder soweit: Unsere Lieblingsheimatstadt wird zum 100-tägigen Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst. Welche Ausstellungen ihr nicht verpassen solltet, was ihr auch ohne Ticket bestaunen könnt und was es neben Gemälden und Skulpturen noch so gibt, findet ihr hier. Der BRAUSER freut sich auf Kunst und Kultur in Kassel.

Daten und Fakten

10. Juni bis 17. September 2017, täglich geöffnet
Tageskarte: 22 Euro / ermäßigt: 15 Euro
Zweitageskarte: 38 Euro / ermäßigt: 27 Euro
Dauerkarte: 100 Euro / ermäßigt: 70 Euro
Abendkarte (gültig ab 17 Uhr): 10 Euro / ermäßigt: 7 Euro
Schulklassen (pro Person): 6 Euro
Familienkarte (zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern): 50 Euro
Kinder bis zu zehn Jahren haben freien Eintritt.
Tickets bekommt man in den Shops der d14 und im Web auf www.documenta14.de

 

Documenta von oben – Floor 14, Galeria Kaufhof

Leckere Getränke, kleine Snacks und dabei den herrlichen Ausblick auf den Friedrichsplatz, den rauchenden Zwehrenturm, Hiwa K.’s Röhrenkunstwerk, sowie den „Parthenon of Books“ genießen: Dank „Floor 14″ auf dem Dach-Parkdeck der Galeria Kaufhof ist das bei der d14 möglich. Der Gastro-Place-to-be, realisiert durch die Gastronomen Karl Börries und Georg Brechtken (York, Club 22) in Kooperation mit der Galeria Kaufhof, bietet einen einmaligen Ausblick über unsere schöne Stadt mit ihrem herrlichen Kunsttrubel. Ideal für alle, die über den Dächern unserer Stadt entspannen und den Kopf freibekommen möchten. Börries und Brechtken betrieben bereits während der documenta 13 in der Karlsaue erfolgreich einen Kiosk mit Liegestühlen drum herum. „Der Blick ist einfach genial. Wir freuen uns, dass wir das Projekt, das schon seit Jahren ein Traum von uns ist, zusammen mit der Galeria Kaufhof verwirklichen können“, so Karl Börries.

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Aufgeploppt am Friedrichsplatz

d14-Pressezentrum, ehemaliges Leder Meid Die Brücke zwischen Kassel und Athen: Am Friedrichsplatz, im ehemaligen „Leder Meid“ beglückt uns Bar, Bistro und Café „Dépanneur“ mit griechischem Bergtee, Ahler Worscht, Lamm, Korn, Kaffee, Kuchen und vielem mehr. Bei der Auswahl der Produkte steht die Qualität und die Zusammenarbeit mit den Produzenten an erster Stelle. Auch kulinarische Events sind geplant.

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Purer Genuss mittendrin – Samuel-Beckett-Biergarten, Friedrichsplatz

100 Tage Open-Air Bewirtung, auf rund 200 Sitzmöglichkeiten, am wohl zentralsten Platz zur documenta-Zeit: Gastronom Brendan Kennedy (The Shamrock Irish Pub) bewirtet auf dem Friedrichsplatz einen der Top-Gastro-Plätze zur d14. Leckeres Essen, ausgewählte Getränke, gesellige Runden plus Unterhaltung verspricht der Biergarten mit frischer Küche. Das Essen ist zum größten Teil rustikal – vieles regional. Auch beim Mobiliar wurden keine Kosten und Mühen gescheut und auf Plastik komplett verzichtet: Die Holzausstattung ist nicht neu gekauft, sondern wurde extra zur d14 aufgearbeitet. Der Gastronom verspricht ein bunt gemischtes Menü. „Unsere Karte ist flexibel“, so Kennedy. „Wenn etwas gut ankommt, können wir das gerne ausbauen“. Auch an Lunches to go für die eiligen Besucher hat der Gastronom gedacht. Für Unterhaltung sorgt der Samuel Beckett Verein, der regelmäßige Lesungen im Biergarten halten wird.

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In der Vergangenheit speisen im  Fullepavillon, Leipziger Straße 2

Zu einer Zeitreise laden zur documenta-Zeit die Studenten der Kasseler Kunsthochschule ein. Sie nutzen den seit Jahren leerstehenden Fullepavillon in der Leipziger Straße als temporären Ausstellungsort inklusive Kiosk. So können alle Kunstinteressierten und Feinschmecker den Barbetrieb in der Unterneustadt genießen und sich in die Zeit, wo der Messepavillon seine Blütezeit hatte zurückversetzen.

