Fitness für Alle: Stand Up Paddling

Longboard

Die neue Trendsportart „Stand Up Paddling“, abgekürzt „SUP“ ist in aller Munde und extrem angesagt. Wasserratten jeden Alters können mit relativ wenig Kraftaufwand und gelenkschonend auf Seen, Flüssen und in den Wellen dieser Welt diesen Sport ausüben. Der BRAUSER führt euch in diese Sportart ein, gibt euch die wichtigsten Grundlagen an die Hand, und geht mit euch und dem Kasseler Stand Up Paddler Marc Schreiber gemeinsam aufs Wasser.

Stand Up Paddling ist mit dem Surfen vergleichbar und heißt ins Deutsche übersetzt „Aufrecht stehend mit Hilfe eines Paddels Surfen“ oder auch „Stehpaddeln“. Marc Schreiber, Inhaber des Nordswell-Shop in der Schönfelder Straße, Kassel bietet seit 2011 regelmäßig SUP-Touren auf der Fulda an. Auf die Idee gekommen ist er, weil im Jahr 2009 eine seiner Nordswell-Messen im Hamburger Hafen stattgefunden hat. Dort fand der erste offizielle Worldcup im Stand Up Paddling statt, „was mich sehr beeindruckt hat“, so Marc. „Daraufhin haben wir einige Jahre später angefangen Touren auf der Fulda anzubieten, um Kassels Sportangebot auszuweiten.“ Stand Up Paddling kann jeder innerhalb relativ kürzester Zeit erlernen.  Auch ohne Vorkenntnisse hat man bei Flachwasser, wie es auf der Fulda der Fall ist, schnelle Erfolgserlebnisse. Man sollte lediglich in der Lage sein 15 Minuten frei schwimmen zu können.

Von Tahiti zum Trend

Stand Up Paddling ist eine der abwechslungsreichsten Wassersportarten (SUP) – und damit uneingeschränkt für Groß und Klein zu empfehlen! SUP ist eine der Trendsportarten Nummer 1 in Deutschland und der am meisten wachsende Wassersport seit dem Windsurf-Boom der 70er und 80er Jahre. „Ursprünglich kommt Stand Up Paddle Surfing von den polynesischen Fischern, die sich in ihren Kanus stehend vor Tahiti auf dem Meer fortbewegten. Dann
haben es die Wellenreitlehrer übernommen um einen besseren Überblick über ihr Schüler zu bekommen“, erzählt Marc. Die Sportart lässt sich übrigens auch in der Welle durchführen und ist dann vergleichbar mit Snowboarden. Übrigens: Schwierigkeiten beim Stand Up Paddling ergeben sich eigentlich keine. Lachend scherzt Marc: „Es könnte höchstens sein, dass man einen Sonnenbrand bekommt“.

Eine andere Sicht auf die Stadt

Für den Sport benötigt man eigentlich nur eine Boardshorts und ein SUPT-Shirt bzw. ein Lycra. Bei kalten Temperaturen sind Surfschuhe hilfreich. Marc empfiehlt diese besonders auf längeren Touren. Eine Tour auf der Fulda dauert circa 1,5 bis 2 Stunden und findet in der Regel mit fünf Teilnehmern statt, mit denen er sich gegen 19.30 Uhr vor dem Bootsanleger des Rudervereins der Jacob-Grimm-Schule Kassel trifft. „Nach einer kurzen Einweisung paddeln wir zusammen auf der Fulda Richtung Fuldabrück und wieder zurück“, berichtet der leidenschaftliche Wassersportler. Neben dem FeierabendSUPpen sind auch längere Touren von Melsungen nach Kassel möglich.
„Da wir seit vielen Jahren mit Lars vom Windsurfing Edersee zusammenarbeiten, können wir auch Touren auf dem Edersee anbieten“, ergänzt er. Gerade die Fulda bietet für SUP-Anfänger optimale Bedingungen, da hier wenig Strömung und Bootverkehr vorhanden sind.

