Sport: Hockern

hockern

Die perfekte Kombination aus Akrobatik, Jonglage, Tanz, Skaten und einem Stuhl: Hockern! So vielseitig ist die neue Trendsportart, die es von Berlin in’s schöne Nordhessen geschafft hat. Momo, unser Sportler des Monats, aufgewachsen im Circus Rambazotti, ist leidenschaftlicher Hockerer und gibt uns einen Einblick in Tricks, Moves und seinen treuen Begleiter, den Hocker. Keck und frech berichtet er uns von seinen lustigsten Anekdoten, seiner Liebe zur Kreativität und seinen ersten „Kippelversuchen“. Jede Menge Überraschungen hat der 21-Jährige für euch auf Lager!

„Hart, härter, hockern!“ so beschreibt der Kultur- und Management Student Momo Riedmüller seinen liebsten Freizeitvertreib. Aufgewachsen im Circus Rambazotti hatte der 21-Jährige bereits früh den Hang zu „merkwürdigem Jonglage Equipment“, wie er selber augenzwinkernd sagt. Zum Hockern ist er durch Addo gekommen, der vor vier Jahren in den Zirkus kam, um das  überdimensionale Diabolo der Jugendgruppe vorzustellen (Anmerkung der Redaktion: Diabolos werden zum Jonglieren genutzt und können mithilfe eines Bandes in der Luft gehalten werden). Recht schnell lernte er die ersten Tricks und „Hinsetz-Moves“ und wünschte sich nur kurze Zeit danach einen eigenen Hocker zu Weihnachten. „Man benutzt den Sporthocker von SALZIG, wirbelt ihn um sich selbst, macht einen Handstand darauf und – was eigentlich am wichtigsten ist – man setzt sich hin“, erklärt der Student. Seinen eigenen Stil hat Momo schon gefunden, denn er versucht immer, das Hinsetzen möglichst brachial aussehen zu lassen. Hier sind eben Kreativität und Mut zum Besonderen gefragt!

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Mehr als nur ein Sitzmöbel

Ein Hocker, der aussieht wie ein zu groß gewordenes Diabolo, das weckt durchaus lustige Gedanken. Zwischen 1,6 und 2,0 Kilogramm wiegt dieses Sportgerät, das auf beiden Seiten Sitzflächen besitzt und unter diesen Griffkanten hat, damit der Hocker besser  aufgefangen werden kann. Aber nicht immer gelingt der richtige Griff: „Die Kapsel im rechten Daumen hat bereits darunter gelitten, blaue Flecken gehören an den Beinen beinahe dazu. Blutige Lippen sind nichts Besonderes mehr, aber: Es ist soooo geil“, schwärmt Momo. Nach seinem ersten „Hock-Hart-Camp“ konnte der  21-jährige Student kaum noch laufen, alles tat ihm weh. Doch er findet: „Schmerzen gehören zu einem guten Sport einfach dazu. Man muss auch merken, dass man an seine Grenzen gestoßen ist.“ Wie bei sehr vielen anderen Trendsportarten ist natürlich auch  Individualität ein großes Thema: Bunt darf der Hocker sein! Man kann sich seinen Hocker entweder als „Blank“ (einfarbig) oder als „Vollgrafik” (ein Motiv, Bild, etc.) bestellen. Einige wenige Exemplare von „Glow“, dem nachtleuchtenden Hocker, gibt es noch. Momo hat sich bisher immer für „Blanks” entschieden und diese mit Stickern beklebt.

Systematische Tricks

Begonnen hat seine Liebe zum Hockern im Grunde genommen schon in der Schulzeit: „Schule war ehrlich gesagt nie so richtig meins. Da hat man sich immer etwas gesucht, womit man die Zeit besser rumkriegt. Ich habe im Clowns-Training im Rambazotti gelernt, wie man so mit einem Stuhl umfällt, dass nichts passiert. Ich fand das echt witzig, im Gegensatz zu meinen Lehrerinnen“, sagt er schmunzelnd. Bereits in der Oberstufe war sein Hocker sein treuer Begleiter: „Das bringt viele Vorzüge, wie zum Beispiel freie Platzwahl, eine Möglichkeit, die Beine hochzulegen, oder eben zum Hockern.“ Mittlerweile beherrscht er natürlich mehr Tricks wie nur das „Kippeln“. Besonders gut gefällt ihm das „System“, so wird der Trick genannt, wenn sich der Hocker z.B. unter dem linken Fuß befindet und die linke Hand den Hocker festhält. Dabei ergibt sich ein Abstand zwischen Arm, Bein und Hocker, durch das man mit dem anderen Fuß durchspringen kann. Das Durchspringen bezeichnet man dann als „System-Wechsel” oder „System-Transfer”.