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Erst Augen auf, dann zu im Lalaland und Kleiner Onkel

In der Mombachstraße 47 auf dem „Haus“-Gelände herrscht Festivalstimmung. Nico di Carlo (Rokkeberg, King Schulz) und Zoran Matic (Beatsport, supa-Parties) haben es sich zur Aufgabe gemacht in der Kulturstätte „Haus“ einen Mix aus Aktionskunst, Streetart und Club zu errichten. Für das besondere i-Tüpfelchen neben dem „Kleinen Onkel“, wie sie ihr Projekt liebevoll nennen, sorgt das angrenzende Campinggelände „Lalaland“. So kann man nach dem Abfeiern direkt ins Feldbett fallen.

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Nicht jede Kunst versteckt sich hinter hohen Fassaden und dicken Museumsmauern – wir verraten euch, was ihr zur documenta auch ganz ohne Eintrittskarten sehen könnt und auf keinen Fall verpassen solltet.

FRIEDRICHSPLATZ

Ein Gebäude darf bei der documenta nicht ausgelassen werden: Die documenta Halle. Der dort hinführende Spaziergang beginnt in der Du-Ry-Straße 1, am Friedrichsplatz, vorbei am „Parthenon of Books“ Richtung documenta-Halle. Das Augenmerk dieses Spaziergangs wird neben der documenta-Partnerstadt Athen auf Bewegung, Stimme und Rhythmus von Körpern liegen.

Die documenta-Halle am Friedrichsplatz. Foto: Soremski

Die documenta-Halle am Friedrichsplatz. Foto: Soremski

DIE TORWACHEN

Bereits in Athen sorgte Künstler Ibrahim Mahama mit seiner Jutesäcke-Aktion für viel Trubel. Auch in Kassel nähten junge Menschen aus Ghana zusammen mit Kasseler Freiwilligen alte, langgenutzte Jutesäcke in einer der Henschel-Hallen zusammen. Diese werden zum Verhüllen der Torwachen genutzt. Die Jutesäcke erzählen ihre persönliche Geschichte und bringen einem die jeweiligen Waren- und Produktionsbedingungen näher.

Die Torwache eingehüllt in Jute-Tüchern. Foto: Schaumlöffel

Die Torwache eingehüllt in Jute-Tüchern. Foto: Schaumlöffel

NEUE GALERIE

Dieser Spaziergang eröffnet nicht nur Einblicke in die historische Recherche im Rahmen der documenta 14, sondern geht weit darüber hinaus. Die Neue Galerie ist Austellungsort unter anderem für die Auseinandersetzung mit dem Gurlitt-Nachlass. Der Spaziergang lässt Platz für Diskussionen, Fragen und Antworten.

Die Neue Galerie an der Schönen Aussicht. Foto: Schaumlöffel

Die Neue Galerie an der Schönen Aussicht. Foto: Schaumlöffel

ALTE NEUE HAUPTPOST

Von der Friedrich-Ebert-Straße aus führt der Spaziergang seine Besucher zur Gottschalkhalle auf dem Campus der Uni Kassel. Der ehemalige Henschel-Standort, ist heute ein Technik- und Industriedenkmal. Themen des Sapzierganges? Erzählformen, Zirkulation, Narration, Zerstreuung und wie Fiktion zum Leben erweckt wird.

DER OBELISK

Viele Städte zählen Obelisken zu ihren Hauptattraktionen – Kassel zählte bis zu diesem Jahr nicht dazu. Doch zur 100-tägigen documenta bekommt auch Kassel einen Steinpfeiler mit pyramidenförmiger Spitze. Das sechzehn Meter hohe Kunstwerk von Olu Oguibes trägt an den vier Seiten die Inschrift: „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt.“ auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch. Das Monument steht zum Bewundern im Herzen Kassels auf dem Königsplatz bereit .

Der Obelisk am Kasseler Königsplatz. Foto: Schaumlöffel

Der Obelisk am Kasseler Königsplatz. Foto: Schaumlöffel

FRIDERICIANUM

Hat man das Glück in der Stadt zu leben, in der eines der ersten öffentlichen Museen europaweit steht, sollte ein Besuch dort unbedingt auf der To-do-Liste stehen. Das auf dem Friedrichsplatz stehende Museum ist seit documenta-Beginn präsent, war Parlamentsgebäude und Bibliothek. Wer mehr über seine heutige Rolle und die dort ausgestellte Kunst erfahren möchte, sollte am Spaziergang im von Architekt Simon Louis du Ry entworfenen Gebäude teilnehmen.

