Sport: Rope Skipping mehr als nur Seilspringen


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Ob auf dem Schulhof oder auf der Straße – Jeder ist früher Seil gesprungen! Doch die offizielle Sportart Rope Skipping kennt leider kaum jemand. Denn hinter dem Sport verbirgt sich einiges mehr, als nur Seilspringen. Der BRAUSER sprach mit zwei Rope Skippern, die mit voller Hingabe diesen Sport betreiben.
Eric Seeger, Weltrekordhalter und Lisa Scholdei, deutsche Meisterin, berichten von ihrer Leidenschaft.

Die aus den USA stammende und eher unbekannte Sportart Rope Skipping ist keine gewöhnliche Sportart. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Rope Skipping Seilspringen. Doch es gehört wesentlich mehr dazu, als einfach nur über ein Seil zu springen. Der 20-jährige Biologie-Student Eric Seeger aus Melsungen knackte den Weltrekord im Triple Under. „Triple Under ist eine Wettkampfdis-eric.kleinziplin, bei der der Springer bei jedem Sprung das Seil 3x um den Körper drehen muss. Davon muss der Springer so viele aufeinanderfolgende Triple Under springen, wie er schafft.“, erklärt Eric. Durch seine Schwester entdeckte er seine Leidenschaft zum Rope Skipping, als sie ihn eines Tages mit zum Training nahm. Seitdem packte ihn die Begeisterung. „Ich bin glücklich, wenn ich ein Seil in der Hand habe. Rope Skipping hat mir im Leben so viele Türen geöffnet, womit ich nie gerechnet hätte und ich unendlich dankbar bin.“ Auch die 26-jährige Lisa Scholdei gelangte durch ihre  Schwester zum Rope Skipping. Seit 15 Jahren ist die Physiotherapeutin begeisterte Rope Skipperin und erlangte den ersten Platz der Deutschen Meister. Um erfolgreich beim Rope Skipping zu sein, benötigt man „Kreativität, Koordination, etwas Körpergefühl und ganz viel Spaß am Ausprobieren, den Rest kann man lernen.“, berichtet die Rope Skipperin. Da die Sportart noch nicht sehr lange existiert, lässt sie viel Freiraum für individuelle Tricks und die Möglichkeit sich ganz nach oben zu springen.

Freestyle

Grenzen gibt es beim Rope Skipping keine. Das heißt, man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und verschiedene Sportarten miteinander verschmelzen lassen. Das wären zum Beispiel Rope Skipping in Kombination mit Turnen oder Tanzen. Diese Disziplin nennt sich Freestyle. Der Rope Skipper übt eine selbstchoreografische Sprungfolge auf Musik ein. Der Reiz dabei ist, dass man ganz frei ist und sich selbst Tricks ausdenken kann, die vielleicht noch niemand auf der Welt gesehen hat. „Jeder Springer hat seinen eigenen Stil und kann durch Rope Skipping seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, was ich persönlich immer sehr spannend finde.“, erzählt der Weltmeister.

Einfaches Seilspringen – von wegen!

