Thema Depression

Das Gefühl taucht manchmal aus dem Nichts auf und überrollt einen. Das Herz fühlt sich schwer an und man fühlt sich traurig und müde und kann sich zu nichts aufraffen. Rutsche ich in eine Depression oder befinde ich mich vielleicht nur in einem Wintertief? Der BRAUSER versucht Antworten zu geben, ab wann die Warnsignale auf Rot stehen und an welcher Stelle man einfach mal die Pobacken zusammenkneifen sollte.

 

JAHRESZEIT ODER KRANKHEIT
Es ist dunkel, es ist kalt und ungemütlich draußen. Gerade im Winter fühlen wir uns meist antriebslos, müde und manchmal wiegt auch das Gefühl mit, komplett überfordert zu sein – im Job, in der Schule, in der Uni. Doch nicht jeder, der diese Anzeichen hat, ist gleich gefährdet und droht in eine Depression oder in einen Burn-Out zu rutschen. Fakt ist: uns Europäern fehlt in den Wintermonaten jede Menge Tageslicht und Sonne. Vielen fehlt dadurch das Vitamin D im Körper. Gerade über die Wintermonate hinweg leert sich der körpereigene Speicher. Und ein schlechter Vitamin D-Wert unterhalb der Norm ist nicht leichtfertig abzutun. Knochenschwund ist eine Ursache, die durch einen sehr schlechten Wert hervorgerufen wird. Dazu kommen meist Angstzustände und Panikattacken. Eine nicht erkannte Schilddrüsenunterfunktion äußert sich in vielen Bereichen mit ebensolchen Symptomen. Der Hormonhaushalt ist dann komplett gestört und die Folge sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder das Gefühl, mit stressigen Situationen nicht mehr klar zu kommen, plötzliche Stimmungswechsel bis zur Gereiztheit und Gedankenkarussels, wenn man zur Ruhe kommt. Oftmals treten also gehäuft diese Symptome auf, die dann irrtümlicherweise als Depressionen eingestuft werden.

 

MANCHMAL FEHLT LICHT
Viele von euch werden es sicher auch kennen, dass sich die Abgeschlagenheit in Verbindung mit Traurigkeit dann ankündigt, wenn das Herbstlaub mit dem Novemberregen verschwimmt und die Sonne endgültig hinter grauen Wolken verschwindet. Wir wollen nicht den großen, bösen Teufel an die Wand malen, aber man spricht ja im November von den höchsten Selbstmordraten. November läutet den Winter ein aber auch lockt er bei so manchen eine Depression hervor. Von solch einer Depression muss nicht immer von grober Ernsthaftigkeit ausgegangen werden – nein – manchmal fehlt einfach nur die positive Energie der so geliebten Sonne und schon verändert sich unser Gemüt. In zahlreichen therapeutischen Praxen werden deswegen auch Lichttherapien angeboten, die gerade im Winter und bei kleinen Anzeichen einer depressiven Phase sehr gut helfen können. Manchmal tut sogar ein kleiner Besuch im Solarium um die Ecke ganz gut, um zumindest künstliche Sonne zu tanken, die bei einigen Betroffenen schon wahre Wunder bewirken kann. Natürlich wollen wir das Thema nicht abtun, denn schließlich sind auch welche unter euch, die ganz klar auch über den Winter hinweg von dieser tückischen Krankheit betroffen sind. Leider trifft man noch heute auf sehr viel Unverständnis in der gesellschaftlichen Umwelt. Denn gerade die Menschen, die noch nie ein ernsthaftes Problem mit iher Seele hatten, tun Depressionen mal so als eine Phase der „schlechten Laune“ ab, obwohl sie damit völlig auf dem Holzweg sind und gar nicht verstehen, wie die Betroffenen darunter leiden.

 

IHR SEID NICHT ALLEIN
Doch wie entsteht eigentlich eine akute Depression? Das ist gar nicht einfach zu definieren, denn meistens schleicht sie sich ganz klammheimlich bei einem Betroffenen ein. Es sei denn sie ist organisch bedingt, aber dazu später mehr. Ja sie schleicht sich ein und kann an einem sonnigen Tag eintreten, an dem man freudig mit seinen Liebsten beieinander sitzt und lacht. Plötzlich legt sich ein Schleier um den Kopf, um die Seele und man merkt, dass irgendetwas mit einem nicht stimmt. Die Welt wird grau, man fühlt sich alleine, die Zukunft ist plötzlich nicht mehr vorstellbar, Gedanken gehen verschärft in eine abgrundtiefe Atmosphäre, man ist müde und will sich am liebsten verstecken. Hat dich ein Wintertief erwischt? Kennst du das schon, dass es immer in der tristen Jahreszeit beginnt? Okay, dann hat dich das “böse Novembervirus“ erreicht, was erst wieder verschwindet, wenn wir, übertrieben gesagt, die Geschenke vom Osterhasen entgegen nehmen. Das ist nicht gerade eine kurze Phase, deswegen such dir professionelle Hilfe, wenn die kleinen Meilensteine, wie künstliche Sonne oder Johanniskraut, was sich ja auch manchmal bewährt, nicht helfen.