Das Fridericianum am Friedrichsplatz. Foto: Soremski

Das Fridericianum am Friedrichsplatz. Foto: Soremski

PARTHENON OF BOOKS

In Originalgröße streckt sich der Tempel der Göttin Athene, auf dem im Mai 1933 rund 200 Bücher durch die Nationalsozialisten verbrannt wurden, in der Kasseler Innenstadt gen Himmel. Der Hauptbestandteil des Parthenons? Bücher, die verboten waren oder es immer noch sind. Das Kunstwerk der argentinischen Künstlerin Marta Minujin ist eines der größten der Ausstellung.

Mit Sicherheit einer der Besuchermagneten der documenta 14: Das Parthenon. Foto: Schaumlöffel

Mit Sicherheit einer der Besuchermagneten der documenta 14: Das Parthenon. Foto: Schaumlöffel

RÖHRENKUNSTWERK

Der deutsch-irakische Performer Hiwa K. überrascht nicht nur mit einem herausragenden Kunstwerk, sondern auch mit einer mitreißenden Lebensgeschichte. Als selbst Geflüchteter möchte der Arnold-Bode-Preisträger auf die unmenschlichen Strapazen aufmerksam machen, die all diejenigen erleiden, die ihr Land verlassen müssen. Oder könnt ihr euch vorstellen in einer der Röhren, die nun vor der documenta-Halle liegen, zu hausen?

MÜHLE DES BLUTES

Vor der Orangerie auf der Karlswiese steht die Installation „Mill of Blood“ (Blutmühle), des mexikanischen Künstlers Antonio Vega Macotela. Der Augenmerk der Installation liegt auf schweißtreibenden Arbeitsungerechtigkeiten. Seid gespannt auf den bewegenden Hintergrund!

WEINBERGER-GRABEN

Bereits zur d10 steuerte Künstler Lois Weinberger ein Kunstwerk bei und sorgte mit seinem „Von der Natur zurückeroberten“-Gleis am Kulturbahnhof für ein Werk, dessen Idee leicht zu verstehen und vielleicht genau deswegen so einprägend war. Zur aktuellen documenta ließ der Österreicher einen Graben mitten in der Aue ausheben. Wir bleiben gespannt, wie sich dieses Kunstwerk in den 100 Tagen Ausstellung verändern wird.

FÜHRUNGEN

Natürlich ist die documenta auch auf eigene Faust super zu erkunden. Wer allerdings noch mehr Hintergrundinfos bekommen, sich mit ebenfalls interessierten Besuchern austauschen und seine eigenen Anregungen einbringen möchte, sollte an einem geführten Spaziergang teilnehmen. Dieser wird von Mitgliedern des d14 Chors angeboten. Tickets für die Spaziergänge kosten 12 Euro pro Person – Gruppenspaziergänge für bis zu 15 Personen 170 Euro. Tickets und Infos unter: www.shop.documenta.de

OFFIZIELLE VERANSTALTUNGSORTE

documenta-Kunst könnt ihr an folgenden Standorten bestaunen – doch Kunst steht selten still, daher kommen möglicherweise noch mehr dazu. Wir haben euch die Venues hier alphabetisch aufglistet:

Bali-Kinos
Ballhaus
CineStar
documenta-Halle
Filmladen Kassel e. V.
Fridericianum
Friedrichsplatz
Friedrichsplatz 4 (Leder Meid)
Gloria Kino
Hessisches Landesmuseum
Gießhaus (Uni Kassel)
Gottschalk-Halle (Uni Kassel)
Grimmwelt Kassel
Hansa-Haus
KulturBahnhof
Kulturzentrum Schlachthof
Kunsthochschule Kassel
Museum für Sepukralkultur
Naturkundemuseum
Neue Hauptpost
Orangerie, Westpavillon
Palais Bellevue
Peppermint
Stadtmuseum Kassel

HIGH FIVE ZUR DOCUMENTA

1. Eine große Auswahl an Gastro-Hotspots
2. Bürgersteige müssen nicht um 20 Uhr hochgeklappt werden
3. Mehr Publikum ist unterwegs
4. Jeder hängt sich an die documenta dran
5. Wir sind die coolste Provinz

LOW FIVE ZUR DOCUMENTA

1. Einheimische, die über die documenta meckern
2. Nur Chinesen und Hipster in Schwarz unterwegs
3. Hotelzimmer kosten das Dreifache
4. Jeder hängt sich an die documenta dran
5. Die Straßenbahn spricht plötzlich Englisch

DO’S

Ja, wir stellen uns in der Schlange an
Ja, wir begegnen der Kunst ohne Vorurteile
Ja, wir sind weltoffen

DON’TS

Nein, wir meckern nicht über das documenta-Budget
Nein, wir sind nicht neidisch auf Athen
Nein, wir fummeln keine Kunstwerke an