Zehn Jahre: Brauser feiert Geburtstag

Brauser feiert Geburtstag: Aus diesem Anlass haben wir Kasseler Persönlichkeiten aus jeweils einem Themenbereich zu Wort kommen lassen, um Euch einen Über- und Rückblick der letzten 10 Jahre zu verschaffen.

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PROF. DR. GERDUM ENDERS, MARKEN- UND INNOVATIONSBERATER

„BRAUSER?“ Der Name ist Programm. Denn  es rauscht ordentlich in der Medienlandschaft. Brauser hat sich im Info-Rauschen immer wieder durchgesetzt und ist das regionale Szeneblatt. Woran liegt das? Der BRAUSER hat einen intuitiven Erfolgscode. Er ist im Kern gleich geblieben und hat sich doch immer wieder zeitgemäß gewandelt. Sogesehen ist der BRAUSER eine der lebendigsten Medienmarken in unserer Region. Das fällt dem Zeichenforscher noch auf: Früher sprudelte die Brause im Logo, heute setzt der Brauser auf zeitgemäßes Handlettering und der Zeichenkosmos geht bis zur ökologischen Papierhaptik. Drei Jahre lang wurde Facebook auf dem Cover promotet, heute ist es eine crossmediale Plattform. So können wir die Marke analog, digital und live im Club erleben. Fazit: Die Zeichen wandeln sich – der CODE ist  geblieben. Die Medienmarke BRAUSER hat vieles richtig gemacht. Als  Zukunftsexperte würde ich mich jetzt fragen: Was ist mit der digitalen Transformation – Wann kommt unsere BRAUSER-App?“

 

TOBIAS PITSCH, JUNIORCHEF BEI EP:PITSCH

Pitsch-neu„In den letzten zehn Jahren hat sich nicht nur für mich in der beruflichen Ausbildung eine Menge getan, sondern speziell in unserer Branche hat sich enorm viel verändert und dies macht es auch besonders spannend und abwechslungsreich. Nach Röhren-TV und den ersten Plasma-Flachbildschirmen haben wir unsere Sortimente doch sehr stark erweitert. Von HD- über Full-HD bis zum modernsten LED- und OLED-TV mit 4k-Ultra-HD Auflösung in früher ungeahnten Bildschirmgrößen bis weit über 210 cm. Im IT-Multimediabereich kann man sich die Welt ohne die heute gebräuchlichen Smartphones und Tablet-PCs gar nicht mehr vorstellen. Nach CD und DVD nun die hochauflösenden Blu-ray und Musik wird per Streaming von einem Raum zum anderen  übertragen. Alarm-Überwachung sowie Heimelektronik und Vernetzung von Endgeräten ist selbstverständlich und bei modernen Haushalts- und Küchengeräten möglich, die helfen tägliche Dinge komfortabeler erledigen zu lassen. Energieeffizienz spielt heute eine ebenso große Rolle, sodass alle neueren Geräte mit einem Minimum an Verbrauch im Vergleich zu früheren Jahren auskommen und damit gleichzeitig noch die Umwelt schonen.“

 

UWE WELSCH, DJ-URGESTEIN MR. BROWN

2012 Mr. Brown Pressephoto„Wenn man sich die deutschen Charts der vergangenen zehn Jahre ansieht, muss man feststellen: Deutschsprachige Musik ist allgemein populärer geworden. Songs wie „Ein Stern“ und „Atemlos“ landeten auf Platz 1. Interpreten wie Ich + Ich, Die Toten Hosen und Unheilig (um nur einige zu nennen) waren erstaunlich erfolgreich. Erstaunlich jedenfalls für mich, denn als Soul Deejay (seit fast 50 Jahren) bevorzuge ich natürlich andere Klänge! Immerhin, es erschienen Künstler in der Szene, die, aus meiner Sicht, die hohen Platzierungen in den Charts auch verdient hatten: Amy Winehouse, zum Beispiel oder Adele, Anastacia, Robin Thicke, The Black Eyed Peas, Bruno Mars, Ed Sheeran…etc. In den Clubs ist die Hitparade weniger wichtig. Hip Hop und House ist nach wie vor angesagt. R&B Hits und auch Remixe der Classics füllen die Tanzflächen, Black Music ist „in“. Und Rock/Pop? Keine Ahnung, sorry. I’m a Soul Man.“

