BRAUSER trifft Schönheitschirurgin Dr. Constanze Goetz

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Als einzige Frau, die in Kassel den Bereich der plastischen Chirurgie abdeckt, betreibt Dr. Constanze Götz seit Oktober letzten Jahres ihre eigene Praxis im Vorderen Westen. Wir haben uns mit der jungen zweifachen Mutter am Flughafen Kassel-Calden getroffen, um mehr über die gebürtige Bielefelderin, ihr Leben und ihre Arbeit zu erfahren.

Kaffee oder Tee?

Kaffee, gerne mit Milchschaum, zum Beispiel Kaffee Latte.

Bier oder Wein?

Gerne einen Wein, aber zu verschiedenen Gelegenheiten passt das Bier besser.

Steak oder Salat?

Steak!

In welcher Location in Kassel trifft man Dich?

Da ich zwei kleine Kinder habe trifft man mich im Moment relativ selten. Zuletzt war ich in der Alten Wache am Schloss Wilhelmshöhe.

Was macht für Dich Kassel so liebenswert?

Ich bin mit meinem Mann und unseren Kindern viel mit dem Fahrrad und Mountain-Bike unterwegs. Das liebe ich sehr an Kassel. Die Natur in und um Kassel ist wunderschön.

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Schnuller, Rezept und Schminke: Constanze ist auf alles vorbereitet.

Wenn Du spontan drei Tage frei hast, dann machst Du?

Ich würde mir nicht direkt etwas vornehmen, sondern die Zeit genießen. Und dann unseren Familienrat entscheiden lassen, was wir unternehmen.

Südsee oder Sylt? Strand oder Berge?

Also nach Norden geht nicht. Mein Mann ist Franzose, da kann ich mit der Nordsee nicht mehr kommen. Wir waren einmal gemeinsam dort, da hat er das braune Wattenmeer gesehen. Seitdem bekomme ich ihn nicht mehr in die Richtung (lacht). Wir sind viel in Frankreich. Wir haben ein Wohnmobil, beklebt mit bunten Blumen. Damit sind wir meistens unterwegs.

Welches Lied soll bei deiner Beerdigung gespielt werden?

Über solche Dinge mach ich mir noch keine Gedanken.

Hund oder Katze?

Weder noch.

Kuscheln oder Knutschen?

Beides.

Wo entspannst Du?

Am Klavier. Ich habe letztens gespielt und habe gemerkt, dass ich noch weiter spielen möchte!

Für was hättest Du gerne mehr Zeit?

Zweisamkeit mit meinem Mann.

Wenn Du jetzt spontan etwas verändern könntest, was wäre das?

Nichts. Mit meiner beruflichen Veränderung zur eigenen Praxis kann ich gerade alles gut organisieren. Das war etwas, was ich mir gewünscht habe und damit bin ich sehr zufrieden.

Wann hast Du das letzte Mal geweint und warum?

Als ich an meinen verstorbenen Vater gedacht habe. Wir haben jetzt unsere Kinder an den Friedhof herangeführt und wenn sie dann mit meinem Vater reden, geht mir das einfach sehr zu Herzen.

Was ist Dein Anspruch an Dich selbst?

Gelassenheit bewahren. Einfach auch mal durchatmen und sage: Hey, alles gut. Das ist wahrscheinlich die Mutter in mir (lacht).

Was willst Du im Leben unbedingt noch machen?

Ganz viel Reisen, um Menschen, Kulturen und Landschaften kennenzulernen, und die Welt immer besser verstehen zu können. Zur Zeit mit dem Wohnmobil, aber irgendwann auch wieder Flugreisen (zeigt in Abflughalle).

Was hast Du immer im Kühlschrank?

Mein Mann ist Franzose und wir haben immer vielen leckeren Käse Zuhause. Am liebsten mag ich Ziegenkäse und Compté.

Was hast Du Zuhause immer vorrätig, was Du nie isst oder trinkst?

Müsliprodukte. Die werden immer gekauft, aber nie gegessen.

Sneaker oder Pumps?

Eindeutig Sneaker.

