Footballteam Schwalmstadt Warriors feiert sein Comeback

football1Erst vor einigen Monaten hat das Footballteam Schwalmstadt Warriors sein Comeback gefeiert. Seitdem trainieren die Spieler hart, um in der Verbandsliga Mitte zeigen zu können, was sie drauf haben. Der Clou: Die Meisten haben erst vor ein paar Monaten das erste Mal einen Football in der Hand gehalten. Doch der unbändige Wille und Kampfgeist der Mannschaft ist das, was sie nach vorne bringen kann.

Comeback nach zwölf Jahren

Über zwölf Jahre haben sie auf den richtigen Moment gewartet: Jetzt feiern die Schwalmstadt Warriors ihr Comeback. Neu formiert bringen sie den American Football wieder in die Schwalm. Am 9. April starteten sie in die Saison der Verbandsliga Mitte. Die Idee zur Neugründung hatten ein paar junge Football-Fans. Marcus Dietz-Grube hat den Aufruf im Internet gesehen und nicht lange überlegt. „Ich habe selbst bei den damaligen Schwalmstadt Warriors gespielt“, erklärt der 49-jährige Head Coach (Cheftrainer). Im September wurden sie offiziell als Abteilung im ESV Jahn Treysa aufgenommen.

football4

Starke Gegner in der ersten Saison

Die erste Saison stellt die junge Mannschaft gleich auf die Probe. „Wir treten in der Saison gegen Teams mit Spielern an, die Bundesliga-Erfahrung haben. Das wird schwer für uns“, weiß der Head Coach. Normalerweise gibt es eine Aufbauliga für neue Mannschaften, doch für die haben sich zu wenige gemeldet. „Jetzt spielen wir zwar in der untersten Liga, aber da sind auch Mannschaften zugelassen, die gut spielen.“ Der Vorteil: Absteigen können die Warriors nicht. „Bei den Gegnern erwarten wir nicht, dass wir gleich aufsteigen. In drei oder vier Jahren können wir mal darüber nachdenken“, sagt Dietz-Grube.
Bei den Schwalmstadt Warriors gibt es nur vier Spieler, die bereits Erfahrung im Football gesammelt haben. Die anderen Teammitglieder haben erst vor einem halben Jahr mit dem Training begonnen. „Unseren Jungs fehlt noch der Instinkt und das Gefühl, um zu erkennen, was der Gegner als nächstes vorhaben könnte“, erklärt Dietz-Grube. Doch das sei normal. „Sie brauchen erst einmal Erfahrung und die bekommen sie nur im Spiel.“ Deshalb ließen die Trainer auch alle auf das Feld. „Bei uns gibt es keine Stars und wir legen auch keinen Wert darauf, ob wir verlieren oder gewinnen. Die Jungs sollen einfach spielen können“, sagt der Trainer.

Ein starker Wille gibt ihnen Kraft

Die Stärke der jungen Mannschaft liege vor allem in ihrem Willen, das Spiel so gut es geht zu meistern. „Die Taktik ist, erst einmal zweitrangig. Wille und Härte ist das wichtigste. Alles Andere kommt mit der Zeit“, weiß Defensive und Line Coach Marcus Theis. Der spricht aus Erfahrung. Auch er spielte bei den damaligen Warriors und erinnert sich gut an die Zeit. „Wir haben uns jedem Gegner gestellt, egal wie aussichtslos die Situation war. Deshalb galten wir auch als verrückt. Wir hatten einfach immer unseren Spaß.“ Diese Einstellung geben sie auch an ihre Schützlinge weiter. „Wir wollten eine Mannschaft formieren, die sich vernünftig präsentiert, Spaß hat und sich nicht blamiert. Das ist uns auf jeden Fall gelungen“, bestätigt Dietz-Grube. Wichtig sei ihm vor allem, dass die Fans und Unterstützer nicht den Glauben an die Mannschaft verlieren, selbst wenn sie nicht gewinnt.