 

HANS GEORG GREGER, INHABER BIOMARKT GREGER

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„Früher wurde viel mehr gekocht, meist Standardgerichte, wie Kartoffeln, Gemüse und Frikadelle. Die Entwicklung geht aber hin zu vegetarischen und veganen Gerichten, das fällt mir besonders bei jungen Familien auf. Natürlich gab es auch schon vor 20 Jahren Vegetarier – Veganer aber kaum. Wenn sich jemand früher bewusst ernährt hat, hat er sich viel mehr mit der Materie beschäftigt, heute ist das mehr ein Modetrend, was ich nicht negativ meine. Bioprodukte sind heute viel gefragter und der Käufer ist auf regionale Produkte sensibilisiert, was auch mit der Werbung zusammenhängt. Dabei muss man aber ganz genau hinschauen, denn wenn ein Supermarkt mit regionalen Produkten wirbt, können diese aus ganz Deutschland kommen. Für mich heißt aber regional auch wirklich aus der Region, also Nordhessen. Was mir noch auffällt ist, dass Intoleranzen gegenüber bestimmten Lebensmittel-Bestandteilen, wie Laktose oder Gluten zugenommen haben. Insgesamt macht sich in den letzten zehn Jahren aber ein stärkeres Bewusstsein gegenüber Lebensmitteln insgesamt breit. Das ist auch sehr zu befürworten.“

 

GAZI AVAKHTI, LIZENZIERTER PERSONAL TRAINER UND ERNÄHRUNGSCOACH

GaziBild-neu„Ich arbeite seit genau zehn Jahren als lizenzierter Personal Trainer in Kassel. Vor zehn Jahren gab es lediglich fünf Fitnessstudios in Kassel, damals gab es noch keine großartigen Fitnessketten. Mittlerweile gibt es 25 Fitnessstudios in Kassel, die sogenannten „Ketten“ versuchen sich mit immer billigeren Mitgliedsbeiträgen gegenseitig zu unterbieten. Dem Kunden wird dabei ein relativ gut ausgestattetes Gym zur Verfügung gestellt, wo der Trainierende dann meist auf sich selbst gestellt ist. Hier muss jeder für sich selber entscheiden, ob man auf die günstige Variante setzt und dabei wenig bis gar keine Betreuung bekommt, oder die qualitativ hochwertige Variante geht, wo man gute Betreuung bekommt und man sich gut um jeden einzelnen kümmert. Was viel bedenklicher ist, ist die Entwicklung der Trainierenden. Jeder, der ein bis zwei Jahre trainiert hat, nennt sich jetzt in den sozialen Netzwerken Personal Trainer, Ernährungsberater, Lifestyle-Coach oder Fitnessexperte. Die Gesundheit jedes einzelnen Menschen ist das höchste Gut, das wir besitzen und deshalb sollte man sie nicht einem unerfahrenen und ungeschulten Menschen anvertrauen!“

 

JENS KOHLEN, EHEMALIGER INHABER DER EINZELHANDELS- UND VERTRIEBSAGENTUR KOHLEN,  FREIER FOTOGRAF UND ARBEITSSUCHENDER MIT TAGESFREIZEIT

J. Kohlen„Zehn Jahre Mode also. Die grundlegende Veränderung der letzten zehn Jahre ist, dass der Modehandel den Informationsvorsprung verloren hat. Der Endverbraucher ist durch die sozialen Netzwerke und die selbsternannten Protagonistinnen, welche auf Neudeutsch »Influencer« heißen, immer einen Schritt voraus. Trends werden von den vertikalen Händlern schnell aufgegriffen und preisgünstig umgesetzt. Branding spielt nur noch im Hochpreissegment statt. Dort wird der Bon gemacht, dort setzt man sich ab. Nicht modisch, aber sozial. Da wird die Canada Goose Jacke zum Mitgliedsausweis zu einem Club, den der Kontoauszug  eventuell nicht ermöglicht. Im Low-Budget Segment ist die Gleichschaltung der Mode ein Segen, denn auch wenn Fashion nun günstig ist, so ist es eben Fashion, zwar nicht mehr vergleichbar, aber eben doch teilweise hübsch  anzusehen. Da kann man schon mal über die   Produktionsbedingungen hinwegsehen.“