Da Rope Skipping eine unbekannte Sportart ist, ist vielen nicht bewusst, was für starke Leistungen dahinterstecken. „Viele wissen gar nicht, dass das ein ernst zu nehmender Wettkampfsport ist, und stempeln dies meistens als einfaches „Seilspringen“ ab, wie sie es in ihrer Kindheit gemacht haben.“, erzählt der Biologie-Student. „Wenn man dann aber was zeigt, sind die Leute doch überrascht, was man mit einem Seil doch so alles anstellen kann.“, so die Physiotherapeutin.
Melsunger-Schweden2016-300pxDoch die so oft belächelte Sportart ist nicht nur vielseitig, sondern erfordert unglaubliches Durchhaltevermögen und Disziplin. Trainiert wird in einer Halle mit festem Schuhwerk, um Verletzungen zu vermeiden. Eric trainiert in der Woche vier bis fünf Mal. Vor wichtigen Wettkämpfen trainiert Eric sogar täglich bis zu zweimal. „Wichtig ist aber auch, dass man einen Tag pausiert, damit sich der Körper vom ganzen Stress erholen kann.“, beteuert er. Lisa hingegen trainiert drei Mal pro Woche. Der Trainingsverlauf ist der gleiche wie von Eric. Er beginnt mit einem gemeinsamen Warm-up. Anschließend kommt die Einheit des Schnelligkeitstrainings. Dabei kommt es darauf an, nach Zeitangabe so schnell wie möglich über das Seil zu springen. Es folgt die Kreativ- und Akrobatikeinheit. Da kann jeder für sich an seiner individuellen Choreografie arbeiten. „Das macht mir am meisten Spaß, sich einfach selbst auszuprobieren.“, schwärmt Lisa. Abgeschlossen wird das Training mit Kraft-, Turn- oder Dehnübungen. Die Verletzungsgefahr besteht immer, da die Gelenke und Knochen vom Springen sehr beansprucht werden.

Wettkämpfe national und international

dd_lisaLisa und Eric nahmen schon an einigen Wettkämpfen teil, national und international. Dort kommen die besten Rope Skipper zusammen, um gegeneinander anzutreten. Der Aufbau eines Wettkampfes ist eigentlich immer derselbe. „Erst ein Warm-up, um auf Betriebstemperatur zu kommen, dann wird der Wettkampf offiziell eröffnet durch Einmarsch aller teilnehmenden Vereine/Länder. Darauf folgen die Schnelligkeits-disziplinen, dann die Freestyles. Warten auf Auswertung und Siegerehrung gehört auch dazu.“, erzählt Lisa. „Gezählt werden die Sprünge in den Schnelligkeitsdisziplinen auf Zeit per Hand von Kampfrichtern auf einer Zähluhr.“ Eric ergänzt: „Hierbei wird immer der rechte Fuß gezählt, da es sonst unmöglich ist die genaue Anzahl der Sprünge zu ermitteln.“ Beim Freestyle werden die Punkte nach Schwierigkeit und Kreativität vergeben. Bei den Deutschen Meisterschaften können sich die Besten der Besten für die EM oder WM qualifizieren, wie Eric und Lisa es getan haben. Lisa gewann die Deutschen Meisterschaften und Eric brach den Weltrekord bei der WM in Schweden mit 521 Triple Under hintereinander! Doch für Eric geht es nicht nur ums Gewinnen. „Durch die Wettkämpfe und Trainingscamps bekommt man die Möglichkeit, neue Orte und Menschen zu entdecken und neue Freunde aus der ganzen Welt kennenzulernen.“

Ganz Privat

Liebenswert, hilfsbereit und sportlich – So würden Lisas Freunde sie beschreiben. Letzteres trifft ganz offensichtlich zu, denn Lisa betreibt neben Rope Skipping auch andere Sportarten. „In meiner Freizeit jogge ich gerne oder fahre Inline Skates, aber mein Herz gehört dem Rope Skipping.“, sagt sie mit einem Lächeln. Auch Erics Freunde beschreiben ihn als fröhlichen, aber auch disziplinierten Menschen. „Meine Sportfreunde würden mich auch als ein bisschen durchgeknallt bezeichnen, aber im positiven Sinne.“ In seiner Freizeit verbringt der unternehmenslustige Student die meiste Zeit mit seinen Freunden. „Ich brauche immer Action und mag keine Langeweile.“ Doch die beiden Hochleistungssportler brauchen auch mal Zeit zur Entspannung. Dafür gehen die beiden am liebsten in die Therme. „Rope Skipping ist einfach super für jeden! Egal welches Alter und welches Geschlecht. Das beste Ganzkörper-Workout, was man machen kann!“

