Sport: Wakeskaten

Marius.Klauenberg1_benni
Das Gefühl über Wasser zu gleiten ist ein ganz Besonderes. Mit dem bekannten Wakeboarden klappt das schonmal richtig gut. Aber Wakeskaten ist dann doch etwas anspruchsvoller. Oder? Hierbei steht man nämlich ohne Bindung auf dem Brett, ist somit viel freier und kann noch kreativer bei den Tricks werden.
Der Kasseler Marius Klauenberg betreibt diese Trendsportart und der BRAUSER war neugierig und wollte es genauer wissen.

Marius.Klauenberg_vonFB2.2Ein bisschen Balance, Durchhaltevermögen und
gute Laune. Das sind die Fähigkeiten, die man für Wakeskaten mitbringen sollte. „Und wasserscheu sollte man auch nicht sein“, ergänzt Marius lachend. Für den 27-jährigen Studenten steht fest, dass jeder diesen Sport erlernen kann. Zum Beispiel für begeisterte Snowboarder, die einen Ausgleich für den Sommer suchen. Er selber kam über Wakeboarden dazu. „Ich war mit der Familie am Twistesee zum Baden und wir haben die Wakeboardanlage entdeckt. Nach einiger Zeit des gebannten Zuschauens kam meine Schwester auf die Idee, es doch mal selbst zu probieren. Ich hatte erst etwas Angst und musste von ihr überredet werden.“, erzählt er. Zum Glück hat Marius es dann doch mit ihr ausprobiert und sofort Spaß am Wakeboarden gefunden. Sven Hilscher, der damals schon ein alter Hase in der Szene war, hat ihm bei den ersten Starts geholfen und ihn einige Monate später zum Zuschauen auf einen Contest in Regensburg mitgenommen. Marius ergänzt: „Dort kommt Andy Kolb, der wohl bekannteste und stylischste Wakeskater aus Deutschland, her. Nachdem ich ihm ein paar Runden zugeschaut habe war mir klar, dass Wakeskaten das ist, was ich machen möchte und habe mein Wakeboard in den Keller verbannt.“

Machbar für jeden

Dir sind Kickflip und Ollie nicht unbekannt? Dann ist dieser Sport bestimmt das Richtige für Dich. Denn außer dem Wakeboarden kommt es Skateboarden sehr nahe, da auch alle Tricks aus dem Bereich übernommen werden. Alles was man für die Funsportart benötigt ist ein Wakeskate, Skateschuhe und ein Zuggerät wie zum Beispiel ein Boot, eine Wakeboardseilbahn oder eine Winch (Winde). Als Einsteiger kann man sich natürlich ein Board leihen. „Da es aber schnell süchtig macht, möchte jeder bald sein eigenes Skate haben. Das eigene Brett motiviert natürlich noch zusätzlich und Wakeskates bekommt man schon recht günstig ab ca. 100 Euro.“, weiß Marius zu berichten. „Aber es ist ein etwas aufwendiger Sport, da man immer etwas braucht das einen zieht. Das ist dann auch meist mit Geld verbunden. Aber es ist machbar für jeden. Wenn die anderen früher ihr Geld beim Feiern auf den Kopf gehauen haben, habe ich es halt einfach in das Wakeskaten gesteckt.“ Uns stellt sich die Frage, ob man beim Wakeskaten eigentlich auch gezielt trainiert. „Das Wort Training ist nicht richtig getroffen. Training ist für mich harte Arbeit für ein Ziel“, so Marius. „Wakeskaten macht mir so viel Spaß, dass man sowieso so viel Zeit wie möglich auf dem Wasser verbringen möchte und sich mit seinen Freunden gegenseitig pusht. Das Besserwerden kommt dann von ganz allein. Auch die körperlichen Fitness wird positiv beeinflusst. Man vergisst die Zeit einfach auf dem Wasser und hängt manchmal 5 Stunden an dem Seil. Das gibt natürlich Muckis.“

 

Marius.Klauenberg4_christina_lerke-heller

Hot Spots und Academy

Wo lässt es sich denn nun am besten Wakeskaten? Auch hier weiß Marius uns etwas zu berichten. „Deutschland ist das Land mit den meisten Wakeboardanlagen und es kommen jedes Jahr neue dazu – leider hat nur Kassel da kein Interesse dran. Aber auf die Gesamtanzahl deutschlandweiter Anlagen gesehen, hat man es hier zu Lande schon ganz gut zum Wakeskaten.“ Deshalb hat Marius 2014 die Wake Academy – Wakeschool Kassel ins Leben gerufen. „Ich wollte meinen Sport einfach auch in die Stadt bringen, wo ich lebe. Ich war früher immer auf meine Eltern und später auf ein eigenes Auto angewiesen. Mit der Wake Academy konnten nun auch Kids aus Kassel ohne Auto eine Runde Wakeskaten.“ Leider muss die Wake-Academy dieses Jahr eine Pause einlegen. Die Uhrzeiten für Wasserskisportler am Kasseler Fuldaspot sind sehr eingeschränkt und bei gutem Wetter ist so viel Andrang, dass es schwierig wird freie Plätze zu finden, berichtet uns Marius. Wer aber auf dem Laufenden bleiben möchte klickt sich ein auf www.facebook.com/wakeacademykassel oder auf www.wake-academy.de. Nach Absprache könnt ihr am Spot eurer Wahl gecoacht werden. Der Twistesee ist nicht weit und bietet genug Fläche für Wassersportler. Mehr dazu in unserem Infokasten.