Wie bist Du zu Deinem Job gekommen? War das schon immer Dein Traum?

Dass ich Medizin studiere, war irgendwie klar, auch wenn viele dachten ich würde was mit Musik machen. Ich hab in der Anatomie dann gemerkt, dass mir das Handliche Spaß macht und hab mich mehr für die chirurgischen Fächer interessiert. Im ersten Kurs „Plastische Chirurgie“ gab es dann ein Schlüsselereignis. Da hatte ein älterer Herr ein Loch durch eine Hautkrebswucherung in der Nase. Und ich fand es so elegant, wie dieser Defekt geschickt unsichtbar gemacht wurde.

Du hast in Deinem Job wahrscheinlich mit vielen Vorurteilen zu kämpfen? Wie gehst Du damit um?

Ich bin Mediziner und mir geht in erster Linie darum, dass die Menschen, die ich behandele, sich in ihrem Körper gesund fühlen. Und das spiegelt das Motto meiner Praxis wider: „sibi placere pulchrum facet“. Sich selbst gefallen macht schön.

An wem würdest Du gerne mal eine OP durchführen?

Der Behandlungswunsch kommt ausschließlich von den Menschen, die an mich herantreten. Erst dann mache ich mir Gedanken, wie man diese Leute glücklicher machen kann. Es lebe die Vielfalt. Schönheit ist relativ und kommt bekannter Weise von innen. Also hat eine pauschalisierte Vorstellung von Schönheit da keine Rolle zu spielen.

Siehst Du es Leuten an, wenn sie operiert sind?

Für mich gilt: die Qualität der Behandlung ist daran zu messen, dass sie unsichtbar ist und natürlich wirkt. Dass man bei Faltenbehandlung einfach frischer und entspannter aussieht bezihungsweise, dass eine Brustvergrößerung die Körperproportionen respektiert. Eine Lippenformung führe ich gerne in zwei Sitzungen durch, damit man nicht auf einmal eine deutliche Veränderung merkt. Dann fällt es in der Umgebung kaum auf.

IMG_1867Wie hat sich die Branche verändert?

Ich denke, es wollen immer viele auf den Zug mit aufspringen, auch wenn Sie keine Facharztbezeichnung für Plastische und Ästhetische Chirurgie haben. Und das sehe ich als äußerst kritisch an, sowohl für die langfristigen Ergebnisse, als vor allem für das Komplikationspotential! Es muss immer seriös bleiben. Nicht umsonst dauert die Facharztausbildung nach dem sechsjährigen Studium noch einmal sechs Jahre. Also 12 Jahre Ausbildung insgesamt. Nur wer präzise über exakte anatomische Kenntnisse verfügt, sollte Behandlungen, wo Nerven und Gefäße dauerhaft geschädigt werden können, durchführen.

Wird ein makelloser Körper immer wichtiger?

Über den Begriff makellos kann man sich streiten. Sicherlich ist die heutige Wichtigkeit des Äußeren größer als noch vor 50 Jahren. Wiederum wurden schon in der Antike harmonische Körper- und Gesichtsproportionen zelebriert. Wir leben in Kassel und jeder kennt hier den Herkules. Unstrittig ist also die Wirkung auf andere Mitmenschen. Das ist nicht oberflächlich, sondern entspricht unseren Gefühlen, ja sogar Instinkten. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was er für ein Bild von sich hat und geben möchte. Schönheit liegt im Auge des Betrachters…

Kann man den Kontostand im Gesicht ablesen?

Das ist interessant. Als ich in Paris gearbeitet habe, waren wir Assistenten aus verschiedenen Kulturen, die alle das Gleiche machen wollten, hatten aber unterschiedliche Vorstellungen. Ein Libanese zum Beispiel meinte, dass große Brüste auch heißen, dass man das Geld hat sich die Brüste machen zu lassen. Eine Mitteleuropäerin dagegen möchte vielleicht gar nicht, dass man sieht, dass etwas gemacht wurde. Aber, dass einige das als Statussymbol sehen, bestimmt. Die Kultur macht den Unterschied.