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Von nichts kommt nichts

Um die Tricks wie „System-Wechsel“ auch umsetzen zu können, muss man natürlich hart trainieren. In den meisten Städten finden diese Trainings jeweils einmal pro Woche statt und dauern etwa zwei Stunden. Am Anfang wird sich aufgewärmt, danach wird frei trainiert. Manchmal bauen sie einen Parcours auf, um für größere Sprünge auf der Straße zu üben, oder man fordert sich gegenseitig zu einer Runde „HOCK”-The Game heraus. Momo erklärt, wie es funktioniert: „Ein Trick wird vorgemacht, der andere oder die anderen müssen diesen nachmachen. Wer den Trick nicht schafft, bekommt einen Buchstaben (z.B. H). Bei HOCK hat man dann verloren.“ Zu guter Letzt liefern sich die Sportler noch ein Handstand-Battle. Auf ein Kommando gehen alle in den Handstand und derjenige, der am längsten steht, gewinnt die Runde. Wer zuerst fünf Runden gewonnen hat, hat auch das Battle gewonnen.

Fleiß zahlt sich aus

Nicht nur auf der Straße battlen sich die Hockerer eifrig, auch verschiedene Wettkämpfe finden statt. Dabei gibt es verschiedene Varianten: Klassische 1 vs. 1 – Battles, „1-Minute“ Contests und Best-Trick Contest. Beim 1 vs. 1 werden zu Musik abwechselnd Tricks gezeigt und am Ende entscheidet eine Jury oder das Publikum mit Applaus über den Sieger. Beim „1-Minute“ Contest zeigt ein Hockerer innerhalb von 60 Sekunden was er kann. Am Ende werden die Punkte zusammengezählt, die von Jury oder Publikum vergeben werden. Variante 3 erklärt uns Momo wie folgt: „Best-Trick”-Contests erklären sich eigentlich von selbst: Zeig deinen krassesten Trick!“ Kurz und knackig! Die zwei größten, offiziellen Wettkämpfe in der Hocker-Szene sind der „King of Hock”, dabei wird der König des Hockerns gesucht und findet jährlich in Berlin statt, und das „Hocktoberfest“, die Hockerweltmeisterschaft in Kiel alle zwei Jahre. „Bei beiden gibt es folgende Kategorien: Einzelsitzung (1-Minute), Best-Trick und eine Gruppensitzung“, sagt Momo mit strahlenden Augen. Aber eines seiner größten persönlichen Highlights war ein anderes: „Beim Hocktoberfest 2013 wurde plötzlich ein Trick „Der Kasseler” genannt, weil sowohl Addo, als auch ich den Trick gemacht haben und sonst niemand.“

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Der 21-Jährige lässt sich darüber hinaus für vieles begeistern, besonders jedoch für die Kunst. Er ist ein typischer Kreativ-Allrounder, kann von allem ein bisschen, aber nichts richtig perfekt, wie er selbst sagt. Er malt Graffiti, macht Musik, jongliert, hockert, schreibt Gedichte und dreht und schneidet Videos. „Solang ich kreativ sein kann, bin ich glücklich.“ Nicht nur seine eigenen Bedürfnisse stehen für ihn im Fokus, auch das das Leiten von  Workshops für Kids, die an seinen Hobbys interessiert sind, erfüllen ihn. Er setzt sich auch gerne kleine Ziele wie „Diese Woche räume ich mal mein Zimmer auf. Irgendwann möchte ich einmal fünf Bälle jonglieren können, aber das hat auch noch ein paar Jahre Zeit.“

Der Spass kommt nie zu kurz

Zu guter Letzt erzählt er noch von einer lustigen Anekdote als er mit Stephan, dem Erfinder des Sporthockers und TJ, einem Hockerer aus den USA, in Dortmund auf der Jugendmesse YOU gewesen ist. „Als wir abends völlig fertig zu unserer Unterkunft gefahren sind, haben Stephan und ich versucht, TJ davon zu überzeugen, dass Dortmund Teil des Weltkulturerbes ist, weil ja dort der Beton erfunden wurde. Als wir nach 15 Minuten angeregter Diskussion auf Englisch feststellen, dass TJ schläft, redeten wir uns weiter in Rage bis es zu dem Spruch kam: „Hockerer sind wie Stahlbeton; außen hart und innen noch härter.” Ganz offensichtlich scheint man unglaublich viel Spaß im Kreise der Hockerer zu haben. Wenn ihr nun auch Lust darauf habt, dann schnappt euch nicht Mutti’s Hocker, sondern meldet euch beim Hock-Hart-Camp an!

Momo Riedmüller

• Geburtstag: 24.10.1994
• Bachelor-Student im Bereich Kultur und Management an der Hochschule Zittau/Görlitz
• Passionierter, wenn auch unausgebildeter Zirkus-Pädagoge beim Circus Rambazotti
• Erfolge: – „Best Production”-Nominierung beim Salzig Video Contest mit „HockBahnHof”

Hock-Hart-Camp

• Berlin
• 4.-8. Mai 2016
• Hock-Betreuung durch das Sporthocker Team
• Hockern in allen Hotspots von Berlin
• Battles, Sporthocker-Spiele und vieles mehr!
• Anmeldungen online: sporthocker.com/webshop/anmeldung

 

 

SALZIG Sporthocker

• Gegründet: 2007 durch die Brüder Michael und Stephan  Landschütz
• Sporthocker-Design und -Produktion: Made in Germany
• Auszeichnungen: Bayerischen Staatspreis für Nachwuchsdesigner  2008, Bronze beim Wettbewerb „Gute Gestaltung 09“, Plus X Award 2012, Good Design Award 2012, uvm.
• Weitere Infos auf: www.sporthocker.com