Training für den ganzen Körper

Für Marc ist das Besondere am SUP, das es hervorragend für Anfänger geeignet ist, aber auch Fortgeschrittene können je nach Fahrweise an ihr Limit kommen. Es trainiert den ganzen Körper und kann je nach Fahrweise sehr entspannend oder aber auch sehr  anstrengend sein. „Zusätzlich hat man natürlich an der Küste die Möglichkeit kleine Wellen zu surfen, die man mit einem Wellenreiter nicht erwischt“, so Marc. Wer in dem Sport erfolgreich sein möchte, muss natürlich trainieren. Beim Stand Up Paddling gibt es zahlreiche Wettkampfformate, bei denen die Kraftausdauer ein große Rolle spielt. Marc erklärt: „Ein Long Distance Race geht zum Beispiel über eine Streckenlänge von 8 bis 12 Kilometer, dementsprechend muss man dafür trainieren. Ich persönlich halte mich durch Stand Up Paddling und durch Windsurfen fit.“

Ganze besondere Erfahrungen

Killer-fishAn Wettkampferfahrung mangelt es bei Marc Schreiber nicht. „Im letzten Jahr bin ich bei der Killer Fish SUP Tour auf Fehmarn an den Start gegangen. Was Wettkämpfe angeht, konzentriere ich mich jedoch momentan eher auf den Bereich Speedsurfen“, da ihm das Surfen mit einer Geschwindigkeit über 40 Knoten gerade den größten Kick gibt. Und weiterhin ergänzt er: „In jungen Jahren bin ich für „Burton Snowboards“ als Teamfahrer gefahren. Mittlerweile fahre ich nur noch selten Snowboard und bin eher auf dem Wasser zu finden. Zurzeit bin ich viel auf dem Windsurfboard unterwegs und unterstütze meine eigenen Teamfahrer.“ Ein einmaliges Erlebnis war die Speedsurfweltmeisterschaft im Jahr 2013 in Namibia, als einer seiner Teamfahrer auf einem künstlich angelegten Kanal den deutschen Speedsurfrekord geknackt hat. So oft sich die Gelegenheit bietet ist er natürlich an der Küste beim Surfen und SUPpen in den Wellen zu finden.

Im Sommer wie im Winter

Ganz neSUP_topthemabenbei sind seit der Gründung seines eigenen Labels Nordswell im Jahr 2007 und der Eröffnung seines Shops die Arbeitstage natürlich sehr abwechslungsreich. Auf die Frage, wie sein Alltag aussieht, antwortet er: „Ich bin ich in meinem Laden anzutreffen. Dort kümmere ich mich um den Versand des Online-Verkaufes und verkaufe und berate im Shop selber. Zudem führe ich in den Sommermonaten mit meinem Team auf Surffestivals Messen durch.“ Die SUP-Touren werden größtenteils von ihm durchgeführt. Und was macht Marc eigentlich im Winter, wenn die Touren auf der Fulda nicht möglich sind? „Dann bin ich hauptsächlich damit beschäftigt neue Messen zu planen und die Saison vorzubereiten. Ich designe neue Prints und versuche natürlich so oft wie möglich surfen zu gehen.“ Übrigens: Brenzlige Situationen auf dem Wasser hat er nach eigenen Angaben noch nie erlebt.

Board leihen oder kaufen?

Als Einsteiger muss man übrigens kein eigenes Board kaufen, da es sehr viele unterschiedliche gibt und man vor Kauf lieber erst mal SUP testen sollte. Je nach Einsatzgebiet und Gewichtsklasse kommen unterschiedliche Boards in Frage, somit ist die Auswahl
sehr groß und eine individuelle Beratung sehr wichtig. „Es passiert jedoch häufig, dass sich Kunden die bei mir eine Tour gemacht haben ein Brett kaufen. Es ist natürlich auch möglich sich bei Nordswell ein Brett fürs Wochenende oder für den anstehenden Urlaub auszuleihen“, erklärt Marc. Durch die aufblasbaren Boards (Air SUP Boards) kann man jetzt sein SUP auch ohne große Probleme überall mit hinnehmen. Man kann das Board problemlos in einem kleinen Rucksack verstauen und muss es hinterher nur noch mit einer speziellen Pumpe aufblasen. Auch für das Wildwasser gibt es mittlerweile entsprechende SUP-Boards. „Aber immer schön aufpassen, wie bei jedem Sport an die Regeln halten“, sagt der Shopbesitzer.

Einmalig und zum Staunen

Zum Abschluss erzählt uns Marc noch eine lustige Anekdote von einer seiner Touren. „Ich hatte mal ein paar Jungs bei einer Tour dabei, bei der nach ungefähr einer Minute einer angefangen hat, Kopfstand und andere Dinge auf dem Board zu machen. Ich war nicht schlecht am Staunen, bis er mir sagte, dass er Akrobat im Zirkus sei.“