Sport gehört immer dazu

Marius selber hat nicht den einen Lieblings-Spot. „Am liebsten fahre ich immer an neue Orten. Ich liebe es diese zu testen und auf neue Leute zu treffen. Der Zusammenhalt und das nette Miteinander macht Wakeskaten auch ein bisschen aus.“ Wenn er nicht gerade auf dem Board über das Wasser skatet, sitzt er in der Uni oder plant den nächsten Urlaub. „Oft bin ich auch gezwungen etwas am Campingbus zu basteln, damit der weiter läuft“, erzählt der Wassersportler schmunzelnd. Denn dort kann er – neben dem Sofa zuhause – mit seiner Freundin und einer Flasche Wein richtig entspannen. Sport steht aber im Fokus für den Studenten. Seit kurzem hat er das Wellenreiten für sich entdeckt, wo ihm das Gefühl für das Wasser vom Wakeskaten her viel hilft. „Im Winter bin ich dann, wenn das Wetter es zulässt, mindestens einmal die Woche in Winterberg zum Snowboarden. Zudem fahre ich auch gern mal eine Runde Skateboard in der Halle oder gehe Bouldern.“ Man merkt sofort, dass Marius angehender Sportlehrer ist.

Marius.Klauenberg_vonFB3Erfolg und Trend

Ein so ambitionierter Sportler hat selbstverständlich schon an vielen nationalen und internationalen Meisterschaften teilgenommen. „Alle aufzuzählen wäre hier zu viel. Einige Highlights waren meine
Siege bei den Wake Master Events, die immer an besonderen Orten stattfinden, wie im Olympiapark in München oder in Hamburg auf der Binnenalster. Sowie der Sieg bei der letzten Deutschen Meisterschaft am Boot vom 10. bis 12. Juli 2015 in Rackwitz, die ich mit viel Herzblut mit organisiert habe.“ Nicht nur Wakeskaten ist seiner Meinung nach im Kommen, sondern, „dass der ganze Wassersportbereicht einen Aufschwung erlebt. Vom Surfen über SUP bis zum Wakeboarden und skaten.“

Träume und Alltag

Für Marius, den seine Freunde als „kleiner Hater der sehr direkt ist und niemandem länger als fünf Minuten böse sein kann“ beschreiben würden, beginnt ein typischer Tag mit einem guten und entspannten Frühstück und einem Kaffee mit seiner Freundin. Dann geht es meist in die Uni oder an die Arbeit. „Wenn dann die Pflichten erledigt sind, mache ich mich meistens auf zum Twistesee oder zur Fulda, um zwei Stündchen auf dem Brett zu stehen. Abends gehe ich dann gern recht früh ins Bett, um den nächsten Tag ausgeschlafen zu beginnen.“, verrät er uns. Da bekommt man schon den Eindruck, dass es für ihn eben die kleinen Dinge sind, die ihn glücklich machen und das zeigt sich auch an seiner Antwort auf die Frage danach: „Meine Freundin, meine Familie, Bretter, Sonne und einfach unterwegs zu sein. Am besten an stillen Orten mit viel Grün, ein bisschen Wasserplätschern und zwitschernde Vögel.“ Mit sportlichen Erfolgen hat Marius seit diesem Jahr abgeschlossen. „Ich möchte Wakeskaten wieder richtig genießen und realistisch gesehen ist es schon ein Traum, verletzungsfrei mit viel Spaß durch die Saison zu
kommen.“ Privat wäre es für ihn ein absoluter Traum, ein Haus am See mit Boot vor der Tür und das Meer um die Ecke zu haben.

Marius.Klauenberg_jan_kro
Gefahren vs. Spass

In all der Zeit, die er sich auf und am Wasser tummelt, gab es auch schon eine brenzlige Situation. Nicht für ihn, sondern für seine Schwester. „Sie war vor mir am rausschwimmen und sie hat eine andere Leine übersehen, die sich dann um ihren Hals wickelte und sie ein Stück mit zog. Zum Glück hat sie sich von allein wieder gelöst und bis auf ein paar blaue Flecken und Kratzer ist alles gut gegangen. Aber das zu sehen hat mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt.“ Doch der Spaß beim Wakeskaten überwiegt ganz klar. Und so weiß auch Marius hier eine Anekdote zum Besten zu geben: „Ein Kumpel, der ganz stolz mit einem neuen Skate an den See kam, hat es in der ersten Runde bei einem Sturz verloren und dachte es sei in die Büsche am Ufer getrieben. Da haben wir dann eine halbe Stunde in den Büschen gesucht bis wir gemerkt haben, dass es fünf Meter hinter uns im Wasser schwamm.“

 

Marius Klauenberg

Geboren am 10.03.1989
Student / Wirtschaftpädagogik mit Sport
Erfolge:
2015
1. Platz Deutsche Meisterschaft am Boot
2014
3. Platz Deutsche Meisterschaften
1. Platz Wakemasters München
2013
1. Platz Wakemasters München
1. Platz Wakemasters Hamburg
Hessenmeister 2013


Der Wasserski- und Wakeboardverein vom Twistesee bietet Interessierten ein Wakeskate Training zweimal die Woche an.

Mehr Infos unter:
www.wsc-twistesee.de
www.wasserski-twistesee.de