 

Du musst nicht alles ertragen, auch wenn es bei dir die altbekannte dunkle Phase ist, die jedes Jahr mal wieder um die Ecke schneit. Du könntest dich bei einem Psychiater vorstellen, auch wenn man da meistens lange auf einen Termin warten muss, aber besser als monatelanges Traurigsein. Vielleicht kann er dir eine Lichttherapie verschreiben, dir Tipps geben und dich, wenn nötig, mit einem Antidepressiva versorgen, welches leider auch erst nach einigen Wochen anschlägt, aber es ist eine Hoffnung für alle Betroffenen. Vielleicht ist die Variante, auf den „Antidepressiva-Zug“ aufzuspringen jedoch eher eine Schiene für Langzeit-Depressive. Falls ihr zu dieser Sparte gehört, lasst euch gesagt sein, dass ihr nicht alleine seid. Mittlerweile ist diese Form der psychischen Krankheit ein Volksvirus geworden, und das wundert uns nicht wirklich, denn diese Welt ist schnelllebig, von Technik überflutet, mit Angst um die Arbeitsstelle versalzen und zwischenmenschliche Beziehung finden nur noch, um es übertrieben zu sagen, über WhatsApp und Facebook statt

 

Ist es noch ein Wunder, dass Therapeuten heutzutage eine ungefähre Wartezeit von 9 Monaten haben? Eher nicht, denn sehr viele leiden unter ihrer Seele, auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Also ihr müsst euch nicht verstecken, ihr seid nicht alleine und ihr dürft euch vor allem von der zähnefletschenden Depression nicht unterkriegen lassen. Lasst euch helfen, wenn nötig medikamentös versorgen und bleibt immer im sozialen Umfeld aktiv. Ihr müsst dagegen angehen. Es ist nicht leicht, das zu tun, aber sich von ihr verdecken lassen, wie mit einem durchsichtigen Schleier, liegt nicht in eurem Sinne. Vielleicht hilft es auch, sich die Depression als eine Art Figur vorzustellen, gegen die ihr kämpfen müsst, bevor sie euch überwältigt.

 

DER SEELE ZUHÖREN
Der Körper und die Seele wollen uns meistens mit diesen Maßnahmen wie psychische Krankheit, wozu auch Angst und Panik gehören, die sich manchmal mit einer Depression abwechseln, etwas sagen. So wie ein Burn-Out-Patient, der bei sich vielleicht zuerst kontinuierliche Rückenschmerzen, oder zeitweise Magenprobleme wahrnimmt, diese aber ignoriert. Der sich weiter und weiter überstrapaziert, da er nicht hört, was der Körper ihm eigentlich mit den „Weh-Wehchen“ sagen will, nämlich: „Stopp! Mach mal langsam!“ Werden alle Anzeichen ignoriert, sucht der böse Körper sich andere Dinge aus um zu sagen: „Hallo, hier bin ich, hör doch mal zu!“ Das tut er solange, bis er auf die Seele zurückgreift und dann hat man eine Depression, eine Angststörung oder ein Burn- Out. Klingt simpel, ist es aber für den Betroffenen im Endeffekt nicht. Hört in euch rein. Der Körper ist nicht euer Feind, auch wenn er euch mit all den Symptomen vielleicht so vor kommt. Nein, er ist euer Freund, vielleicht sogar der beste, denn er sagt euch einfach ehrlich und gerade heraus, dass was nicht stimmt, auch wenn er das auf unliebsame Art und Weise tut. Bei psychschen Problemen, die organisch hervorgerufen werden, wie beispielsweise ein Problem mit der Schilddrüse etc., muss das Problem selbstverständlich an körperlicher Stelle und Problematik in Angriff genommen werden. Also lasst euch erstmal checken, bevor ihr zum Psychiater oder zu einem Seelendoktor geht, vielleicht kann man das Problem schon über die innere Medizin lösen, bevor man das „Gespenst“ namens Depression vom „Geisterjäger“ Psychiater/Psychotherapeut einfangen lässt.

 

Vergiss nicht: Du bist nicht allein! In diesem Sinne: Nicht aufgeben sondern anfangen zu leben! Trotzdem heißt es nicht, dass jeder, der mal niedergeschlagen ist oder eine schlechte Phase hat, depressiv oder an einem Burn-Out erkrankt ist. Manchmal ist man beruflich oder privat einfach etwas überstrapaziert und alles nervt irgendwie. Gerade in solchen Phasen, die jeder von uns kennt, heißt es Popo zusammenkneifen und sich durchbeißen. Der Chef nervt, oder der Partner kennt sich damit aus, die Klinge ins Herz zu stechen und abzubrechen – jeder kennt sowas. Aber lasst euch gesagt sein, auch das geht vorbei und ihr seid nicht alle depressiv, sondern habt einfach ganz normale alltägliche Probleme, die wir alle kennen. Also in diesem Sinne: An alle Depressiven, Gestressten und Überstrapazierten: Für jedes Problem gibt es eine Lösung!

 

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