Gibt es Schönheitstrends?

Ich habe zum Glück zum Großteil Patienten, die das Natürliche mögen, deshalb ist mir da keine große Veränderung aufgefallen. Schön sind aber neue Methoden, die uns noch mehr Möglichkeiten für eine umfassende Behandlung bieten. Ich freue mich derzeit zum Beispiel sehr über die Innovationen, die mit dem sogenannten Fadenlift gekommen sind: hier kann man relativ minimalinvasiv viel Straffung erreichen beziehungsweise Volumen aufbauen. Und dies auch noch in örtlicher Betäubung. Ansonsten haben sich bestimmte „alte“ Techniken natürlich einfach auch bewährt.

Gibt es zeitlose Vorlieben?

Die Zeichen der Zeit aufhalten…

Kommen Menschen auch zusammen in Deine Praxis oder bleibt so etwas eher geheim?

Teils, teils. Ich finde es schön, wenn zum Beispiel der Mann als Unterstützung für seine Frau mitkommt. Er hat ja auch Fragen und muss über Risiken aufgeklärt werden.

Behandelst Du mehr Männer oder Frauen?

Auch Männer, aber das ist schon seltener.

Was lassen denn Männer am häufigsten machen?

Mit Falten haben sie nicht so Probleme, es ist okay, wenn alles etwas markanter ist. Ein klassischer Bereich ist das Ober- oder Unterlied, oder auch die Brust, die an die männliche Figur angepasst wird. Und Fettpölsterchen haben Frauen sowie Männer.

Was lassen Frauen am häufigsten machen?

Mein Chef in Paris hat mal gesagt, wenn eine Frau einmal was gemacht hat, ist ihre Hemmschwelle geringer. Und das stimmt! Wenn die Brust operiert ist, dann stört einen als nächstes die Nase. Brüste werden oft gemacht, gerade nach Schwangerschaften. Dann geht es mehr um Rekonstruktion, als um Ästhetik und das finde ich schön! Wichtig ist, auch kleine Brüste sind schöne Brüste, die muss man ja nicht immer groß machen. Da lege ich auch Wert drauf bei der Beratung.

Meinst Du, Schönheits-OPs werden durchgeführt um sich selbst oder um anderen zu gefallen?

Das finde ich immer wichtig vorher herauszufinden. Ich glaube, wenn man das was einen beschäftigt hat, angegangen ist, danach auch eine bessere Ausstrahlung hat. Bestes Beispiel: Eine Patienten die vor einiger Zeit ihre Brust hat machen lassen, hatte lange Zeit keine Beziehung. Dann bei der Kontrolle: Schwanger, neuer Mann. Wahrscheinlich hat sie sich einfach wieder mehr getraut. Das ist doch eine gute Sache!

Dein perfekter Tag, womit beginnt und womit endet der?

Ach, am besten ein Urlaubstag, dann wachen wir im Wohnmobil auf und man hört die Vögel zwitschern. Und dann draußen frühstücken, herrlich! Danach Strand oder Fahrrad, Hauptsache raus! Und er endet genauso. Nur mit Wein und Käse. Und vorher das Steak (lacht).

Welche App benutzt Du am häufisgten?

Ich schreibe eigentlich ganz viel Whatsapp, sonst bin ich tagsüber nicht so mit dem Internet beschäftigt.

IMG_4231Würdest Du uns die letzte Nachricht auf Deinem Handy zeigen?

Da bin ich ja mal selber neugierig (lacht). Ich hab so ein Outdoor-Handy, weil das davor im Wasser versenkt wurde. Die letzten Nachrichten sind aus unserer Kindergartengruppe. Da ist gerade so ein Stickeralbum, ganz großes Thema, wo die Mütter jetzt gucken, welche Sticker noch für die Alben ihrer Kinder benötigt werden.

Welchen Emoji benutzt Du am häufigsten?

Das ist glaube ich der Knutschi.

Was machst Du jetzt als nächstes?

Zutaten einkaufen für das Wasserbüffel Steak. Das wird richtig lecker.