 

KARL BÖRRIES, GESCHÄFTSFÜHRER YORK, SODA & CLUB 22

L1010001-neu„Zehn Jahre Clubs in Kassel – da könnte man ein Buch darüber schreiben – würde aber heute keiner mehr lesen… Während Du heute Gefahr läufst, dass Du im Club auf einem Selfie uncool rüberkommst, musstest du vor zehn Jahren aufpassen, dass Dir keiner nachts an der Bar eine Krankenversicherung aufquatschen wollte… as time goes by! Aber etwas ernsthafter betrachtet, ist es beruhigend zu sehen, dass es bei uns eigentlich heute noch genauso abgeht wie vor zehn Jahren. Sicherlich ist der „Markt“ etwas kleiner, und das Budget zur „Verfeierung“ vieler Gäste etwas schmaler geworden, aber dafür sind die Clubs durch Facebook oder Instagram viel näher bei ihren Gästen als früher. Das macht es für uns Clubbetreiber auch viel einfacher.“

 

CHRISTOF NOLDA, STADTBAURAT

Christof Nolda_print„Das äußere Bild der Stadt Kassel hat sich in den letzten Jahren wesentlich verändert. Es wurde sehr viel gebaut. Die Unterneustadt ist wie die Marbachshöhe weiter gewachsen, Neues entstand
in der Innenstadt und auch am Königsplatz, an der Uni wächst ein moderner Campus. Auf ehemaligen Ackerflächen und Baulücken stehen jetzt private Wohn- und Geschäftshäuser. Doch die wesentliche Veränderung vollzog sich in den Köpfen und im  Bewusstsein der Kasseläner, Kasselaner und Kasseler. Ob bei jeder documenta, erst recht beim Hessentag und vor allem seit dem UNESCO-Welterbetitel für den Bergpark Wilhelmshöhe: Kassel ist eine Stadt, die wir unseren Gästen gerne zeigen und auf dessen neues Antlitz wir stolz sind. Dieser neue Blick auf Kassel und die gewachsene Identifikation zeigen erste Früchte. Wir haben den besonderen Reiz der Architektur des Wiederaufbaus in den 50er-Jahren wiederentdeckt und bewahren, pflegen und entwickeln dieses Erbe weiter. Selbstbewusst sind wir das Wagnis eingegangen, besondere Orte wie den Weinberg zu bespielen – heute erhält die Grimmwelt international Beifall.“

 

LUTZ ENGELHARDT,
GESCHÄFTSFÜHRER ENGELHARDT PROMOTIONS

Lutz2016„Kassel hat in den letzten zehn Jahren eine zwiespältige Entwicklung hinter sich. Über jeden Zweifel erhaben: die im Herbst 2015 eröffnete Grimmwelt. Welch’ wunderbares Geschenk! Die Ernennung des Bergparkes Wilhelmshöhe zum Weltkulturerbe: Sie überstrahlt alles und rückt die Gemäldegalerie Alter Meister im Schloss Wilhelmshöhe wieder in den Fokus. Die Planung des documenta-Institutes: überfällig. Milky Chance: Wer hätte gedacht, dass Kassel einmal einen solch großartigen und international erfolgreichen Pop-Act hervorbringt? Die Schattenseiten: Der von der Bahn verantwortete Abstieg des Kulturbahnhofes, die Schließung der Batterie und des Unten, das fast gänzliche Fehlen von adäquaten Spielstätten – das tat und tut weh und es ist zu hoffen, dass die Stadt ihre Versprechungen wahrmacht und ENDLICH nachhaltig in Jugendkultur und die dafür nötige Infrastruktur investiert.“