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Die aus den USA stammende und eher unbekannte Sportart Rope Skipping ist keine gewöhnliche Sportart. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Rope Skipping Seilspringen. Doch es gehört wesentlich mehr dazu, als einfach nur über ein Seil zu springen. Der 20-jährige Biologie-Student Eric Seeger aus Melsungen knackte den Weltrekord im Triple Under. „Triple Under ist eine Wettkampfdis-ziplin, bei der der Springer bei jedem Sprung das Seil 3x um den Körper drehen muss. Davon muss der Springer so viele aufeinanderfolgende Triple Under springen, wie er schafft.“, erklärt Eric. Durch seine Schwester entdeckte er seine Leidenschaft zum Rope Skipping, als sie ihn eines Tages mit zum Training nahm. Seitdem packte ihn die Begeisterung. „Ich bin glücklich, wenn ich ein Seil in der Hand habe. Rope Skipping hat mir im Leben so viele Türen geöffnet, womit ich nie gerechnet hätte und ich unendlich dankbar bin.“ Auch die 26-jährige Lisa Scholdei gelangte durch ihre Schwester zum Rope Skipping. Seit 15 Jahren ist die Physiotherapeutin begeisterte Rope Skipperin und erlangte den ersten Platz der Deutschen Meister. Um erfolgreich beim Rope Skipping zu sein, benötigt man „Kreativität, Koordination, etwas Körpergefühl und ganz viel Spaß am Ausprobieren, den Rest kann man lernen.“, berichtet die Rope Skipperin. Da die Sportart noch nicht sehr lange existiert, lässt sie viel Freiraum für individuelle Tricks und die Möglichkeit sich ganz nach oben zu springen.

 

Lisa-Schweden2016-kleinLisa Scholdei
geboren am 3. August 1990
Physiotherapeutin
Trainer-C Lizenz Wettkampf- und Leistungssport

Erfolge:
• EC 2007 Holland Team 8. Platz
• WC 2014 Hong Kong Team 9. Platz
• WJRC 2015 Paris Team 2×2. Platz & Einzel 4. Platz (3 min)
• EC 2015 D, Idar-Oberstein Team 3. & 6. Platz u Einzel 7. (3 Min.) und 8. Platz (Triple)
• WC 2016 Schweden Team 9. Platz
• Deutsche Mannschaftsmeister 2014/15/16
• Deutsche Einzelmeisterin 2016

 

Unbenannt-3Eric Seeger
geboren am 29. März 1996 Student (Biologie)
Trainer-C Lizenz Wettkampf- und Leistungssport
Hobbys: Schwimmen, Fahrradfahren, Kino, Theater und Museum

Erfolge:
• 7. Platz Europameisterschaften 2013
Overall Einzel, Aalborg, Dänemark
• 1. Platz Europameisterschaften 2013
Triple Under, Aalborg, Dänemark
• 1. Platz Deutsche Einzel-Meisterschaften 2014
• 1. Platz Deutsche Mannschafts-Meisterschaften 2014
• 16. Platz Weltmeisterschaften 2014
Overall Einzel, Hong Kong, China
• 9. Platz Weltmeisterschaften 2014
Overall Mannschaft, Hong Kong, China
• 1. Platz Deutsche Einzel-Meisterschaften 2015
• 1. Platz Deutsche Mannschafts-Meisterschaften 2015
• 5. Platz Europameisterschaften 2015 Overall Einzel
• 1. Platz Europameisterschaften 2015 Triple Under
• 6. Platz Europameisterschaften 2015 Overall Mannschaft
• 2. Platz Deutsche Einzel-Meisterschaften 2016
• 1. Platz Deutsche Mannschafts-Meisterschaften 2016
• 12. Platz Weltmeisterschaften 2016
Overall Einzel, Malmö, Schweden
• 9. Platz Weltmeisterschaften 2016
Overall Mannschaft – Malmö, Schweden
• 1. Platz Weltmeisterschaften 2016 Triple Under
• Deutscher Rekord-Halter in der Disziplin 2 Minuten
Speed mit 323 Zählern
• Weltrekord-Halter im Triple Under mit 521 Zählern