Schafe & Wölfe im GZSZ-Mauerwerk

Breuna/Hamburg. Ihre EP auf Spotify heißt „Große Augen für schlechte Aussichten“. Dass mit den großen Augen mag ja stimmen. Doch sie kommen nicht von den schlechten, sondern vielmehr von den guten Aussichten: Auftritt beim Melt!-Festival, Gewinner des Street Gigs Wettbewerbs, musikalisches Gastspiel in der RTL-Kultserie GZSZ – 2014 ist das bislang erfolgreichste Jahr in der noch jungen Karriere der Band Schafe & Wölfe. Und damit auch ein Erfolgsjahr für den Musiker Maximilian Scharff aus Breuna. Denn zusammen mit Christian Hyla ist er Schafe & Wölfe. Wir unterhielten uns mit dem 25-Jährigen, der mittlerweile in Hamburg lebt.

 

brauser24.de: Glückwunsch zum Gewinn des Spotify & Telekom Street Gigs -Wettbewerbs. Zur Belohnung gibt’s nun einen Gastauftritt in der Soap „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Wie war es bei den Dreharbeiten?
Max Scharff: Die haben Spaß gemacht, obwohl wir ja eigentlich nur uns selbst gespielt haben. Komisch war es allerdings, Playback aufzutreten. Nur den Mund zu bewegen war für uns völlig neu und echt strange.

 

brauser24.de: Musstet Ihr für Euren Auftritt eine bestimmte Rolle oder Text lernen?
Max Scharff: Nein, absolut nicht. Wir treten als Schafe & Wölfe in einem Szene-Club auf, spielen zwei unserer Songs – zwischendurch geht die Filmhandung weiter. Beeindruckt hat mich, wie straff da alles organisiert ist. Es werden immer nur drei Durchgänge gefilmt und zum Schluss wird einfach der beste ausgewählt. Es war eine gute Erfahrung und es ist witzig, dass sich das so ergeben hat.

 

brauser24.de: Du bist in Breuna aufgewachsen und über Ostwestfalen in Hamburg gelandet. War die Musikerkarriere so geplant?
Max Scharff: Nein, ganz bestimmt nicht. Da sind schon jede Menge Zufälle dabei. Tatsache ist aber, dass ich immer schon Musik machen wollte.
In der großen Hip-Hop-Phase haben wir in Breuna ebenfalls damit angefangen. Was will man dort als 14-Jähriger auch sonst schon machen (lacht). Nein, im Ernst:  Wir waren damals drei, vier Leute, die sich mit billigstem Zubehör und PC an Hip-Hop versucht haben. Die anderen Jungs sind irgendwann ausgestiegen, ich bin dabei geblieben.

 

Maximilian Scharff und Christian Hyla wollen die Menschen mitnehmen, auf eine Reise durch die Nacht. Ihre Musik soll antreiben, Bilder und Kopf-Kino erzeugen. Foto: Schafe & Wölfe

 

 

brauser24.de: Wie ging es weiter?
Max Scharff: Abitur in Warburg, Studium in Lemgo. Mittlerweile arbeite ich bei einem Musikverlag in Hamburg, der auch Schafe & Wölfe vertritt. Das ist natürlich super.

 

brauser24.de: Schafe & Wölfe – wie kommt man eigentlich auf diesen Bandnamen?
Max Scharff: Wir wollten einfach schon im Band-Namen die Gegensätze zusammen bringen, die wir auch in der Musik vereinen wollen: Keine Club-Mucke, aber tanzbar. Kein Indie, aber individuell. Kein Rap, aber Beats. Eine bunte Mischung aus Electro, Hip-Hop und Pop. Zudem fand ich das Bild immer schön. Schafe und Wölfe, das ist ja wie eine Metapher für gut und böse. Das lässt Interpretationsspielraum und erzeugt, hoffentlich, ein kleines Kopf-Kino.

 

brauser24.de: Wie entstehen denn die Szenen fürs Kopf-Kino?
Max Scharff: Die Texte sind in der Regel vorher da und geben die Stimmung vor. Die Musik ist das Vehikel für die Texte und schafft Atmosphäre. Die meisten Songs erzählen schon von Nächten, wo man über kleine Momente und Gedanken stolpert. Wir finden die Anti-Helden, die nicht so wirklich wissen, was gerade mit ihnen passiert eigentlich am interessantesten. Da sehen wir uns ja auch persönlich eher.

 

brauser24.de: „Alle sind dagegen, nur um nicht dafür zu sein“ – wofür seid ihr nicht?
Max Scharff: Ich denke, wir haben schon eine ausgeprägte Anti-Haltung. Aber eben nicht einfach nur, um gegen irgendetwas zu sein. Wir sind zum Beispiel gegen Plakativität und gegen dieses ganze Yolo-Gehabe was momentan abgeht. Das passt nicht wirklich zu unserem Leben und unserer Wahrnehmung. Wir wollen einfach nur Musik machen und uns’re kleinen Gedanken in die Welt stellen, ob das dann jemandem gefällt, das muss man sehen.

 

brauser24.de: Gibt’s bei all dem positiven Stress und der stetig steigenden Zahl an Auftritten noch Zeit für Besuche in Breuna?
Max Scharff: Klar doch. Meine Famile lebt schließlich dort, zwei jüngere Brüder, eine jüngere Schwester.

 

brauser24.de: Besten Dank für das Gespräch. Und vielleicht erleben wir ja Schafe & Wölfe auch mal in der Region – zum Beispiel beim Lake Sound Festival 2015.