football3Leidenschaft mit Zuschauern teilen

Ihre Leidenschaft für den Football wollen sie auf die Zuschauer übertragen. „Football ist wie Schach auf dem Rasen. Jeder Spieler hat seine feste Aufgabe und muss auf einen anderen aufpassen“, sagt der Head Coach. Deshalb sei Football auch mit keinem anderen Teamsport vergleichbar. „Wenn man gemeinsam auf dem Platz blutet und um alles kämpft, dann wächst man einfach zusammen. Ein Footballteam ist mehr als nur eine Mannschaft. Es bilden sich echte Freundschaften“, erklärt Dietz-Grube, der von seinen Spieler liebevoll als „Papa“ bezeichnet wird. Außerdem sei die Atmosphäre bei Spielen ganz anders als beim Fußball und anderen Sportarten. „Die Fans beider Mannschaften stehen zusammen. Es gibt keine Schlägereien oder Beleidigungen. Alle erfreuen sich einfach nur an dem Spiel.“

Ein Event für die ganze Familie

Bei den Heimspielen der Schwalmstadt Warriors soll deshalb auch nicht nur das sportliche Ereignis im Vordergrund stehen. „Wir planen einen großen Spaß-Tag für die ganze Familie“, erklärt der Head Coach. Während die Erwachsenen sich am Imbiss stärken, können sich die Kinder auf einer Hüpfburg austoben. Wie es sich für eine richtige Football-Mannschaft gehört, bekommen sie auch Unterstützung am Spielfeldrand. Die Cheerleader-Gruppe „GraceCats“ feuert nicht nur die Warriors an, sondern unterhält die Zuschauer während der Pausen. Damit alle Gäste das Spiel verstehen, hat die Mannschaft vorgesorgt. „Der Stadionsprecher wird das Spiel kommentieren, erklären und für Stimmung sorgen“, erklärt Theis.

Die Mannschaft dauerhaft etablieren

Marcus Dietz-Grube und seine Kollegen wollen ihre Footballmannschaft dauerhaft etablieren. „Deshalb werden wir ab der neuen Saison gezielt die Jugendarbeit fördern“, sagt der Head Coach. Denn die damaligen Warriors sind genau daran gescheitert. Es gab keinen Nachwuchs und damit irgendwann auch keine Herrenmannschaft mehr. „Ohne Jugend können wir keine neue Saison spielen“, erklärt Dietz-Grube. Aus diesem Grund ist für Spieler zwischen 13 und 17 Jahren im August ein Trainings-Camp in der US-Basis in Ansbach geplant. Wie schon im letzten Jahr, sollen die Nachwuchsspieler der Warriors dort mit anderen US Teams ihrer Altersklasse an einem Wochenende trainieren und viel Praxis von erfahrenen Coaches sammeln. Außerdem sucht die Mannschaft Jugendtrainer. „Alle, die Interesse haben, können das machen. Der ESV zahlt Aus- und Fortbildung“, sagt der Coach.

football6Sponsoren und Unterstützer gesucht

Die junge Mannschaft hat derzeit hohen Kosten zu tragen. „Der ESV unterstützt uns finanziell sehr. Trotzdem investieren wir im Moment viel privates Geld, um spielen zu können“, erklärt Dietz-Grube. 700 Euro würden beispielsweise die beiden Dummys kosten, mit denen die Spieler im Training das Tackeln üben. Mehrere hundert Euro habe die Mannschaft in Utensilien gesteckt, die für die Ligaspiele nötig sind. Richtige Tore besitzen sie noch keine. „Damit nicht einzelne Spieler alles bezahlen müssen, sind wir auf Sponsoren angewiesen“, sagt Dietz-Grube. Die können auch in Form von Bannern an den Spieltagen ihre Werbung präsentieren und somit die Mannschaft unterstützen. Besonders wichtig sei außerdem ein Physiotherapeut, der die Mannschaft unterstützt. „Wir können leider nicht viel bezahlen, aber es ist wichtig, dass die Spieler professionell betreut werden.“

Rückrunde der Warriors

15.05. Schwalmstadt Warriors – Bad Homburg Sentinels 15 Uhr, Schwalmstadion
22.05. Schwalmstadt Warriors – Bad Kreuznach Warriors 15 Uhr, Schwalmstadion
29.05. Schwalmstadt Warriors – Saarland Hurricanes 2 15 Uhr, Schwalmstadion

Kontakt und Vereinsinfos
www.schwalmstadt-warriors.de

Email an
abteilungsleiter@schwalmstadt-warriors.de